Aufsatz 
Isokrates und der am Schluss von Platon's Euthydem gezeichnete Rhetor / von Leopold Waber
Entstehung
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rühmt er die Vorzüge der Monarchie in Rücksicht auf Gerechtigkeit, Annehmlichkeit und Milde, weiters hinsichtlich der Besorgung der innern Angelegenheiten, besonders des Kriegswesens, schließlich in Hinsicht auf das Beispiel der Götter.

Trotz gelegentlichen Tadels sucht er der lakonischen Verfassung, sowie der athenischen gerecht zu werden, da es für ihn ein wesentlicher Gesichtspunkt ist, vor allem die einmal vorhandenen Staatsordnungen zu respectieren, und damit hängt es zusammen, dass er gegen jede parti- cularistische Politik eine so entschiedene Abneigung hat, dass ihm z. B. die Staatsidee eines Perikles, der allein auf Attika's Ruhm ausgieng, recht gründlich zuwider ist. Isokrates wollte weder athenisch, noch lakonisch, sondern recht eigentlich Hellene sein, und in diesem Gedanken ist er nicht müde geworden, insbesondere die Athener zu ermahnen, Attika nur als ihr doto, ganz Hellas als ihr Vaterland anzusehen(in der Rede an Philippus cap. 52. xA⁴α ν EMAda arpida vOeiestv).

Dadurch, dass er mehr als andere Zeitgenossen an ganz Hellas denkt, wird er specifisch zum Träger und Verarbeiter eines National- gedankens, zum Verkündiger des Hellenismus nach Arnold Schäfer's Aus- druck(siehe dessen Werk über Demosthenes und seine Zeit. Bd. 1., p. 294). Und wenn er bei dem Gedanken, es wäre ein besseres Los seinem Volke bestimmt, wenn nur der rechte Odem käme, der sie alle gegen den alten Feind vereinigte, nicht nur Einigung im Innern, würdige Bethätigung der jetzt sich durch innern Hader verzehrenden Kräfte, Ruhm und Größe, sondern auch Erwerbung von Wohlstand häufig in Aussicht stellt, so erklärt sich dieses völlig aus der Noth des Zeitalters.

Eigenthümlich berührt die Art, in welcher lsokrates von den Gegenständen spricht, welche er in seinen Reden behandelt. In der Schrift an Philippus, cap. 4., erinnert er daran, dass er dasselbe Thema, die Mahnung an die Hellenen, sich gegen die Barbaren zu vereinigen, schon in Panegyricus behandelt habe(... Axsp y ti ai Nöc rb-νο ½i 20bXEO2G«F) und erwägt cap. 5. die Schwierigkeit, dasselbe Thema in zwei Reden zu behandeln, besonders wenn die zuerst bekannt gemachte Rede so geschrieben ist, dass sogar die, welche übel von ihm sprechen, sie nachahmen und mehr bewundern, als die, welche sie über- trieben loben.

Im Panathenaicus, einer Lobrede auf Athen, die Isokrates im höchsten Alter geschrieben, sagt er, dass er alle früheren Gattungen der Rede- kunst aufgegeben und sich nur auf solche Reden verlegt habe, welche das Heil der Stadt und der übrigen Griechen betreffen, und darnach habe er Reden verfertigt,«voll Gedanken und nicht mit ewigen Anti- thesen und Parisosen(Gleichheit in Rücksicht auf Zahl, Stellung und