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geſtützte Verwandtſchaft zwiſchen den drei, heute ſo ſcharf von einander geſonderten Ordnungen der Hufthiere.
Die erſten Thiere, die entſchieden auf unſere Dickhäuter, insbeſondere auf die Elephanten, hin⸗ weiſen, treten erſt ſpäter auf, es ſind die Maſtodonten. Auch die Vertreter dieſer Gattung ſind gänzlich ausgeſtorben. Mastodon giganteum hatte in der Geſtalt große Aehnlichkeit mit unſerem Elephanten. Es beſaß einen dicken Kopf mit Rüſſel und lange Stoßzähne, einen kurzen Hals, gewaltigen Rumpf und dicke, plumpe Beine, es war aber weit größer als dieſer. In Amerika ſoll ein Exemplar von 15“ Höhe und 30 Länge gefunden worden ſein. Dort war es, wie die zahlreichen Funde beweiſen, in der Ter⸗ tiärzeit ſehr häufig, es führt wohl auch den Namen Ohiothier, oder Mammuth der Nordamerikaner. Sehr merkwürdig iſt die Zahnbildung desſelben. Es beſaß mit zitzenförmigen Erhöhungen verſehene Zähne, wie ſie dem Schwein eigenthümlich ſind. Das wunderbare Dinotherium, mit den langen, hakenförmig nach unten zurückgekrümmten Stoßzähnen im Unterkiefer, von dem man noch nicht mit Sicherheit weiß, ob es ein Walfiſch, oder, wie vielfach angenommen wird, ein Dickhäuter war, wollen wir hier übergehen. Erſt nach dem Ausſterben dieſer Rieſen, in der Diluvialzeit, der unſerer Zeit am nächſten liegenden Erd⸗ epoche, treten zuerſt echte Elephanten auf.
Der Elephas primigenius, das Mammuth, findet ſich in Europa häufig, beſonders im dilu⸗ vialen Lehm. Dieſes Thier war durchaus organiſirt, wie unſer Elephant, nur war ſeine Haut borſtig, wie beim Schwein, und ſeine Stoßzähne waren doppelt, einmal krumm und dann noch einmal nach außen zur Seite gebogen. In der Größe verhielt es ſich zum indiſchen Elephanten etwa, wie das Pferd zum Eſel. Man kann ſich davon einen Begriff machen, wenn man die 8 langen und 1“ dicken Stoß⸗ zähne eines Mammuth bedenkt, die im Naturalienkabinet zu Stuttgart aufbewahrt werden. Es ſollen ſogar Stoßzähne von 15 Länge gefunden worden ſein, was allerdings auf wahre Koloſſe ſchließen läßt. Die gewaltigen Knochenreſte dieſer Thiere haben in alter, geſchichtlicher Zeit zu der Sage von vorwelt⸗ lichen Rieſenmenſchen, deren Größe man bis auf 19“ſchätzte, Veranlaſſung gegeben und ihre Gebeine werden heute noch hier und da in Kirchen und Rathhäuſern aufbewahrt, wo ſie als räthſelhafte Weſen mit ſcheuer Ehrfurcht angeſtaunt werden. Seit aber die Wiſſenſchaft ſich näher mit ſolchen Funden be⸗ ſchäftigt hat, ſeit man ganze Skelete dieſer vorſündfluthlichen Elephanten kennen gelernt hat, iſt die Sage von dieſen Rieſen principiell auch beſeitigt und man weiß heute, daß in der Vorzeit keine Rieſen lebten, wohl aber, daß Heerden von Elephanten in Europa wohnten und daß ihnen Schaaren von Rhinozeroſſen Geſellſchaft leiſteten, daß ſogar das ſcheue Flußpferd, das ſich jetzt in das unwegſame, innere Afrika zu— rückgezogen hat, während es noch in geſchichtlicher Zeit zahllos die Mündungen des ehrwürdigen Niles bevölkerte, damals im Süden von Europa ungeſtört ſein Weſen trieb. In ungeheuren Maſſen muß das Mammuth in Sibirien gelebt haben, wo der Boden geradezu durchſät iſt mit Mammuthgebeinen. Das Elfenbein der Zähne desſelben iſt ſo wohl erhalten und die Zähne ſelbſt ſind ſo häufig, daß ein nicht unbedeutender Handel auf dieſe Funde gegründet iſt. Der intereſſanteſte Mammuthfund wurde vor Jah— ren auch in Sibirien gemacht, wo ein Reiſender ein ganzes Thier mit Haut und Haaren fand, friſch, wie eben erlegt. Der gefrorene Boden thaut in jener Gegend jahraus, jahrein nicht auf und ſo hat denn das Eis jenen Zeugen der Vorwelt durch Jahrtauſende hindurch bis heute erhalten, wo er durch einen Zufall entdeckt und dann auch gleich verarbeitet wurde. Das Thier war ſo gut erhalten, daß die Hunde das Fleiſch desſelben begierig fraßen, daß der Entdecker ſelbſt ſich nicht enthalten konnte, davon zu koſten und ſo gewiſſermaßen eine diluvianiſche Fleiſchbrühe zu genießen. Das Skelet davon ſteht jetzt in Petersburg. Das Mammuth iſt in vorhiſtoriſcher Zeit ausgeſtorben, aus der Familie der Elephanten kennt man heute nur noch zwei Arten, den afrikaniſchen und den aſiatiſchen Elephanten.
In der Fußbildung des vorzüglich mit der Mittelzehe feſt auftretenden Palaeotherium ſahen wir ſchon früher einen Hinweis auf die Organiſation der Einhufer. Im mittleren Tertiär, wo ſich von dem Palaeotherium nur noch ſpärliche Reſte finden, tritt das Hipparion auf, ein Geſchöpf, was dieſen Hinweis noch verſchärft. Wie das erſtere, ſo war auch das letztere dreizehig, jedoch erreichten bei ihm, was bei dem Polacotherium der Fall war, die beiden Nebenzehen den Boden nicht. Rechnen wir noch hinzu, daß das Thier in ſeiner ganzen Geſtalt eine auffallende Aehnlichkeit mit unſerem Pferd hatte, ſo ſcheint uns hier in der That von dem dreizehigen, plumpen Dickhäuter, zu dem ſchlanken Hipparion und zu dem lebenden Pferd, von dem ſich ſichere Reſte erſt im Diluvium finden, ein ällmählicher Uebergang ſich zu verwirklichen, namentlich, wenn wir noch hinzurechnen, daß unſer Pferd eigentlich wie das Hip- parion auch dreizehig iſt. Wie dieſes tritt es nur mit der Mittelzehe auf, die Nebenzehen aber erreichen nicht nur den Boden nicht, ſondern ſind noch kürzer als bei jenem, ſie ſind bei dem Pferd nicht mehr


