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rung, ſo viel tuhnlich, gleichwol beſänftiget werden möge. Jedoch wird mit nichten gut geheiſſen die Klügeley und Einbildung der jenigen, die alles unge⸗ ſcheut, wie es ihnen zufällt, ohn rechte Uhrſach und Grund enderen, und gar neue Schreibarten aufzubringen ſich geluſten laſſen.“ Inäpeet Miit diſen worten iſt wol zunechſt ouf einige ſpetere Zeſtaner gedeutet, namentlich ouf Johann Bellin, von welchem eine„Hochdeutſche Rechtſchreibung, Lübeck 1657. 12 erſchinen war, villeicht aber auch ouf Philipp von Zeſen ſelbſt, der in demſelben jare 1643, in welchem er zu Hamburg die„deutſchge⸗ ſinnte Genoſſenſchaft“ ſtiftete, daſelbſt auch ſeine„Hochdeutſche Sprachübung, oder unvorgreifliches Bedenken über die hochdeutſche Hauptſprache und derſelben Schreibrichtigkeit“ herouzgab, und ouf Samuuel Butſchky, der tzu Breslau im jare 1644 mit ainer aigentümlichen orthographie ouftrat und dieſelbe in tzwai ebenfalls tzu Breslau erſchinenen werken, dem„Hochdeutſchen Schlüſſel zur Schreibrichtigkeit oder Rechtſchreibung“ v. J. 1648 und in der„Hochdeutſchen Kantzelei“ von 1649 begründete. So fielen den mehr conſervativen oberſechſi⸗ ſchen ſchriftſtellern und grammatikern unruhige rationaliſtiſche ſchwerme in baide flanken, von Niderſachſen und von Schleſien her, und mit tzum tail entgegen⸗ geſetzten neuerungen: waz tz. b. die confuſion des i und ie betrifft, ſo ſſchriben Zeſen und ſeine anhenger lauter ie: dier, mier, wier, dieſe, Butſchky dagegen lauter i: di, ſi, Kibe, dinen. Worin ſie aber uüͤbereinkamen und Fiſchart bei⸗ traten, daz war die verwerfung jener ch, ff und t), und ez muz als ir unbe⸗ ſtrittenes verdienſt angeſehen werden, daz ſie die orthographie von diſer ent⸗ ſtellung frei gemacht. Schottel war in diſem punkt noch nicht gantz ſicher, wol aber ſchon Stieler. Von Butſchky will ich nur noch erwenen, daz er in ſei⸗ ner art und weiſe ainige verwandtſchaft mit Meliſſus hat; er ſucht wie diſer manchez durch accente tzu betzaichnen, über vocalen wie über conſonanten, tz. b. über dem s das anloutende st und sp, um antzutzaigen, daz ez daſelbſt wie ſch tzu ſprechen ſei.— 36DArA Aen
Die durch Zeſen und Butſchky vertretenen richtungen ainer mer radicalen umgeſtaltung der orthographit, die nicht ouz grammatiſcher einſicht, ſondern ouz blozem dafuͤrhalten ouf dem grunde mundartlicher gewönung hervorgiengen, fin⸗ den wir in derſelben weiſe auch in den werken ainiger der gröſten dichter jenes teitalters ouzgeſprochen. Nemen wir ainerſeits die tzu Lübeck(1642) erſchinene erſte ouzgabe der gedichte von Paul Fleming, andrerſeits die tu Leiptzig 1663 erſchinene zwaite ouzgabe der gedichte von Andreas Gryphius: die erſte, Bres⸗


