Aufsatz 
Burchard II. von Halberstadt, der Führer der Sachsen in den Kriegen gegen Heinrich IV
Entstehung
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löblichen Vorgehn des Bischofs von Lüttich seine Zustimmung gegeben. Aber zuerst wollte er Unterwerfung seiner früheren Widersacher, volle Anerkennung seiner Autorität, um so mehr, da er in erhöhtem Glanze über die Alpen zurückkehrte. Was Burchard anlangte, so hatte Heinrich sich getäuscht, wenn er meinte, dass der letztere Umstand die Feinde gleich in seine Gewalt geben müsse. Heinrich errang bei seinem Eintritte in Deutschland glückliche Erfolge; schon nach wenigen Monaten konnte er Schwaben und Baiern wieder sein eigen nennen. Am 4. Oktober war er in Mainz, um das seit Siegfrieds Tode(17. Febr. 1084) erledigte Erzbistum neu zu besetzen. Ein glückliches Geschick liess ihn einen vor vielen geeigneten Mann finden für die einflussreiche Stellung: es war ein früherer Untergebener und Genosse Burchards, ein Halberstädter Domherr, namens Wezel, der, der ewigen Wühlereien und Parteiumtriebe seines Bischofs müde, sich aus Ilalberstadt entfernt und der Sache des Kaisers angeschlossen hatte, ein Mann, dem auch seine Feinde den Ruhm eines vorzüglich gebildeten Prälaten nicht absprachen. ¹⁰⁴) Es ist gewiss ein Beweis dafür, dass Burchards Einfluss zu wanken begann wenngleich seine rastlose Tätigkeit dieselbe blieb, wenn ein Mann von Wezels geistiger Bedeutung der Sache des Parteiführers un- getreu geworden War. Bernold*⁰˙⁵) nennt ihn dafür einenentlaufenen Mönch des Halberstädter Bischofs, der dem Kaiser in jeder Verstocktheit gegen Gott und den heiligen Petrus als ein un- ermüdlicher Helfershelfer beigestanden; und obwohl schon längst verflucht und von Verfluchten erwählt, sei er nichtsdestoweniger von den Verfluchten non consecratus sed execratus. Heinrich bedurfte eines mit den sächsischen Verhältnissen genau vertrauten Gehilfen; denn Sachsen hatte er noch niederzuwerfen, dort war noch der Heerd des Widerstandes. Das wuste auch Gregor sehr wohl, dass hier seine treuen Anhänger aushielten; hatte er doch seit seinem Unglücke zu Rom, aus dem ihn nur die rohe Tapferkeit Robert Guiscards und seiner Normannen gerettet hatte, die Erfahrung machen müssen, wie die Schar seiner Getreuen jenseits der Alpen bedenklich zusam- menschmolz. Und einer kurz nach Weihnachten 1085 zwischen den kaiserlichen und gregorianischen, namentlich den sächsischen Bischöfen zu Berka abgehaltenen Synode, auf welcher das Recht des Kaisers und die Möglichkeit eines Verkehrs mit ihm als einem Gebannten erörtert werden sollte, wohnte ein päpstlicher Legat bei, Otto von Ostia, der geschickteste und rührigste der gregoriani- schen Sendlinge, der nachmalige Papst Urban II. Am 20. Januar kamen die Bischöfe von beiden Seiten in dem kleinen thüringischen Orte zusammen. Nur wenige Bischöfe, ausser den sächsischen, waren von der päpstlichen Partei zugegen; desto zahlreicher erschienen jene, die den Kaiser ja weder als Kaiser noch als König anerkennen konnten. Dass Männer wie Burchard der von dem Mainzer Erabischof, dem einstigen Untergebenen des Halberstädters, aufgestellten Meinung, der Papst habe den Kaiser nicht bannen dürfen, der Bann sei also ungiltig, nicht beitreten konnten, ist klar; die Synode gieng resultatlos aus einander. Dennoch waren einige der sächsischen Grossen schwankend geworden; am andern Tage hielten Sachsen und Thüringer noch eine Sonderversamm- lung, in der sie den Bischof Udo von Hildesheim und einige andre Fürsten mit ihm geradezu des Landesverrates beschuldigten; die stürmische Verhandlung führte zu groben Tätlichkeiten, Udo und sein Bruder wurden zur Flucht genötigt, ein Graf Dietrich sogar erschlagen. Udo begab sich nach Fritzlar zu leinrich und söhnte sich mit diesem aus; doch folgten dessen Beispiele und Ueber- redung eine grosse Anzahl der süchsischen Fürsten, namentlich nachdem Heinrich die Zusicherung gegeben hatte, dass, wenn sie ihn in der ererbten Herrschaft anerkennen würden,er ihnen nie- mals jenes Recht das salische verkümmern werde, welches sie seit der Zeit ihres Eroberers Karl für das geeignetste und herrlichste gehalten hätten. Je mehr das Anschn des Kaisers in