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Burchards rührige Tätigkeit auf dem, wie wir sahen, nur zu gut vorbereiteten Felde, hatte die günstigsten Erfolge: bald sah er neben sich an der Spitze des Volksaufstandes sieben Bischöfe Sachsens und Thüringens und elf der mächtigsten weltlichen Fürsten aus denselben Landen, deren Dienstmannen selber ebenso wie die freien Bauern mit Begeisterung dem Plane der Erhebung ihre Hilfe liehen. So reicher Erfolg war wohl geeignet, dem ruhelosen Manne immer neuen Mut und neue Kraft zu geben.
Im Juni, wissen wir, kehrte Heinrich aus dem wieder beruhigten Oberdeutschland zurück; auf den 29. Juni wurde ein Landtag der sächsischen Fürsten in Goslar festgesetzt. Zahlreich er- schienen sie und jeder mit grossem Gefolge, das in der Nähe der Kaiserpfalz sich lagerte; aber sie waren nicht gewillt vom Könige Vorschläge oder Aufträge in Empfang zu nehmen, sie beab- sichtigten selber dem Könige Bedingungen zu stellen. Befreiung von dem Zuge gegen Polen, Niederreissung der Burgen, Wiedereinsetzung der geächteten sächsischen Fürsten, Teilnahme der Fürsten an der Reichsregierung, das war der Preis, um den sie ihm Treue und Unterwürfigkeit gelobten, aber so wie sie„freien und in einem freien Reiche geborenen Leuten“ zukäme; ja sie entblödeten sich nicht, dem Könige über sein Privatleben Vorhaltungen zu machen, das sie vollends nichts angieng. Heinrich sah die Gefahr, in der er schwebte, da er, nur von geringem Gefolge begleitet, nicht im Stande war der Gewalt Gewalt entgegenzusetzen. Er gab eine ausweichende Antwort, um nur Zeit zu gewinnen. Mit Mühe beschwichtigte Burchard, unterstützt vom Mark- grafen Teti von der Lausitz und einigen Andern, denen es nicht an ruhiger Ueberlegung fehlte, das stürmische Verlangen der Mehrzahl, nun gleich mit offener Gewalt vom Könige bestimmte Zu- sicherungen zu erpressen.?5⁰) Ein so voreiliger und völlig planloser Schritt konnte sie um alle Sympathien bringen bei den Oberdeutschen, ja diese selbst, die sich in der Gegend von Mainz schon sammelten, anstatt gegen Polen gegen Sachsen führen. Dennoch durfte Heinrich es nicht aufs äusserste ankommen lassen. Es war wahrlich nicht übermütiger Hohn, wenn er sich den allerdings auf seinen Ruf zusammengekommenen Fürsten durch heimliche Entfernung nach der Harzburg, seiner starken Feste, entzog. Hier stand er ihren ungestümen Forderungen wenigstens nicht wehrlos gegen- über. Die Fürsten, die sich in ihren Hoffnungen getäuscht sahen, zogen nach der erregten Volks- versammlung zu Ialdensleben, von der wir oben schon erzühlten, mit grosser Heeresmacht— Lambert berichtet, dass schon bei Goslar mehr als 60000 Mann gestanden hätten— in Eile vor die Harzburg. Sie wurde umzingelt, die von dort fortführenden Waldwege besetzt, alle Anstalten zu einer förmlichen Belagerung getroffen. Ieinrich, der sich in der wohl besetzten und ziemlich ausgedehnten Bergfestung sicher geglaubt hatte, betrat den Weg der Unterhandlungen. Aber so- wenig Berthold von Kärnthen, welcher sich in eigner Angelegenheit an Heinrichs Hof begeben hatte, als die den König treu pegleitenden Bischöfe Eppo von Zeitz und Benno von Osnabrück, welche gleich Liemar von Bremen für ihre Weigerung dem Aufstande beizutreten aus ihren Diözesen ver- trieben waren, vermochten die aufgeregten Gemüter zu beruhigen; sie hörten nur die Wiederholung der Klagen von Goslar. Selbst die Sendung des Bischofs Friedrich von Münster, welcher sich ge- rade bei Heinrich befand und, ein Bruder des Markgrafen Teti und früherer Magdeburger Domherr, den Häuptern der Verschwörung persönlich näher stand, blieb erfolglos. Wenn wir ihn bald darauf in der Reihe der Verschworenen aufgezäühlt finden, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass er bei Ge- legenheit dieser Gesandtschaft durch Burchards Ueberredung umgestimmt und als Bundesgenosse gewonnen wurde. Mit Besorgniss sah Heinrich die Gefahr um so mehr wachsen, je näher der für den Auszug gegen Polen bestimmte Tag heranrückte. Sollte er die um Mainz und Hersfeld sich


