Aufsatz 
Burchard II. von Halberstadt, der Führer der Sachsen in den Kriegen gegen Heinrich IV
Entstehung
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Die päpstliche Politik drang auf einen Konvent, wo durch die Legaten des apostolischen Stuhles zwischen Heinrich und Rudolf entschieden werden sollte; allein da der König, wie leicht erklärlich, sich weigerte, den Aufständischen durch Stellung von Geiseln Sicherheit zu bieten, die Sachsen ihrerseits gegen den Papst misstrauisch wurden, so wurden die Friedensbestrebungen ver- eitelt. Dem Unwillen seiner Landsleute über die binhaltenden Vermittlungsversuche der päpstlichen Legaten gibt der sächsische Kleriker Brunoꝰ⁵⁵) unverhohlen Ausdruck, indem er sagt:Apostolische Machtboten kamen häufig zu beiden Teilen, und indem sie bald uns bald unsern Feinden aposto- lische Begünstigung zusagten, nahmen sie nach römischer Weise von beiden so viel Geld, wie sie nur zusammenbringen konnten. Und auch die Briefe, welche die sächsischen Bischöfe an den Papst sandten, voll eindringlicher Mahnungen, endlich aus seiner schwankenden Stellung heraus- zutreten, zeugen von ihrer gereizten Stimmung gegen Gregor.²³⁶) Heinrich, der Süddeutschland völlig gesichert, konnte sich jetzt wieder gegen die Sachsen wenden; ein rascher Winterfeldzug sollte auch hier eine Entscheidung herbeiführen. Aber noch immer war das Kriegsglück ihm nicht hold; am 27. Jan. 1080 wurde sein Heer in der Schlacht bei Flarchheim südlich von Mühlhausen, nicht weit von der Stelle, wo er im Jahre 1075 seinen entscheidenden Sieg erfochten hatte, zur Flucht genötigt. Heinrichs Sache war, nach der glücklichen Lage des Vorjahres, wiederum aufs äusserste gefährdet. Und eines weiteren Erfolges konnten sich die Führer der Sachsen rühmen: dem Drängen Rudolfs und der sächsischen Bischöfe, die sofort nach dem glücklichen Ausgange der Schlacht Meldung nach Rom sandten, widerstand Gregor nicht länger: am 7. März, am Schlusse der grossen Fastensynode, wurde von neuem der Bannfluch gegen Heinrich und seine Anhänger geschleudert. Freilich, der Bann machte im Reiche dies Mal nicht mehr den Eindruck wie 1076; die Parteiverhältnisse hatten sich inzwischen soweit geklärt, dass weder die Zahl der Anhänger wesentlich geschwächt noch die der Gegner vermehrt wurde; wohl aber trat der bedeutungsvolle Wendepunkt ein, dass von nun an eine Aussöhnung zwischen König und Papst unmöglich war. Am 25. Juni 1080 liess Heinrich auf der Synode zu Brixen den Papst Gregor VII. für abgesetzt erklären; an seine Stelle wurde gewählt Wibert, Erzbischof von Ravenna, der den Namen Cle- mens III. annahm. Heinrich hatte die Synode zu Brixen kaum verlassen, als er von neuem An- stalten traf zur Bekämpfung Rudolfs und der Sachsen; er versprach sich viel von der Einwirkung, welche die Brixener Beschlüsse auf die Gemüter machen würden; aber das Kriegsglück erst muste entscheiden, ob dieselben allgemeine und dauernde Anerkennung finden würden oder nicht.

Auch die Sachsen feierten nicht; gegen den vom Papste wiederum Gebannten, gegen den Schismatiker liess sich ja jetzt erst recht das Volk aufreizen, und in grosser Zakhl scharte es sich, Adel wie Landbevölkerung, um seine Führer, die Bischöfe Burchard und Hartwig und ihren König. Wieder war es an der Unstrut, dem Flusse, an dessen Ufern schon so viel Blut geflossen in diesen Kriegen, wo die Sachsen das Heer Heinrichs erwarteten. Mit Geschick lockte dieser die Sachsen aus ihren günstigen Stellungen und veranlasste sie ein andres Schlachtfeld aufzusuchen; er wandte sich nach Osten, und so gelangten beide Heere, im Flankenmarsch einander begleitend, durch das Bistum Naumburg bis an die Ufer der weissen Elster. Endlich kam es zur Schlacht, am 15. Ok- tober, dem für beide Teile verhängnissvollen Tage von Hohen-Mölsen: dem Könige Heinrich kostete er den Sieg, als ihn sein Heer schon fast errungen zu haben glaubte, den Sachsen ihren König, von dessen tödtlicher Verwundung sie erfuhren, als sie voll Siegesjubel und mit Beute beladen in ihr Lager zurückkehrten.

Schwer wog des Königs Niederlage; dennoch war nicht eine völlige Entscheidung gegen