Aufsatz 
Die Realschule zu Fulda von ihrer Gründung bis zu ihrer jetzigen Verfassung / von Dr. Wagner
Entstehung
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aus der Staats⸗ und der Leihhauskaſſe zuſammen den aus der Stadtkaſſe um mehr als 10600 Thaler überſteigt.

Seit 1869 beträgt das jährliche Schulgeld in VI. 4 Thlr.; in jeder folgenden Klaſſe wird 1 Thlr. mehr gezahlt, alſo in II. 8 Thlr.

Seit 1838 haben an der Anſtalt gewirkt: A. Ordentliche Lehrer.

1. Wilhelm K. J. Gutberlet, geb. am 5. Auguſt 1813 zu Schwebda bei Eſchwege, ſtudirte die bergmänniſche Wiſſenſchaft und ertheilte nach Ablegung ſeines Staatsexamens Privat⸗ unterricht in Kaſſel. Am 1. Mai 1838 übernahm er an der dahier zu gründenden Realſchule die Stelle eines ordentlichen(Haupt⸗) Lehrers. Als Vorſtand der Anſtalt erhielt er 1846 den Titel Schulinſpector. Er ſtarb am 17. September 1864 zu Gießen, wo eben die 39. Verſammlung deutſcher Naturforſcher tagte, deren Mitglied er war. Derſelbe hat mithin 26 Jahre der Schule vorgeſtanden.

Der 1870 ausgegebene Bericht des Vereins für Naturkunde zu Fulda enthält einen Nekrolog über Gutberlet

nebſt einem Verzeichniſſe ſeiner wiſſenſchaftlichen Arbeiten aus dem Gebiet der Geologie und Mineralogie.

2. Johannes Reining, geb. am 1. Januar 1809 zu Uerzel im Kreiſe Schlüchtern,

bildete ſich während eines mehrjährigen Aufenthaltes in Paris und hiernach auch in London zum

Lehrer der neueren Sprachen aus, wurde 1841 beauftragter, 1844 ordentlicher Lehrer an der Real⸗ ſchule und ſtarb als ſolcher am 15. Mai 1856.

3. Dr. Johann Balthaſar Wagner, geb. am 11. Mai 1819 zu Breitzbach im Kreiſe Eſchwege, beſuchte von Michaelis 1835 bis Oſtern 1838 das Seminar zu Homberg, ſpäter die höhere Gewerbſchule zu Kaſſel, beſtand 1848 die Reallehrerprüfung in Mathematik, Phyſik, Chemie und Naturgeſchichte, ſowie nachträglich auch in der deutſchen Sprache. Zuerſt Hülfslehrer an der Knabenſchule in Grebenſtein, dann beauftragter Lehrer an der Realſchule in Kaſſel, ſeit März 1851 ordentlicher Lehrer an der hieſigen Realſchule, jetzt höheren Bürgerſchule. Von der philoſ. Facultät zu Marburg 1861 zum doctor phil. et magister art. lib. graduirt.

Schrieb: über die Verſtopfung der Waſſerleitungsröhren durch wuchernde Vegetabilien(Roßmäsler, aus der Heimat 1860), das Vorkommen von Chirotherium Barthii im Buntſandſtein zwiſchen Würzburg und Marburg(Neues Jahrb. v. Leonh. und Bronn 1860), Cecidomya destructor Say die neue Getreidegallm. (Fulda und Hersfeld 1861), Diplosis tritici Kirb. und Dipl. aurantiaca n. sp.(Stettiner entom. Ztg. 1866), das Abortiren der unteren Aehrchen unſerer Cerealien(Landwirthſch. Ztg. 1869), die Made v. Eristalis arbustorum L. als Paraſit im menſchlichen Darmkanal(Stett. entom. Ztg. 1870), Diplosis equestris Sattelmücke n. sp.(Stett. entom. Ztg. 1871).

4. Joſeph Johannis, geb. am 10. December 1824 zu Fulda, ſtudirte nach Abſolvirung des hieſigen Gymnaſiums und zweijährigem Beſuch der mit dem Fuldaer Prieſterſeminar verbundenen