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pulvinar setzt eine kostbare und reiche Ausstattuug voraus;*⁴) und wenn Tische und Polster ursprünglich einfache hölzerne Gestelle gewesen sein mögen, so wird auch hier sich bald eine Nachahmung des Griechischen gezeigt haben und nicht nur als gewöhnliches Material Bronze, ja kostbarere Stoffe, wie Gold und Elfenbein, in kunstvoller Arbeit, sondern auch reich verzierte Teppiche oder Pelzwerk angewandt sein. Bei dem lectus waren Pelzdecken von dem Felle der ge- wöhnlichsten Haustiere gewiss ausgeschlossen. Galt es doch auch als ein Zeichen schmutzigen Geizes, als Q. Tubero, der Schwestersohn des jüngeren Africanus, der mit der Ausstattung des dem Volke gegebenen Leichenschmauses für seinen Oheim beauftragt war, niedrige hölzerne Bänke mit „lumpigen Ziegenfellen“ decken liess.²*) Dass man auf eine geradezu luxuriöse Ausstattung Ge- wicht legte, die den sonstigen bestehenden Gebrauch weit überstieg, beweist, dass man gleich das erste Lect.„quam amplissime tum apparari poterat“ veranstaltete. Mensa und pulvinar, welches letztere nicht sehr gross zu sein brauchte,?) waren besonders geweiht und galten als zu- sammengehörig; sie waren ja meist für dieselbe Cärimonie bestimmt.**) Gleich der feststehenden ara hatte die mensa ihren bestimmten Platz im Tempel und durfte nicht ohne besondere Cärimonie gerückt werden,*s) also auch nicht ohne heiligen Zweck aus dem Tempel entfernt werden. Not- wendig wurde dies jedoch, wenn das Lect. ausserhalb des Tempels stattfand, wenn mehreren Göttern gemeinschaftlich die Feierlichkeit galt. Geschah dies nun, so musste, bevor mensa und pulvinar ihren Platz erhielten, die Stelle, wo die Feier stattfinden sollte, erst geweiht werden, wobei jede Gottheit ihren bestimmten Platz haben mochte. Und das ist es vielleicht, was man unter fana sistere verstand(welchen Ausdruck Festus ſs. sistere] erklärt als: lecti- sternia certis locis et diis habere), insofern fanum der abgegrenzte, geweihte Bezirk oder Platz ist. ²³)
Das pulvinar, welches bestimmt war dem Gotte als Ruhepolster zu dienen, wurde nun aufs sorgfältigste ausgestattet, mit weichen Kissen und Decken belegt— es war der Akt, der der ganzen Cärimonie den Namen gegeben hat. Habent dii lectos, sagt Arnobius, ¹⁰) atque ut stratis possint mollioribus incubare, pulvinorum tollitur atque excitatur impressio. Auf dem so vorbe- reiteten lectus fanden nun die Götterbilder ihren Platz; gewiss nicht die in dem Tempel stehende Statue des Gottes, welche unverrückbar war. Auch darf man von vornherein annehmen, dass. wenn wirklich vollständige Götterbilder verwandt wurden, diese unter Menschengrösse waren. Jedenfalls müssen zum Zwecke der Lectisternien entweder besondere Bilder in dem Tempel auf- bewahrt gewesen sein, die zu jeder Feier hervorgeholt wurden, oder im einzelnen Falle solche gefertigt sein. Nun ist es aber keineswegs ausgemacht, dass dies immer wirkliche Statuetten waren, vielmehr bediente man sich, wie wir aus Festus, der uns einen so reichen Schatz von
²⁴) Isid. orig. XX 11 3: pulvinar lectus divitum est.
*³) Cic. pro Mur. 36 75: stravit pelliculis haedinis lectulos Punicanos.
5 ⁰) Serv. Verg. G. III 533: pulvinar est lectulus, in quo deorum statna reclinabatur.
*¹) Macr. Sat. III 11 6: mensa... dedicata in templo arae usum et religionem obtinet pulvinaris.
98) Marquardt, Staatsverw. III 161 Anm. 4.
or) Wenn Paulus in seinem Excerpte aus Festus sagt: sistere fana cum dicerent, significabatur lectisternia certis in fano locis componere, so scheint hierin allerdings die gewöhnliche Bedeutung von fanum= abgeschlossenes Heiligtum, Tempel, näher zu liegen; allein auch hier könnte man erklären: an bestimmten Stellen in dem besonders geweihten Bezirk— der einer grossen Schar Andächtiger Zutritt bieten musste— die einzelnen Polster nebst Tischen aufstellen.
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