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katholiſch⸗theologiſchen Lehranſtalt von 1851 bis 1855 vorzugsweiſe neuere Sprachen und Geſchichte auf der Univerſität Marburg und beſtand dann die Reallehrerprüfung in der franzöſiſchen, engliſchen und deutſchen Sprache, ſowie auch in der Geographie. Vom 1. November 1856 bis dahin 1857 beauftragter, von da ab ordentlicher Lehrer der Anſtalt.
5. Dr. Oscar Speyer, geb. am 4. Juli 1827 zu Hersfeld, beſuchte das Gymnaſium zu Hanau und hiernach das zu Kaſſel bis Secunda, abſolvirte die höhere Gewerbſchule zu Kaſſel, bildete ſich auf den Berg⸗ und Hüttenwerken Bieber und Habichtswald praktiſch aus, beſtand die Prüfung für Bewerber um höhere techniſche Beamtenſtellen im Bergfache, widmete die Zeit vom Herbſt 1850 bis dahin 1852 ſeiner weiteren Ausbildung auf den Univerſitäten Marburg und Berlin und beſtand hierauf im October 1852 die Reallehrerprüfung in Naturgeſchichte, Chemie, Phyſik und Mathematik. Vom 24. April 1854 bis 4. Auguſt 1858 beauftragter, dann bis zum 1. Mai 1865 Hülfslehrer an der höheren Gewerbſchule zu Kaſſel, ſeit dieſer Zeit ordentlicher Lehrer unſerer Anſtalt. Im Jahr 1855 erwarb er ſich bei der Univerſität Marburg die philoſophiſche Doctorwürde.
Schrieb: über die in der Provinz Hanau vorkommenden Land⸗ und Süßwaſſer⸗Mollusken(Jahresb. d. Wett.
Geſellſch. 1850), die Zootomie der Paludina vivipara(Kaſſel 1855), die Tertiär⸗Conchilien von Söllingen (Zeitſch. d. deutſch. geolog. Geſellſch. in Berlin 1860, ferner Kaſſel 1864), die Thätigkeit des Vereins für Naturkunde zu Kaſſel(1860), einige Tertiär⸗Conchylien v. Weſteregeln(Palaeontogr. 1862), die Conchylien und die Ostracoden der Kaſſeler Tertiärb.(Kaſſel 1862, 63 und 67), das Vorkommen von Mastodon tapyroides bei Fulda(Ber. d. Verſ. deutſcher Naturforſcher in Hannover), die ober⸗oligocänen Tertiärgebilde im Fürſtenth. Lippe⸗Detmold(Kaſſel 1867), Verzeichniß der in der Umgebung Fulda's vorkommenden Land⸗ und Süßwaſſer⸗Conchylien(Fulda 1870).
6. Georg Wilhelm Roeder, geb. am 25. October 1795 zu Caub am Rhein, wurde 1816 vom Gymnaſium zu Idſtein mit dem Zeugniß der Reife zur Univerſität entlaſſen, nachdem er 1815 als Freiwilliger in den Schlachten von Quatrebras und Waterloo mitgefochten. Von 1816 bis 1819 ſtudirte er auf der Univerſität Jena Theologie, wurde unmittelbar darauf Informator in dem Hauſe des Grafen Benzel⸗Sternau in der Schweiz und ein Jahr ſpäter Profeſſor an der Cantonſchule zu Chur, in welcher Stellung er 18 Jahre verblieb, bis er im Sommer 1838 als Inſpector und erſter Lehrer an die Realſchule zu Hanau kam. Nach einer 13 jährigen Disponibel⸗ ſtellung wurde er im Juni 1865 durch ſeine Verſetzung als Inſpector an die hieſige Realſchule reactivirt. Bei der Feier ſeines 50 jährigen Dienſtjubiläums am 1. Mai 1870 wurde er zum Zeichen der Anerkennung ſeiner langen verdienſtreichen Wirkſamkeit mit dem rothen Adlerorden vierter Klaſſe decorirt. Zwar wurde in einer Verfügung des Herrn Unterrichtsminiſters vom 25. Januar 1871 ſeine von ihm nachgeſuchte, wohlverdiente Penſionirung ausgeſprochen, jedoch ſtand der Aus⸗ führung dieſes Beſchluſſes eine finanzielle Streitfrage zwiſchen Regierung und Stadt entgegen, die ſich am Schluß des Jahres mit dem Tode des Inſpectors von ſelbſt erledigte.
Schrieb: über das Leben Zwingli's, die Schlacht von Hanau, das Wilhelmsbad, den Rheinübergang Blücher's,
den Föhn, die Sage vom ewigen Juden u. ſ. w. Die Jahresber. der Wetterauer Geſellſch. enthalten
naturh. Arbeiten von ihm. 3*¾


