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bindung mit dem der Mens angeordnet,¹²) dem Jupiter zu Ehren die ludi magni im Circus in grossartiger Ausstattung veranstaltet, und, was das merkwürdigste unter den neuen piacula ist, es erscheinen zum ersten Male die zwölf olympischen Götter im römischen Culte vereinigt, die dii maiores, gewöhnlich Consentes genannt, wie sie Ennius ann. fr. 45(Vahlen) angibt: Juno, Vesta, Minerva, Ceres, Diana, Venus, Mars, Mercurius, Jovis, Neptunus, Vulcanus, Apollo.
Auf sechs Polsterlagern sind sie in dreitägigem Lect. ausgestellt, paarweise angeordnet: Jupiter und Juno, Neptun und Minerva, Mars und Venus, Apollo und Diana, Vulcanus und Vesta, Mer- curius und Ceres.**) Wenn insbesondere hier Mars mit Venus vereinigt wird, so ist gerade das die griechische Auffassung: der rauhe Kriegsgott wird von der kosenden Liebesgöttin um- armt; eine Vorstellung, die auch ganz den Verhältnissen entsprach, unter denen die Feier ver- anstaltet wurde: die Decemvirn hatten nach Einsicht der heiligen Bücher als Ursache des pationalen Unglücks die unrichtige Vollziehung eines dem Mars dargebrachten Gelübdes erkannt, das nun in ausgiebiger Weise zu erneuern sei.4) um den Zorn des beleidigten Gottes zu besänf- tigen, wurde Venus ihm beigesellt.⁵) Das Erscheinen der Minerva neben Neptun erinnert an die nahe Beziehung des Poseidon wie der Athene zu den Stiftungen der ritterlichen Ubungen und der Seefahrt ⁰).
Das nächste Lect. stand in Verbindung mit einer ueuen Erweiterung der auswärtigen Culte. Im Jahre 205, wo man mit dem grossartigen Wagnis umging, dem grossen Kriege durch IIbertragung nach Afrika eine entscheidende Wendung zu geben, wo geängstete Gemüter mit Besorgnis in die zweifelhafte Zukunft blickten und wieder Prodigien aller Art Beunruhigung und Zweifel mehrten, befahlen die sibyllinischen Bücher, durch eine Gesandtschaft die grosse idäische Göttermutter aus Pessinus in Phrygien einzuholen. Wenngleich die Erinnerung an die Heimat der Aeneassage ein Verlangen nach dem Besitze und der Verehrung der in Vorderasien überaus angesehenen Göttin dem Römer nahe legen konnte, so hatte sie bis dahin doch in Rom noch nicht. öffentliche Anerkennung gefunden. Im Jahre 204 wurde der heilige Stein, welcher bei den Ein-
541) Ov. f. IV 875 f.: Garmine vivacis Venus est translata Sibyllae
inque suae stirpis maluit urbe coli,
wo freilich der Dichter die Zeit und Veranlassung der Weihe des ersten Venustempels in Rom mit der des zweiten Tempels verwechselt und— noch ungenauer— den Eroberer von Syrakus, M. Claudius Marcellus, hiermit in Ver- bindung bringt. Die Venus Erucina ist die griechische Aphrodite, die in Rom ihren Einzug hält. Ihr berühmtes Heiligtum auf dem Berge Eryx hatten die Römer im ersten punischen Kriege lange genug von ferne gesehen, römische Krieger hatten ihren Cult nach Rom und Latium gebracht, wo sie lange privatim verehrt sein mochte, bis jetzt ihr öffentlicher Dienst angeordnet wurde.
⁵²) Liv. XXII 9. 10.
54) Liv. XXII 9 9: inspectis fatalibus libris rettulerunt patribus, quod eius belli causa votum Marti foret, id non rite factum de integro atque amplius faciendum esse.
*s) cf. Klausen, Aeneas und die Penaten 282, wo treffend auf die Auffassung des Verhältnisses von Venus und Mars bei Lucret. I 31— 40 aufmerksam gemacht wird.
³⁶) Preller griech. Myth. I⸗ 178; vergl. Klausen, Aeneas und d. P. 701. Eine etwas gesuchte Erklärung dieser Vereinigung beider Gottheiten gibt Zeyss de ritu Romano 22: Cognomen Neptuni, qui apud Livium Equester audit,— huic deo venerit a mercatoribus, qui Neptuni favore censum ita augere possunt, ut equitibus ascribantur et sic in quandam Castorum et Minervae tutelam perveniant. Itaque in quodam secundi belli Punici lectisternio Neptunus et Minerva eodem pulvinari placantur. Über die Verbindung der Götter dieses Lect. Petersen, Zwölfgötters. II 17.


