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Burchard fast unausgesetzt in Hermanns Begleitung, der sich der Leitung der bischöflichen Partei um so willenloser fügte, als er sehr bald inne werden muste, wie wenig er der ihm zugefallenen Aufgabe gewachsen war. Dem neuen Könige der Sachsen wurde indes seine abhängige, ohnmäch- tige Stellung nicht selten schmerzlich fühlbar. Als einst der nachmalige Bischof Waltram von Naumburg als Hersfelder Mönch ins sächsische Lager kam, um für seine durch den Krieg bedrohte Abtei den König um Schonung zu bitten, erklärte ihm dieser:„Von mir erwartet keine Hiffe, ich habe nicht die Macht mir selber zu helfen.“ Waltram erzählt, wie ihm Hermann bei dieser Gelegenheit nicht im geringsten den Eindruck eines auf eignen Füssen stehenden Mannes, geschweige eines Königs gemacht habe; nicht einmal zu den Beratungen, welche die Grossen im Lager pflogen, wurde er zugezogen; die Führung des Heeres hatten Markgraf Ekbert und die beiden Söhne des Nordheimers, die Leitung der öffentlichen Angelegenheiten lag in den Händen Burchards und Hartwigs.²²*) In wessen Interesse sie ihre Tätigkeit geltend machten, ist leicht einzusehen; unter dem Namen des Scheinkönigs wurde Reichsgut vergeben, die Macht der Bischöfe und ihrer Länder erweiterte sich, für sein Hochstift war Burchard wohl bedacht. Auf seine Veranlassung schenkte der König Hermann zum Dank für„ergebene und treue Dienste unsers geliebten Burchard“ der Hal- berstädter Kirche drei durch Aussterben der erblichen Besitzer erledigte Güter in den Dörfern Hathisleben(wahrscheinlich das jetzige Hedersleben), Oschersleben(Klein Oschersleben) und Pe- seckendorf(im Magdeburgischen). Die noch erhaltene Urkunde ist datirt aus Goslar vom 13. Apr. 1083.¹⁰⁰)
Es ist sehr bezeichnend, dass Burchard in dieser Zeit, wo sein Feind fern war und die Bekämpfung desselben ihn weniger unmittelbar in Anspruch nahm, Musse fand, sein Bistum mit geistlichen Stiftungen auszustatten. Burchard zeigt wie irgend einer seiner Zeitgenossen den durch sein Jahrhundert gehenden Zug: mit einer oft den weltlichsten Zielen nachgehenden, ruhelosen, ja wilden Tätigkeit eine zur Schau getragene äussere Frömmigkeit zu verbinden; er bietet in dieser Beziehung manche Momente zur Vergleichung mit seinem Oheim Anno; wie dieser konnte er nicht ablassen bei den Geschicken des Reichs seine Wirksamkeit in die Wagschale zu legen, wie dieser war er ein eifriger Förderer klösterlicher Einrichtungen und klösterlicher Zucht. Aus dieser Zeit, wo Heinrich sich mit blutigen Opfern den Eintritt in Rom erkämpfte, rührt die Gründung des Kollegiatstiftes Petri und Pauli in Halberstadt(auf dem jetzigen Paulsplan), das er mit Augustiner Chorherren besetzte, ⁰*) vom 1. Nov. 1084 ist der Stiftungsbrief des Klosters Huisburg datiert, ¹⁰) das in den letzt vorhergegangenen Jahren seinen inneren Ausbau nach der Benediktiner Regel vollzogen hatte, Burchards Hauptstiftung, das schon jetzt reichlich ausgestattete Kloster Jlsenburg, schritt der Vollendung entgegen. ¹⁰³)
Die Rückkehr Heinrichs aus Jtalien, der am Palmsonntage 1084 seinen Papst endlich zum römischen Bischof hatte weihen sehen und danach von diesem am Ostertage(31. März) die Kai- serkrone erhalten hatte, rief den Bischof Burchard wieder auf sein altes Wirkungsfeld. Man hatte indessen im deutschen Reiche angefangen des ewigen Haders müde zu werden; überall fühlte man das Bedürfniss eines festen Friedens. Der Versuch eines kaiserlich gesinnten Bischofs, Heinrichs von Lüttich, seinem Bistum durch einen Gottesfrieden die innere Ruhe wieder zu geben, hatte in vielen Teilen des Reichs Anklang und Nachahmung gefunden. Auch in Sachsen wurde zu Ostern 1084 ein Gottesfriede festgesetzt; auf einem Tage zu Goslar, wo die Getreuen des Papstes zusam- menkamen, wurden unter König Hermanns Vorsitz die Massregeln verabredet. Nicht minder war Kaiser Heinrich für Aufrechterhaltung des Friedens; mit Freuden hatte er von JItalien aus dem


