—
Seine ganze Thätigkeit liegt in der zumeist dem publicistischen Gebiete zugewandten Rhetorik und kein Alter hat bis auf ihn dem Formellen dieser Kunst so viel Fleiß und Sorgfalt zugewendet, wie-. eben Isokrates und er schließt sich demnach wesentlich an die So- phisten an.
Vom Betreten der öffentlichen Laufbahn hielt ihn, wie er wieder- holt selbst sagt, der Mangel an zwei Eigenschaften ab, womit der Redner das Gewühl der Menge zu beherrschen und dem entgegenstrebenden Ungestüm zu widerstehen imstande sein soll; er hatte von Natur weder Stärke der Stimme, noch der Menge gegenüber kecken Muth.
Im Panathenaicus c. 4 schreibt er:
Oör 7à5 dehs 3ο5G krevohn rey Hs-17? dvA,d, Sb„ rap Jui, ονQη,έ mxayns, X2* eXbg, oS 05¾6 01d' el rir N.O T0y oONnGy. Gy ot Ha roI6VCS rε Tülvvrat rs r6 h ds aeoi ohos eivat, rOv Bε vy di dni Ly J2e Surlety o reey, Arihe⸗ 5re,ty, 0l 5,0556 or' ày Ti„öty rOLsy."
Durch physische Schwäche also unfähig, öffentlich vor dem Volke aufzutreten, war er auf das geschriebene, nicht das gesprochene Wort hingewiesen und suchte durch Unterricht der einzelnen und Gründung einer rhetorischen Schule das zu erwirken, was ihm vom Volke zu erringen die Natur versagt hatte. Als Lehrer und als Epideiktiker ge- wann er zwar nicht unmittelbar in den athenischen Angelegenheiten, aber in weiteren Kreisen unter den Hellenen Einfluss.
Ueber die Summe seines Wirkens spricht er als Greis in dem achten Briefe an die Mitylenäer c. 7. 8., nachdem er erklärt hatte, dass er sich von der Staats- Verwaltung und dem Sprechen in den Volks- Versammlungen(rob roxeedat ol ropsöet) enthalten habe und zwar aus Mangel an geeigneter Stimme und an Herzhaftigkeit(o5rs 13 Hv oy izaviy, oöts r6Xhay) wie folgt: 0ò L? de Ts Tavdrαοαν 3 /nroc Eꝓ, 555 A62εοςω à Tos TO*οb,5vOI eTSry ey r n2 5GV, Xa* 6 ANGSv S011,A.’,y, Hostny Ay aA S5 ibNO X2d Sn JesWDL4vO: Ab ,c ts Xeions XOb Tsroryos ö2 Tne en depias, e¹ 7 ADONOdas T6 EMNGy, 7 S5 baytss l rà Bilata vatarstpiεοss.—
Er wirkte somit theils durch Umgang, Unterricht und aufmuntern- den Rath auf Schüler und Freunde, von denen später viele als Männer hervorragten, theils durch geschriebene Reden, die weit herum gelesen wurden. In diese Sphäre hat er sich ganz derart hineingearbeitet und hineingelebt, dass keiner der Alten so oft sich wiederholt, keiner seine Ansichten und Gesinnungen so klar und entschieden an den Tag gelegt als Isokrates.


