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heiligen Stuhles sich Heinrich widersetzten, welche keine Gemeinschaft mit ihm zu machen ge- schworen hatten, die nennen ihn, der von einem Gebannten geweiht war, jetzt Kaiser; fast ganz Sachsen fordert auf Verabredung den Gebannten jetzt mit ebenso grossem Eifer, als der war, mit dem es früher den noch nicht Gebannten vertrieb. Vergeblich ist das Eifern Burchards und seiner Genossen— sie predigen tauben Ohren.— Auch die Botschaft von dem Tode Gregors— der bis zu seinem letzten Athemzuge in eiserner Festigkeit bei seinen Grundsätzen ausharrende Mann war am 25. Mai 1085 fern vom Sitze Petri gestorben— konnte nicht ermutigend wirken bei dem ohnchin schwankenden Volke. Bernold sagt ausdrücklich dass nach Gregors Abscheiden viele Sachsen von der Kirche abfielen und den Kaiser Heinrich wieder annahmen; ausser wenigen Für- sten blieben nur die Bischöfe dem Könige Hermann treu,„sie wollten lieber ihre Würden ver- lieren als mit Gebannten Gemeinschaft haben.“ Heinrich mochte die ihm günstige Stimmung nicht vorübergehen lassen, um seine Macht zu völliger Anerkennung zu bringen; Ostsachsen, das Ar- peitsfeld Burchards und Hartwigs, war es, wo noch immer seine Feinde ihren Sitz hatten, wo man den sogenannten König Hermann dem gekrönten Kaiser vorzog. Und kaum war die Zeit des von beiden Parteien angenommenen Gottesfriedens, eine Woche nach Pfingsten, ¹⁰⁸) vorüber, so unter- nahm er einen Kriegszug gegen die Gebiete der renitenten Bischöfe. Das Heer Hermanns wurde zurückgedrängt, Burchards Bistum verwüstet, der Bischof selber zu schleuniger Flucht genötigt; auch Iartwigs Erastift wurde mit Krieg überzogen. Beide Bischöfe, Burchard wie Hartwig, musten sich über die Elbe zurückziehn, ihr König Hermann floh mit ihnen. Unsere Quellen berichten, dass sie bis zu den Dänen ihre Flucht fortgesetzt hätten; wollten sie hier dem siegreichen Kaiser neue Feinde werben?— Heinrich besetzte die schon durch den Spruch der Mainzer Synode, nun auch tatsächlich erledigten Bistümer mit Männern seines Anhangs: an Hartwigs Stelle erhob er den Hersfelder Abt gleiches Namens, für Burchard fand sich Ersatz in seinem eignen Hochstift— ein neues Anzeichen, wie Burchard in seiner nächsten Umgebung Gegner zählte—; Hamezo, ein Halberstädter Canonicus, Oheim des Grafen Ludwig von Thüringen, wurde in das verweiste Bis- tum eingesetzt. Von Magdeburg, wo der Kaiser mit Pomp empfangen worden var, ergiengen diese Verfügungen. Die Sachsen, deren Gebiet durch den Krieg heimgesucht war, insbesondere der un- zuverlässige Ekbert, sicherten dem Kaiser eidlich Treue und Gehorsam zu; Heinrich glaubte jetzt seine Macht gesichert und entliess das Heer: aber kaum waren zwei Monate vergangen, so fielen die Treulosen den aus der Ferne zurückkehrenden Bischöfen, die von dem Abzuge des Heeres Kunde bekommen, wieder zu, Heinrich war genötigt Sachsen zu verlassen, die eben eingesetzten Bischöfe musten flüchten. ¹⁰³⁹%) Ein im folgenden Winter, Ende Januar 1086, begonnener Zug— wieder war er gegen die im Widerstande verharrenden Bischöfe Ostsachsens gerichtet, die in dem abtrünnigen Ekbert, dessen Ehrgeiz sie zu schmeicheln wusten, einen vortrefflichen Bundesgenossen fanden— gieng bis an die Bode, aber der Eintritt der Fastenzeit und mit ihr der Beginn des Gottesfriedens nötigte zur Niederlegung der Waffen, bevor eine Entscheidung gegen das wohlge- gerüstete Heer der Aufständischen hatte herbeigeführt werden können. Ekbert von Meissen, der am 7. Febr. von einem Fürstengericht zu Wechmar(südöstl. von Gotha) als Reichsfeind in die Acht erklärt und seiner Güter beraubt worden war, 1¹⁰) schloss sich nur um so enger an die dem Kaiser feindlichen Bischöfe an.— Burchards Bistum hatte unter diesen fortgesetzten Kriegsdrang- salen unsäglich zu leiden; gegenüber der Not, die die Verwüstungen des letzten Jahres seinen Un- tertanen gebracht hatten, suchte er sie zu immer neuem Widerstande zu entflammen; sein Feuer- eifer führte sie auch immer wieder in den Kampf, ins Verderben. Man muss in der Tat erstaunen


