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über die Ausdauer, mit der die Untertanen des Halberstädters ihrem Führer stets in den Kampf folgten; aber noch mehr muss man den Mut und die Geistesstärke dieses Mannes bewundern, zu- mal wenn man erfährt, dass er ungefähr schon seit dem Jahre 1080 von Gichtbeschwerden so arg heimgesucht wurde, dass er nur in einer Sänfte oder zu Wagen das Haus verlassen konnte. ¹ ¹¹) Welcher Mut und welche Willenskraft, aber auch welcher Grad von feindseligem Hass gehörte dazu, bei solchem körperlichen Zustande nicht zu verzagen, immer von neuem die Empörung gegen den Herrscher zu schüren, den Strapazen des Krieges immer von neuem sich zu unterziehen, weit- hin ins Ausland zu fliehen, um nur nicht dem verhassten Feinde begegnen und von ihm Verzeihung erflehen zu müssen und um neue Bundesgenossen, wo die alten den Dienst versagen, zu werben! Musten sich auf einen so unerschütterlichen Kämpfer nicht alle Hoffnungen der St. Peters Getreuen richten? ist es zu verwundern, wenn solches Beispiel ausdauernden Widerstand des Volks mehr als anderswo anfeuerte?
Das Glück wandte sich Burchard wieder zu; der Kaiser geriet, nachdem er im Anfange des Jahres 1086 unverrichteter Sache aus Sachsens Grenzen hatte weichen müssen, in harte Be- drängniss, denn auch in Süddeutschland regte sich der Aufruhr. Waltram schreibt auch für diese neue Bewegung wie für die Vereitelung der Friedensverhandlungen nach Heinrichs letztem Zuge gegen Sachsen die Hauptschuld den im Widerstande verharrenden sächsischen Bischöfen zu. ¹¹²) Noch einmal kam eine grosse Koalition zu Stande zwischen Sachsen und Schwaben, ein Haupt- schlag sollte, nachdem man sich des noch in den Händen der Kaiserlichen stehenden Würzburg bemächtigt, gegen den Kaiser geführt werden. Bei einem solchen Unternehmen durfte Burchard nicht fehlen; die Gebrechen und Schmerzen eines Körpers überwindend, führte er selber wieder seine Krieger ins Feld. Die Sachsen plünderten im Vorbeiziehn die Abtei Hersfeld;“¹⁷) die Bischöfe hatten Rache zu nehmen, dass der Abt Hartwig es gewagt hatte in das Bistum eines der Jhrigen einzudringen und dass es seiner Bemühung für den Kaiser gelungen war, unter Sachsen und Thüringern Spaltungen hervorzurufen und manchen von dem Anhange des Gegenkönigs abwendig zu machen. Hier war es, wo der Hersfelder Waltram Gelegenheit hatte, den Schattenkönig Her- mann in seiner kläglichen Ohnmacht, die Bischöfe Burchard und Hartwig in der ganzen Fülle ihres Glanzes und Ansehns, als Leiter der Regierung zu finden. Am 11. Aug. 1086 fiel bei Bleich- feld im Würzburgischen die Entscheidung, durch den Verrat der Kölner und Utrechter Vasallen erhielt Heinrich eine schwere Niederlage, die zu seinem Glücke die Gegner nicht zu benutzen ver- standen. Die Feinde begnügten sich mit dem grossen Waffenerfolge und kehrten nach Hause zurück, während Heinrich, dessen staunenswerte Tatkraft sich gerade unter den schwersten Schlägen des Schicksals so oft bewährte, alsbald Würzburg zurückeroberte, und eine kaiserliche Partei auch in Baiern wieder kühner ihr Haupt emporhob. Dennoch regte sich von neuem das Bedürfniss nach Frieden aufs lebhafteste: zu Speier sollte am 1. Aug. 1087 eine Versöhnung zwischen Kaiser und Fürsten zu Stande gebracht werden. Schwerlich wird Burchard an dem Fürstenrate teilge- nommen haben; auch jetzt noch hielt sich König Hermann bei ihm in Sachsen auf, und er suchte ihn als den rechtmässigen, von der Kirche anerkannten König aufrecht zu erhalten, so wenig er selber ihm freie Hand als Souverän lassen mochte. Jedesfalls war es ganz nach seinem Sinne, dass der Tag zu Speier erfolgslos verlief, da Heinrich sich weigerte, den über ihn verhängten Bann, den gerade jetzt der neu gewählte„katholische“ Papst Viktor III. bestätigte, anzuerkennen und sich von ihm zu lösen. Eine von Heinrich in Folge dessen noch auf das Ende des Jahres gegen Sachsen angesagte Heerfahrt fand auch Burchard wieder an seinem Platze; er begleitete, in einer


