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Altertümern aufbewahrt hat, erfahren, für gewöhnlich ziemlich primitiver Vorkehrungen. Bei Paulus s. struppi lesen wir: struppi vocabantur in pulvinaribus fasciculi de verbenis facti, qui pro deorum capitibus ponebantur; und bei demselben Paulus s. capita deorum: capita deorum appellabantur fasciculi facti ex verbenis. Verbenae hiessen aber die zu heiligem Gebrauche angewandten Zweige von Bäumen, die gewissen Göttern als besonders heilig galten, wie Lorbeer, Olbaum, Myrthe und andere. ¹⁰¹½)y„ Wir werden uns also unter den capita deorum solche aus ge- weihtem Laubwerk in ungefährer Form eines Kopfes zusammengesetzte Bündel zu denken haben. die dann wohl durch eine Maske aus Wachs zu einer Art Büste aufgeputzt wurden. So wird uns anschaulich, wenn wir von einem Lect. aus dem Jahre 179 erfahren: Terra movit, in foris pu- blicis, ubi lectisternium erat, deorum capita, quae in lectis erant, averterunt se, lanxque cum integumentis, quae Jovi apposita fuit, decidit de mensa. ¹⁰*) Hiernach scheint es nicht zutreffend wenn Marquardt ¹⁰³⁶) behauptet:„Für den Zweck(der Lectisternien) waren ganze Figuren in der Stellung, welche die accubatio erforderte, unentbehrlich, und diese können nur tragbare, mit Kleidern und Decken drapierte Holzfiguren mit einem aus Marmor, Erz oder Wachs gearbeiteten Kopf gewesen sein.“ Dass man auch ganze Figuren anwandte, ist glaublich, zumal wenn man die Anm. 96 citierte Stelle des Servius in Rücksicht nimmt, aber durchaus nicht selbstverständlich. Marquardt sagt S. 182 Anm. 1, dass auch Preller seiner Ansicht sei. In der mir vorliegenden 3. Ausgabe der röm. Myth. S. 149 steht davon nichts, vielmehr heisst es da:„Die Feierlichkeit bestand darin, dass man den Göttern Pfühle bereitete, auf diese ihre Attribute oder ein Geflecht von Zweigen oder auch ihre Büsten(capita deorum), wahrscheinlich als drapierte Wachsmarken, legte.“ Und die Attribute der Götter scheint man in der That hierbei auch verwandt zu haben. Bei Paulus s. tensa liest man: tensa vehiculum argenteum, quo exuviae deorum ludis Circensibus in circum ad pulvinar vehebantur. Marquardt bemerkt hierzu freilich, die exuviae deorum hätten gar keinen Sinn, wenn sie nicht bekleidete Figuren bezeichneten, und findet daher in dieser Über- lieferung des Festus eine Bestätigung seiner Ansicht. Aber wie sonderbar, wenn der Schrift- steller gesagt hätte:„Kleider der Götter werden gefahren“ und darunter die„bekleideten Götterstatuen“ verstanden wissen wollte. Damit wird wohl dem Worte Gewalt angethan. Denn exuviae(„ab exuendo dictae“ Paul.) ist alles, was aus- oder angezogen wird, die Kleidung, die Spolien der erlegten Feinde, die abgezogene Haut der Tiere, namentlich die Schlangenhaut, ¹⁰⁴) jedenfalls immer etwas Ausserliches, dem der Kern fehlt. Viel näher liegt es daher, auch unter jenen exuviae deorum die den Götterstatuen im Tempel entnommenen ornamenta deorum, die Attribute der Götter zu verstehen, die auf der tensa in den Circus gebracht wurden. ¹⁰⁹⁴)) Wenn nun aber
¹0¹) Serv. Verg. A. XII 120: Verbena proprie est herba sacra sumpta de loco sacro Capitolii, qua coronabantur Fetiales et Pater patratus foedera facturi vel bellum indicturi. Abusive tamen verbenas iam vocamus omnes frondes sacratas, ut est laurus, oliva vel myrthus. Ders. zu Verg. ecl. 8 65: verbenae dicuntur virgulta, quae semper virent, icundi odoris.(Stellen bringt bei Gossrau zu Verg. A. XII 120, wo jedoch Hor. c. I 1 14 zu ändern ist in I 19 14). Donat. zu Ter. Andr. IV 3 11: verbenae sunt omnes herbae frondesque festae ad aras coronandas vel omnes herbae frondesque ex aliquo loco puro decerptae.
132) Liv. XXXX 59.
10³3) Staatsverw. III 181.
104) Isid. orig. XVIII 2 8.
1⁰) So auch Preller röm. Myth. 222. 145. vgl. 109 Anm. 1. Übrigens fasst Marquardt selbst an einer andern Stelle die exuviae als Attribute. III 488.


