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erfolgte, der, wie Adam von Bremen¹s) ihm zum Vorwurfe macht, darauf ausgieng, seine Anver- wandten und Günstlinge in die höchsten Ehrenstellen zu befördern. Im Anfange des Jahres 1060 war es, nachdem sein Vorgänger Burchard I. von Halberstadt am 18. October 1059 ver- schieden, als Burchard den Ialberstädter Bischofsstuhl bestieg. Das Bistum Halberstadt, vor dem ein Jahrhundert vorher von ihm abgezweigten Erzbistum Magdeburg weitaus das mächtigste und einflussreichste unter den Hochstiftern in Sachsen, ja eins der grösten von ganz Deutschland, gab einem ehrgeizigen, kühn unternehmenden und auch diplomatisch geschickten Manne die reichsten Mittel in die Hand, um sich einen bestimmenden Einfluss selbst auf die Reichsgeschäfte zu ver- schaffen. Burchard war der Mann, der Klugheit genug besass, die ihm in die Hand gegebenen Mittel auf freieste und geschickteste für sich zu benutzen, und der kühn und ehrgeizig genug war, um seine und seines Bistums Macht auf alle Weise zu erweitern, ja womöglich von der kaiserlichen Gewalt zu lösen. Burchard wurde zu einer Zeit in die Stellung cines Reichsfürsten erhoben, die zur Erreichung selbstsüchtiger Zwecke die beste Gelegenheit bieten muste. Je kräftiger Hein- rich III. die Fürsten, die sich gegen scine Herrschergewalt aufzulehnen Miene machten, darnieder- gehalten hatte, um so heftiger strebten diese jetzat empor gegen das ohnmächtige und verachtete Regiment, das ein schwaches Weib, unterstützt von einem verhassten Prälaten, im Namen eines unmündigen Kindes führte; nur darauf bedacht zu beruhigen und zu versöhnen, stattete die Kai- serinmutter Agnes gerade ihre ärgsten Feinde mit der grösten Macht aus. Der Fürstenvillkür stand Tor und Tür offen. Dazu kam, dass fort und fort im Sachsenvolke, das sich stets nur wi- derwillig den Herrschern aus fremdem Stamme gefügt, das schon durch Sprache, Sitte, Anschauung den übrigen deutschen Stämmen viel ferner stand als der Schwabe dem Baier oder Lothringer, der Funke des Aufruhrs unter der Asche glimmte und nur auf die gecignete Persönlichkeit zu warten schien, die ihn wieder zu heller Flamme anfachen konnte. Mitten in diese Bevölkerung, mit der Burchard während der kurzen Jahre als Dompropst zu Goslar weniger in Berührung ge- kommen sein mochte, sah er sich nun plötzlich hineinversetzt als einer der Mächtigsten, Ange- schensten im Lande, der berufen schien der Bannerträger bei den Unternehmungen des Volks zu werden. So haben wir von vorn herein Burchards Stellung aufzufassen, in der er sich nach oben wie nach unten nin möxglichst unabnängig zu halten trachtete. Seiner Macht sich wohl bewust, muste es ihm darauf ankommen sich die Sympathien seiner nunmchrigen Untertanen und seiner neuen Landsleute zu erwerben und zu sichern; denn dann erst hatte er eine zuverlässige Stütze und sichere Waffe. So war denn seine Tätigkeit für seine Diözese gleich von Anfang an eine sehr rege. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl geistlicher Stiftungen rühmte den Bischof Burchard als Gründer, und wenn auch die meisten derselben erst aus der späteren Zcit seiner Regierung herrührten, so wandte er doch schon von Anfang an diesem Zweige seines Berufes sein Augenmerk zu; den Dom, welcher kurz nach seinem Einzuge in die Bischofsstadt ein Raub der Flammen ge- worden war, sahen die Ialberstädter in neuer und grösserer Pracht erstehen; reiche königliche Schenkungen wurden dem Bistum zugewendet,**) seine Diözesanen begünstigte Burchard, wo er konnte; so gewährte er den Halberstädter Kauffeuten ausgedehnte Privilegien und erwirkte für jene vom Könige nicht nur deren Bestätigung, sondern sogar die Zollfreiheit auf allen königlichen Märkten.*°) Man sieht, Burchards öffentliche Tätigkeit in seinem IIochstift war wohl geeignet, ihm die Zuneigung seiner Untertanen zu erwerben.²²*) Der neue Bischof muste die Sachsen auch wegen seines verhassten fremden Ursprungs zu versöhnen trachten, um so mehr da mit ihm zugleich oder ungeführ gleichzeitig mehrere Mitglieder seiner Familie, ²²) alles Abkömmlinge eines unbedeutenden


