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nur bei persönlicher Bewerbung in Rom zugestanden zu werden pflegte²⁰) und um welche sich gerade damals der Erzbischof von Mainz, Burchards Metropolit, vergeblich bemüht hatte.„Opus ministerii tui—,“ heisst es in der Bulle Alexanders vom 13. Jan. 1063, ²7)„cum omni gaudio suscepisti; itaque post susceptum lagationis obsequium semper unanimis uno spiritu et sincera affectione pro nobis ac romana ccclesia nobiscum sollicitus fuisti.“— Ob Burchard, der gewiss von der Partei Hildebrands als brauchbar erkannt werden muste, schon damals in be- stimmte Beziehung zu dem eigentlichen Lenker der katholischen Kirche trat und von diesem als Bundesgenosse geworben wurde, ist wohl möglich, aber keineswegs erweislich; in den im Registrum Gregors, des Papstes, erhaltenen an Burchard gerichteten Briefen fehlt dazu jeder Anhalt, und zwar so sehr, dass wir nicht im entferntesten zu dem Schlusse berechtigt sind, als habe einst ein be- sonders vertrautes oder auch nur näheres Verhältniss zwischen Burchard und Hildebrand stattge- funden. Es würde das eine ebenso müssige Vermutung sein wie die Sellins, ²s) dass Burchard bei dem Raube des königlichen Knaben zu Kaiserswerth beteiligt gewesen sei, oder wie die Lindners, ²⁹) dass Burchard bei der Verschwörung zum Sturze der Kaiserin den Vermittler zwischen Anno und Otto von Nordheim abgegeben, ja diesen selbst erst zur Teilnahme an der Verschwörung vermocht habe. Bei dem Mangel jedes annähernd positiven Zeugnisses können wir das nicht wissen; wozu also sich in Vermutungen ergehen? Eins aber muss notwendig die Folge von der geschickt aus- geführten Sendung Burchards gewesen sein: dass seine Stellung zu Anno und dessen Partei, der er einen so grossen Dienst geleistet, eine noch intimere wurde und dass sein Ansehn auch bei den übrigen Reichsfürsten stieg.
Eine wesentliche Stütze im östlichen Sachsen erhielt Burchard um diese Zeit— 1063— durch die Erhebung seines Oheims Wezel, des Bruders Annos, zum Erzbischof von Magdeburg, eines Kirchenfürsten, der gleichfalls ein eifriger Parteigänger der Sachsen wurde, allerdings bei weitem nicht die Energie und den unbeugsamen Charakter seines Neffen besass. Die Beförderung Wezels war eine der letzten Regierungshandlungen Annos, bevor er die Vormundschaft des Königs an Adalbert von Bremen abzutreten genötigt war. Mit dem Rücktritte Annos verschwindet auch Burchard auf einige Zeit, während vorher wie nach Adalberts Sturze— 1066 zu Tribur— sein Name in verschiedenen königlichen Urkunden uns entgegentritt, ein Beweis, in wie naher Beziehung er stets zu dem Kölner Erzbischof blieb. Indessen zeigt sich keine Spur, dass Burchard in der ganzen Zeit bis zum Ausbruche des grossen Sachsenaufstandes 1073 mit dem Könige irgendwie zerfallen wäre; er empfieng Beweise königlicher Gnade genug, war bei Iofe selbst nicht ohne Einfluss, den er geltend machte, auch wo es nicht blos seine Person oder sein Bistum betraf, wie denn durch seine und einiger andern Bischöfe Verwendung im Jahre 1069 die Erhebung des königlichen Kanzlers Pibo auf den bischöflichen Stuhl von Toul erfolgte. 5⁰) Und auch nachdem Adalbert an den IIof zurückgerufen und Annos Einfluss gebrochen war— 1069—, scheint Bur- chard sich noch der besonderen Gunst des Königs erfreut zu haben. Als der Bischof am Pfingst- feste des Jahres 1071 den 11 Jahre vorher mit einem grossen Teile der Stadt niedergebrannten, nun aber in neuer Pracht aufgebauten Dom von IHalberstadt einweihte, 3¹) beehrte ihn zu der aufs grossartigste veranstalteten Feier der König Ileinrich, der in königlichem Gepränge, begleitet von einer Anzahl der ersten Fürsten des Reichs, geistliches wie weltliches Standes, unter jenen Adal- bert von Bremen, begleitet auch von seiner Gemahlin Bertha und seiner Schwester Adelheid, ³²) der Aebtissin von Quedlinburg, in IHalberstadt erschien. Gleichzeitig wurde in Burchards Bischofs- stadt unter Heinrichs Vorsitze ein feierliches Fürstengericht abgehalten über den seiner Lehen und Güter verlustig erklärten Otto von Nordheim.


