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1629 und Tilemann Olearius, Halle 1630) aine ununterbrochene raihe von grammatiken, die ſich uͤber Gottſched und Adelung hin biz ouf die neueſte tzeit erſtreckt, und ouz welcher von den vilen ins XVII. jarhundert fallenden ich für meine tzwecke nur die von Juſtus Georg Schottel(Brounſchweig 1663. 4) und die von Caſpar von Stieler(Nürnberg 1691. 4) herouzheben will. Wie diſe baiden, ſo ſind auch alle übrigen mit mer oder weniger ouzfürlichen anweiſun⸗ gen tzur hochdeutſchen rechtſchreibung verſehen, ja diſes capitel lag in der regel den verfazern gantz beſonders am hertzen. Jeder klagt über die entſetzliche ver⸗ wirrung, die hier ſtattfinde; noch 1691 ſchreibt Caſpar v. Stieler: man habe billig auf aine gewisheit tzu denken und gleichſam ouf den grund tzu fiſchen, wie und warum diſez oder jenez wort alſo und nicht anders tzu ſchreiben ſei, „weil zumal die verdammliche unachtſamkeit bey Gelehrten und Ungelehrten eine grauſame Unordnung eingefürt und durch gemeine Unwißenheit, Misbrauch und Hartnäckigkeit tyranniſcher Weiſe beſtätiget, was wieder die erſte Ankunft der Lettern und Worte offenbarlich ſtreitet, und den Verſtand der Rede und Schrift dermaßen verwirret, daß man billig, zumal bey denen Letzten Willen, Schrifthandlungen, Vergleichen, Bündnüßen und andern Schriften einen Tol⸗ metſcher, ja wol gar einen Gott jezuweilen nötig hätte, der des Schreibers wahre Meinung aus ſolchem Miſchmaſch herausziehen und erleutern möchte. Nun aber die Buchſtaben und Wöͤrter unſerer Gedanken Abbildungen ſeyn, und die Schreibung anders nichts, als ein Vorbild der Worter iſt; ſo ergie⸗ bet ſich von ſelbſten, daß der fladernde Wankelmut von der Schrift entfernet ſeyn müße, wofern wir Hochteutſche nicht die allerelendeſte unter den geſam⸗ ten Völkern der Welt ſeyn, und von denen Ausländern vor tumme und unbe⸗ hobelte Klötze ausgerufen werden wollen.“
Waz aber diſen grammatikern, die in der tat mit viler weisheit und, wie man oft bei Schottel ſiht, mit grozer ſelbſtverleugnung nur den durchſchnitt der geltenden orthographie tzu regeln ſuchten, ergerlicher erſchin als unachtſamkait und misbrauch, daz waren die neuerungen, die nun von allen ſeiten her ouf⸗ kamen und denen, wie ſie wol durchfülten, aigentlich kaine ſprachkenntnis, ſon⸗ dern blozez patriotiſchez gutdünken tzu grunde lag. Schottel ſagt an ainer ſtelle: „In diſer ſprachkunſt iſt in dem meiſten, denen Gründen und vernünftigen Uhr⸗ ſachen, was die Rechtſchreibung betrift, Beifal gegeben, wiewol doch in etzlichen dem beliebten Gebrauche vielmehr, als der natürlichen Gleichförmigkeit der Sprache, man nachgeben müſſen, damit der ſo klügelwillige Argwohn der Neue⸗


