Aufsatz 
Burchard II. von Halberstadt, der Führer der Sachsen in den Kriegen gegen Heinrich IV
Entstehung
Einzelbild herunterladen

48

¹9) 1063 am 7. 20. 30. Aug., Stumpf Reichskanzler 2627 29.

²⁰) 1068 am 14. Mai, Schmidt, Urkundenbuch von Halberstadt I. 2 und 3.

21) Auch in seinem Privatleben scheint er darauf Bedacht genommen zu haben sich beliebt zu machen. Denn gewiss ist die Volksüberlieferung vonBuko dem Kinderfreund, an welchen ein noch heute nicht verklungenes Volkslied erinnert(s. Niemann, Geschichte Halberstadts I. p. 177), nicht eine grundlose Fabel; es würe gar zu wun- derbar, wenn sich ohne tatsächlichen Grund eine derartige Tradition im Volksmunde an eine sonst in so wenig mildem Lichte erscheinende Persönlichkeit angeknüpft hätte.

2²²) Wir können deren mit Bestimmtheit vier nachweisen: Burchards Bruder Adelgot und dessen Sohn Werner von Veltheim(Jacobs, Urkundenbuch von Jlsenburg I. 7), einen andern Bruder Lantfried(ebendas. 4) und einen andern Neffen Herrand, den Abt von Jlsenburg, nachmaligen Bischof von Halberstadt. Thiederich, welchen Delius in v. Ledeburs Archiv f. Geschichtskunde d. preuss. Staats V. p. 42 noch als Neffen anführt, ist mindestens zwei- felhaft; denn in der zur Hälfte verstümmelten Urkunde Burchards vom 23. Apr. 1085, wo Delius las: adnitente nepote meo tid....., hat Jacobs, der die Urkunde zuerst vollständig veröffentlicht hat,(Urkundenb. von Jlsenb. I. 5) adnitente nepote meo eiusd..... drucken lassen.

³³) Es ist Torheit, für die Wahl Cadalus und alle aus dem Schisma hervorgehenden Unruhen den König selber verantwortlich zu machen, wie geschehen ist; ein elfjähriger Knabe, und sei er ein Prinz, dessen Erziehung das Bewustsein der höchsten Bestimmung zu wecken sucht, hat andre Dinge im Kopfe als sich um den Streit zweier römischen Bischöfe zu kümmern.

2⁴) III. 34.

25) Hierauf weist auch wohl der Umstand hin, dass Anno, der als Erzkanzler Jtaliens auf die Leitung der Angelegenheiten dieses Landes Anspruch zu haben glaubte, zuerst in einer Urkunde des Papstes Alexander II. vom 23. März 1063(Jaffé Reg. 3384) als Erzkanzler des apostolischen Stuhles erscheint(Giesebrecht, Gesch. d. deut- schen Kaiserz. III. p. 1095). Anno erhielt diese Anerkennung, unmittelbar nachdem Burchard sich seines Auftrages entledigt hatte; Burchard verfuhr also offenbar nach einer von seinem Oheim erhaltenen Anweisung.

²⁰) Gregor schreibt(Jaffé Monum. Gregor. I, 24):antecessorum nostrorum decrevit auctoritas, nisi praesenti personae pallium non esse concedendum.

²*) Jaffé Reg. 3383; die Bulle steht vollständig im Chronicon Halberstadense ed. Schatz p. 36 f. und bei Leuckfeld Antiquitates Halberstadenses p. 680 ff.

²³) Bischof Burchard II. v. Halb., Progr. des Gymn. zu Schwerin 1870 p. 3. Sellin hält Burchards Mitwissen- schaft sogar für zweifellos; ebenso Lindner.

²³²) Anno II. der Heilige; Leipz. 1869 p. 28.

³⁰) Sudendorf Reg. I. 4. p. 7:Osenebrugensis episcopus a Rege missus se et Magontinum atque Halberstatensem episcopos mediatores fuisse asseruit, eum(i. e. Pibonem) invitum et non nisi illorum consilio suscepisse affirmat. Dass Pibo 1069 in das Bistum Toul einrückte, berichtet Lambert z. d. J. Auch bei einer königlichen Schenkung an einen treuen Anhänger Heinrichs, Eppo von Zeitz-Naumburg, erscheint Burchard um diese Zeit als Intervenient, merkwürdigerweise zusammen mit einer ganzen Reihe seiner späteren Mitverschwornen. Stumpf. Reichskanzler Bd. III, p. 446(Acta imperii adhuc inedita no. 315), vom 18. Okt. 1068.

) Chron. Halberst. ed. Schatz p. 34 f.

) Burchard hatte sie selber im Jahre 1063 zu Goslar geweiht(s. Weiland, Chronologie der älteren Aebtis- sinnen v. Quedl. u. Gandersh., Zeitschr. d. Harzvereins 1875 p. 478), scheint aber auch später gute Beziehungen mit ihr unterhalten zu haben, da er sich öfters in Quedlinburg aufhielt.

33) Die Jahrbücher von Altaich, voll Sympathien für Heinrich, machen aus diesem Vorgange eine weitver- zweigte Verschwörung, von der Lambert nichts weiss. Zwölf Fürsten der Franken und Sachsen seien zu einer Verschwörung wider den König zusammengetreten, Teti und Adelbert aber haben nur als die bestellten Aufwiegler gewirkt. Nachher heisst es: der König tat, als wisse er von weiteren Feinden nichts, obwohl sie ihm von jenen beiden namhaft gemacht waren, da es ihm gefährlich dünkte, so viele Reichsfürsten sich zu gleicher Zeit zu Feinden zu machen. Wollte man der historischen Phantasie die Zügel schiessen lassen, so liessen sich auch hier wieder allerhand nicht gar zu fern liegende Folgerungen gegen Burchard machen.

) Die Liutizen oder Wilzen bestanden aus den vier Stämmen Kyecinen, Circipanen, Riaduren und Tholenzen, welche auf beiden Seiten der Peene, besonders südlich derselben wohnten. Helmolds Chronik der Slaven I. 21.

3⁵) Lambert 1056. Sächs. Annalist z. dems. J.

36) Adam v. Bremen III. 50; ebenso Helmold I. 24.

7