Aufsatz 
Die Realschule zu Fulda von ihrer Gründung bis zu ihrer jetzigen Verfassung / von Dr. Wagner
Entstehung
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2. Sprachunterricht. a) Deutſcher Sprachunterricht. 3 St. Bei der Lectüre ſind unter fortgeſetzter Berückſichtigung des bei den früheren Klaſſen Angegebenen die im Leſeſtücke ausgeſprochenen Gedanken nach ihrem Werthe und ihrer Beziehung auf einander ſcharf aufzufaſſen, und es iſt der Plan, nach welchem das Stück angelegt, zum klaren Verſtändniß der Schüler zu bringen. Literariſche Einleitungen, Mittheilungen aus dem Leben und Zeitalter des Verfaſſers, über die etwa geſchichtliche Grundlage und die Gattung einer vorliegenden Dichtung ſind nur, in ſofern ſie jenem allgemeinen Zwecke dienen, am Platze, jedoch ſtets in möglichſt enge Grenzen einzuſchließen. Aus der Verslehre iſt vorzugsweiſe der Hexameter und der Jambus heranzuziehen. Redefiguren, Memorir⸗ und Recitirübungen wie früher. Die Satzlehre gipfelt in dem Periodenbau. Der Stoff zu den Aufſätzen, beſonders Schilderungen und leichte Abhandlungen, iſt auch hier unter Anleitung des Lehrers von den Schülern aufzufinden und die nachfolgende Ausführung der aus der Beſprechung reſultirenden Dispoſition anzupaſſen. b) Lateiniſcher Unterricht. 4 St. Geordnete Wieder⸗ holung aus Formenlehre und Syntaxis. Mündliche und ſchriftliche Uebung wie in III. Leſen des Jul. Caesar de bello gallico. wo möglich auch einiger Stücke von Ovid's Metamorphoſen. Gram⸗ matiſche Belehrung über das Metrum. c) Franzöſiſcher Unterricht. 4 St. Fortſetzung der grammatiſchen Lehren in geordneter Folge über einzelne wichtige Abſchnitte der Formenlehre, bis zum Periodenbau. Viele mündliche und ſchriftliche Uebungen in Exercitien und Extemporalien. Converſationsübungen. Vermehrung von Vocabeln, Phraſen und Gallicismen. Vortrag memorirten Stoffs, wozu Fabeln und Abſchnitte aus der Lectüre dienen. Leſen und Erklären eines Schrift⸗ ſtellers, wozu Fénélon, Lamartine, Voltaire, Montesquieu, Scribe und andere kleine Schriften den Stoff liefern, mit ſteter Beachtung der Grammatik. d) Engliſcher Unterricht. 3 St. Die unregelmäßigen Zeitwörter, die Adverbien, Präpoſitionen, Conjunctionen, Syntaxis mit den ein⸗ ſchlägigen Exercitien. Lectüre einer Chreſtomathie oder eines leichten Schriftſtellers. Memoriren von Leſeſtücken in proſaiſcher und poetiſcher Form..

3. Rechnen und Mathematik. a) Rechnen. 1 St. Schwierige Aufgaben aus dem Penſum der vorigen Klaſſe; Gold⸗ und Silberrechnung und Einiges aus der Wechſelrechnung. b) Algebra. 2 St. Gleichungen des 1. und 2. Grades. Anwendung der Progreſſionen auf die Zinſeszins⸗ und Rentenrechnung. c) Geometrie. 2 St. Stereometrie und Elemente der ebenen Trigonometrie.

4. Naturkunde. a) Naturbeſchreibung. 2 St. Im Sommer: große Repetition der in den vorhergehenden Klaſſen durchgenommenen naturhiſtoriſchen und geographiſchen Penſen. Im Winter: Mineralogie. Krryſtallographie, phyſikaliſche und chemiſche Eigenſchaften der Mineralien. In dem beſonderen Theile eingehender die Metalle. Bekanntſchaft mit den wich⸗ tigeren Felsarten unter ſpecieller Berückſichtigung der vulkanoidiſchen Geſteine der Rhön und des Vogelsgebirges. b) Phyſik. 2 St. Von der Bewegung der feſten und tropfbarflüſſigen Körper. Das Hauptſächlichſte aus der Lehre von den Imponderabilien und dem Schall. Die bekannteſten meteorologiſchen Erſcheinungen. c) Chemie. 2 St. Einleitung. Die organiſchen Grundſtoffe und die wichtigſten anderen Metalloide; die Radicale der Alkalien und alkaliſchen Erden