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dreierlai e: ich darf nicht ſagen, die fünferlai, weil die lenge und kürtze der vocale überhaupt nicht betzaichnet werden ſollte. Daz hette mir neher gelegen, u und uo,(oder ue), ü und üe tzu unterſchaiden, alſo ſchuld und guot oder guet, für und küen drucken tzu lazen, doch muſte aine grentze getzogen werden. Weitere bemerkungen über die ſchwebiſche ouzſprache und orthographie des hochdeutſchen verweiſe ich in die anmerkung*; es were noch vil darüber tzu ſagen. Dem gebildeteren ore iſt ez genuz, ouz feinem munde würtembergiſchez hochdeutſch oder ouf dem lande die touſendjerige mundart tzu vernemen. Villeicht hat ſelbſt die bloze orthographie ſo vil antziehendes, daz ſie auch manche unter denen, die ainen nach irer anſicht gleichgiltigen oder in daz gebiet des elementar⸗ unterrichts gehörigen gegenſtand ſonſt gar nicht in betracht biehen würden, dafür gewinnt, ſich aine bitte gefallen tzu lazen, die ain college in betziehung ouf jene kleinigkait an ſie richtet. Denn obwol mir nie klar geworden, tzu welchem tzwecke aigentlich den programmen abhandlungen beigegeben werden, warum namentlich ſeit menſchenaltern ſich hier ſo vile grundgelerte unterſuchungen haben verbergen müzen, gerade als weren ſie um nichts bezer wie jene ſchriften Fridrich Nicolais, von denen Auguſt Wilhelm Schlegel geſagt, daz die Berliner akademie der wizenſchaften ſie, um ſie dem auge dez publicums tzu enttziehen, unter ire aigenen memoiren habe oufnehmen wollen, ſo glaube ich doch verſichern tzu dürfen, daz meine abſicht mit diſen blettern nicht iſt und nicht ſein kann, beleren tzu wollen, ſondern nur tzu bitten, eine bitte, die freilich an alle lerer, tzugleich an alle ſchriftſteller und ſchriftſetzer gerichtet ſein ſollte, aber iren erſten verſuch villeicht recht ſchicklich in der grözeren tzurückgetzogenhait aines ſchulprogrammes macht. Welch aine klainigkait iſt die orthographie, von wie untergeordneter bedeu⸗ tung, wie gleichgiltig, man möchte ſagen, wie unnütz. Daz gaiſtreichſte kann gedacht, geſagt, ja geſchriben werden, one alle kenntniſſe der orthographie; die gröſten menner konnten nicht orthographiſch ſchreiben, wenn ſie uͤberhaupt ſchreiben konnten, und manche können ez auch heute nicht, ſie ſetzen andere * lundart ligen vornemlich in dem baiderſeiti gpeſodeenedie ahdh dernil wel henmaanee llnen u un die ſchwehlſche nicht, ſondern dafür met Krſci 9— mein hous für min hus. Den bas par louten ei und i, on und u der alamanniſchen mundart entſprechen alſo die pare ai und ei, au und ou der ſchwebiſchen, welche bei durchgehendem a auch durch accentuirung des vorherr⸗ ſchenden louts betzaichnet werden könnten: äi und ai, au und au. Diſe loutunterſchaidungen hört man noch etzt durch gantz Wuͤrtemberg biz in die ſchwebiſchen taile Baierns hinein, ouf dem lande wie in der ſtatt, ſo daz kain gebildeter Würtemberger laid wie leiden, auch wie ſtrouch ouzſprechen wird. Ja, ouf dem lande findet ſich auch noch der uralte dritte lout tzu jenem par, nemlich ain ei für langez e und ein agu für engez o: ſei für ſee, ranz für groz. In diſem ei und au ſchlegt kain vocal vor, weder der erſte noch der tzwaite; baide ſind gleich⸗ Fwedend demjenigen mittleren lout vergleichbar, in welchem ſich ainerſeits jene pare in der ouzſprache des nörd⸗ Awehe niderdeutſchlands verainigen, wo man brait von weit, kauf von uf nicht unterſchaidet, und welcher
and its auch dem ſchwebiſchen hochdeutſch in dem beſonderen falle eigen iſt, wo dem vocale ain m oder n folgt⸗ ſo derſzitn Suc denn, traum ouf ſchoum reimen dürfen. 4 9


