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discriminaque gentium confundi V 14), wovon die Folge war, dass für das nächste Jahr nur Patricier zu Militärtribunen gewählt wurden.
Die Anlässe zu den nächsten Lectisternien, die wir kennen, waren gleicher Art; und die folgenden 60 Jahre bringen, allerdings in grossen Zwischenräumen, uns deren mehrere. Das zweite wird zwar nicht erwähnt, aber das dritte, vierte und fünfte gibt Livius ansdrücklich an. Im. Jahre 364 v. Chr., dem Consulatsjahre des C. Sulpicius Peticus und des C. Licinius Stolo wurde die Stadt wiederum von einer Pest heimgesucht, die schon das Jahr zuvor gewütet hatte; pacis deum exposcendae causa wurde durch die sibyllinischen Bücher wiederum ein Lect. ange- ordnet. Diesmal erwies sich die den Göttern dargebrachte ausserordentliche Widmung als wirkungslos — die Gewalt der Krankheit wurde nec humanis consiliis nec ope divina gebrochen; man suchte nach einem anderen Mittel, und damals war es, wo zuerst ludi scenici eingeführt wurden²⁴). Im Jahre 349 wurde das 4. Lect. angeordnet zu einer Zeit, wo im Inneren und Aeusseren Friede und Ruhe herrschte: der letzte gefährliche Einfall der Gallier war nach dem merkwürdigen Zweikampf des M. Valerius Corvus durch einen entscheidenden Sieg des Camillus glücklich zurückgeschlagen, die die latinischen Küsten plündernden griechischen Seeräuber vertrieben, der Hader der beiden Stände schwieg, da drang wiederum eine verheerende epidemische Krankheit in die Stadt ein und gab dem Senat Veranlassung die sibyllinischen Bücher durch die Decemvirn²s) einsehen zu lassen, die wiederum den Befehl gaben, ein Lect. zu veranstalten²). Bei dem fünften Lect. im Jahre 326 v. Chr.(zu der Zeit, wo der abenteuernde Alexander von Epirus, der Oheim Alexanders des Grossen, in Unteritalien ein unglückliches Ende fand) wird von Livius ein bestimmter Anlass nicht angegeben; doch wurde auch da die Bürgerschaft vom Zorne der Götter heimgesucht: eodem anno lectisternium Romae, quinto post conditam urbem is dem, quibus ante, placandis habitum est deis*²*); aus welcher Stelle zugleich hervorgeht, dass bis dahin Lectisternien nur den 6 Göttern, denen schon das erste gewidmet war, dargebracht wurden.
Von den Gottheiten, denen die erzählten Lectisternien galten, war zunächst der an erster Stelle genannte Apollo ein entschieden nichtrömischer Gott. Im Jahre 433 war ihm der erste Tempel in Rom gelobts) und 429 vom Consul GC. Julius geweiht*); er lag ausserhalb des Pomoeriums, extra portam Carmentalem, inter forum Olitorium et circum Flaminium, und war trotz des hohen Ansehens, in dem der Apollocult stand, während der ganzen republikanischen Zeit der einzige; erst Augustus erbaute einen zweiten auf dem Palatinus.²⁰) Dass der Name des Apollo in den indigitamenta, den uralten, auf Numa zurückgeführten Gebetsformeln, fehlte, bezeugt ausdrücklich Arnobius¹): non doctorum litteris continetur Apollinis nomen Pompiliana indigitamenta nescire?— Mag somit der Cult des Gottes auch schon früher in Rom nicht unbekannt gewesen, ja mag er
24) Liv. VII 2..
2⁵) C. Licinius Stolo und L. Sextius hatten in ihrem achten gemeinsamen Tribunat das Plebiscit durchgebracht, dass statt der bisherigen Duumvirn Zehnmänner für das Religionswesen, zur Hälfte Plebejer, gewählt wurden.
26) Liv. VII 27.
²⁷) Liv. VIII 25.
28) Liv. IV 25.
²³) Liv. IV 29.
3⁰0) Asc. ad Cic. in tog. cand. p. 91(Or.). cf. Hecker, de Apollinis apud Romanos cultu, diss. Lips. 1879 S. 4 ff.
3¹) II 95.


