Aufsatz 
Über das Lectisternium / Wackermann
Entstehung
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an dieser Stätte das Lect. des Gottes verpönt: Cornelius Balbus 2*ννάνντνινκαη õlibro octavo decimo ait, apud aram maximam ue lectisternium fiat¹s), was Servius*) bestätigt: in templo Herculis lectisternium esse non licebat. Wenn also Hercules unter den Göttern sich befindet, denen seit 399 die neue Cärimonie dargebracht wurde, so geht daraus hervor, dass dem schon eingeführten alten Gotte ein neuer Cult gewidmet wurde, der von dessen uraltem nationalen Heiligtum immer fern blieb.

Der fünfte unter den Göttern des ersten Lect., Mercurius, war der unter diesem Namen zunächst als Schutzgott der mercatura etwa ein Jahrhundert früher aufgenommene griechische Gott Hermes, dem(nach Liv. II 21 und 27) von dem Primipilus M. Laetorius im Jahre 495 an den Iden des Mai der erste Tempel in Rom geweiht wurde. Auch der Beherrscher der Gewässer und der Wunderwelt der Meere, der griechische Poseidon, erscheint in Rom unter dem einhei- mischen Namen Neptunus zuerst bei diesem Lectisternium.

Aus den bisher besprochenen, auf die früheste Zeit bezüglichen Angaben lässt sich folgendes mit Bestimmtheit entnehmen: 1) Das Lect. war vor 399 in Rom unbekannt. 2) Es war veranlasst nicht sowohl durch drohende äussere Gefahren, als durch Bedrängnisse der Bürgerschaft, denen alle ausnahmslos und wehrlos preisgegeben waren. 3) Das Lect. wurde auf Geheiss der sibyll. Bücher Gottheiten dargebracht, die entweder vorher in Rom im öffentlichen Gottesdienste unbekannt waren oder jetzt mit einem neuen Cult bedacht, wurden.

Welche Beziehungen haben nun diese Götter ihrem allgemeinen Wesen nach zu den An- lässen der ersten Lectisternien, zu verheerenden Seuchen? In welchem Sinne rief sie der fromme Römer zur Abhilfe herbei?

Apollo zunächst, der griechiche Sonnen- und Lichtgott, ist als solcher zugleich Heilsgott: eidem attribuitur medendi potestas, sagt Macrobius?¹), quia temperatus solis calor morborum omnium fuga est. Die älteste in Rom übliche Form des Namens, Apello, war den Griechen des südlichen Italiens entlehnt, Anellwr, und in volksetymologischer Auffassung erblickte man hierin die dem Gotte beigelegte Thätigkeit des apellere mala. Der Heilsgott Apollo, der Apollo Medicus, wurde früh allgemein in den Gottesdienst eingeführt: in ihrem vorgeschriebenen Gebete riefen ihn die Vestalinnen unter diesem Namen an¹¹). Den Dienst der Heilung von Krankheiten der Menschen wie der Tiere versah von den alten einheimischen Göttern Mars, zu dem der conservative Land- mann noch zu des älteren Cato Zeit flehte: Mars pater, te precor quaesoque, uti sies volens pro- pitius mihi, domo familiaeque nostrae, uti tu morbos visos invisosque, viduertatem vastitudinemque, calamitates intemperiasque prohibessis defendas averruncesque**). Ein solcher deus averruncus war auch der Apollo dlεsizwzos, der, als man Veranlassung hatte sich nach neuer wirksamer Hilfe umzuthun, im Jahre 399 sein erstes Lect. in Rom erhielt. Gleichzeitig die nach griechischem Mythus mit ihm in engster Verbindung stehenden Leto und Artemis. Ein dεsiααᷣναοα ist aber auch

³s) Macr. Sat. III 6 16; die 25 bezogen sich auf die indigitamenta(Huschke iurispr. anteiust. p. 40, wo auch die Belegstellen über Corn. Balbus).

3⁰) zu Verg. A. VIII 176.

) Sat. I 17 14.

) Macrob. ib.§ 15: eadem opinio sospitalis et medici dei in nostris quoque sacris fovetur; namque virgines Vestales indigitant: Apollo Medice, Apollo Paean.

) Cato r. r. 141.