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Ez wird vilen gymnaſien nicht übel genommen, wenn ſie ire pro⸗ gramme in ainer fremden ſprache ouzgeben; ich neme mir die freihait, meinen oufſatz bloz in ainer etwaz fremden orthographie tzu ſchreiben. Denn da ortho⸗ graphie der gegenſtand deſſelben iſt, ſo ſcheint ez villeicht nicht unangemezen, wenn ainige ſtuͤcke derſelben, die tzur ſprache kommen ſollen, ſich one weiterez der unmitelbaren anſchauung darbieten. Cz wird mir niemand die abſicht tzu⸗ trauen, diſe orthographie dadurch tzur nachamung empfelen tzu wollen; wie thöricht were ez von jedem, der aine enderung des beſtehenden wünſcht, ainen ſo unwirkſamen angriff ouf daſſelbe tzu machen.
Die von mir angewandte orthographie iſt aine ſolche, wie ſie, in anſehung der vocale, tzu ende des XV. und tzu anfang des XVI. jarhunderts in Ezlingen oder Augsburg hette geſchriben werden können. Waz die conſonanten betrifft, ſo habe ich nach elteſter weiſe 3z für unſer ß und daz ſpeter von guter hand oufgekommene tz für unſer v3 geſetzt, ſo daß tz und z ſich gantz verhalten wie pf und f; aine ſchreibweiſe, die, als ez ſich darum handelte, den baiden louten, die früher ain gemainſchaftlichez tzaichen G) hatten, verſchidene tzu geben, offen⸗ bar daz aintzig richtige traf, werend die herrſchend gewordene, welche daz ain⸗ fache tzaichen G.) für den tzuſammengeſezten lout behielt und ain tzuſammenge⸗ ſetztez(F) für den ainfacheren erfand, ouz aller orthographiſchen analogie herouz⸗ trat und die nachfolgende verwirrung verſchuldete.
Cz ſei mir erlaubt, hier am eingange ſogleich auch noch mit wenigen worten die vocaliſation meiner programmatiſchen orthographie tzu legitimieren. Der⸗ ſelben ligt diejenige ouzſprache des hochdeutſchen tzu grunde, die wir die ſchwe⸗ biſche nennen und die im ſüden und weſten durch die alamanniſche mundart, die grundlage des früheren hochdeutſch, begrentzt wird; doch gibt ſie diſe nur anneherungsweiſe wider, gleich den handſchriften und drucken jener tzeit, denn ainige weſentliche verheltniſſe muſte ich unbetzaichnet lazen, namentlich die
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