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thiere, angewieſen hat. Die gavialähnlichen Krokodilier ſind daher auch die älteren und erſt mit Beginn der Tectiärzeit, wo die Säugethiere auftreten, ſtellen ſich die breitſchnautzigen Krokodile auf dem irdiſchen Schauplatz ein. Bezüglich der Größe weichen die foſſilen Krokodile wenig von den lebenden ab, umſomehr aber die Eidechſen. Einige ausgeſtorbene Arten derſelben erreichten eine Länge von 20 und mehr Fuß. Erſt im Tertiärgebirge, wo ſich dieſelben im Verhältniß zu früher nur noch ſelten finden, entſprechen ſie in ihrer Größe den verhältnißmäßig kleinen, lebenden Formen.
Ganz abweichend von allen lebenden Reptilien ſind aber die 3 ausgeſtorbenen Ordnungen derſelben: die Enaliosauri(Meerechſen), die Dinosauri(Großechſen) und die Pterorauri(Flugechſen.)
Von den erſteren ſind die beiden Gattungen Jehthyosaurus und Plesiosaurus die bekannteſten, Meerungeheuer, die in der Länge von 5 bis 40“ ſchwanken. Der dicke Kopf des Jehthyosaurus war wie beim Delphin ſchnabelartig verlängert, ſaß mit kurzem Hals auf dem Rumpf und die lange Wirbelſäule beſtand aus biconaren Wirbeln, Merkmale, wie ſie insbeſondere den Fiſchen zukommen. Der delphinartige Kopf aber war ein Eidechſenkopf mit gewaltigen Krokodilszähnen und Augen, bei einer Art von der Größe einer dicken Kegelkugel, vermöge deren die unheimlichen Waſſerbewohner befähigt waren, auch in der Dunkel⸗ heit ihre Beute mit Sicherheit zu erhaſchen. Dieſe Augen nun zeigen durch das Vorhandenſein eines Knochenrings eine auffallende Aehnlichkeit im Bau mit denen der Eidechſen und Vögel. Die Bewegungs⸗ organe ſind zur Bewegung auf dem Lande ganz untauglich. Dieſe Thiere waren auf das Meer ange⸗ wieſen, ſie haben Bewegungsorgane gehabt, wie unſere Walfiſche. Wie man einerſeits über das Knochen⸗ geruͤſt des Jchthyosaurus ganz genau unterrichtet iſt, ſo hat man andererſeits auch einige Kenntniß von der Organiſation ihrer Weichtheile, ja von ihrer Lebensweiſe. Man kennt von ihnen Koprolithen, und dieſe laſſen auch hier einen Schluß auf die Verdauungsorgane und auf die Lebensweiſe zu. Sie lebten hauptſächlich von Fiſchen. Es müſſen blutgierige, grauſame Beſtien geweſen ſein, die gelegentlich ihre eig— nen Jungen gefreſſen haben, wie man aus der unnatürlichen Lage der in der Bauchhöhle liegenden Ueber⸗ reſte von dieſen geſchloſſen hat. Dem Jehthyosaurus iſt der Plesiosaurus ähnlich, unterſcheidet ſich aber von demſelben durch ſeinen kleinen Kopf, ſehr langen Hals und durch den dicken, komprimirten Leib, ſodaß man ihn wohl einer Schildkröte verglichen hat, durch deren Leib eine Schlange gezogen iſt. Schon in der Kreide ſterben die Meeresſaurier völlig aus. Wie die Enalioſaurier das Meer, ſo haben die Dinoſaurier, be⸗ ſonders in der Juraperiode, das Land bevölkert. Sie ſind dem Auge nicht ſo fremdartig als jene, ſie haben im allgemeinen das Anſehen der Saurier. In der Steletbildung aber zeigen ſie eine gewiſſe Aehn⸗ lichkeit mit den Dickhäutern. Wie dieſe unter den Säugethieren, ſo ſind jene unter den Reptilien wahre Ungeheuer mit 4 dicken, plumpen Füßen, worauf der ſchwere bis zu 50“ lange Leib ruhte. Auch ſie ſind in der Kreideperiode völlig ausgeſtorben. Es erübrigt noch der merkwürdigen Pteroſaurier zu gedenken, die vom Jura bis zur Kreide den weiten Luftraum erfüllten. Dieſe Thiere vereinigen in ſich auf aben⸗ teuerliche Weiſe Eigenthümlichkeiten der Eidechſen, der Vögel, ja der Säugethiere. Die bekannteſte Gattung iſt Pterodactylus, ein Weſen, von dem Goldfuß ſagt, es verſtecke ſeine Reptilien-Natur unter der Form eines Vogels. Man denke ſich ein Weſen von der Größe eines Raben mit einem Vogelkopfe, in deſſen Kiefern ſpitze Zähne ſtecken, während zwiſchen dem Körper und den langen Vorderbeinen eine mit Haaren und Federdunen beſetzte Flughaut ausgeſpannt iſt.
Was ſoll man nun von ſolchen Thieren, von anderen zu ſchweigen, ſagen, was ſie ſind? Die heu— tige Schöpfung kennt ähnliches nicht. Es ſind Weſen, die in der Hauptſache allerdings den Reptilientypus zur Schau tragen, denen aber Merkmale von Thieren aus höheren Klaſſen aufgeimpft ſind, Reptilien, die durch ihre Organiſation eng mit den höheren Wirbelthieren, den Säugethieren und Vögeln, verbunden ſind, Bindeglieder zwiſchen den einzelnen Klaſſen der Wirbelthiere, bei denen ſich aber die verſchiedenen Organi⸗ ſationsrichtungen derartig durchkreuzen, daß wir hier nur im allgemeinen darauf hinweiſen können.
Betrachten wir dieſe wunderbaren Weſen als Miſchtypen oder als Bindeglieder der verſchiedenen Klaſſen der Wirbelthiere, daß alſo etwa die Organiſationsrichtung der Walfiſche ſich in den Meeresſauriern vorbereitet habe, daß etwa die Ordnung der Dickhäuter ihren Urſprung von den Dinoſauriern herleitete, während die Vögel von den Pteroſauriern abſtammten, ſo finden wir es auch begreiflich, daß dieſelben in der Blüthezeit der Reptilien, wo deren Typus gewiſſermaßen am dehnbarſten war, und vor der Herrſchaft der Vögel und Säugethiere auf der Erde gelebt haben.
Reſte der Schlangen ſollte man wegen ihrer niedrigen Organiſationsſtufe eigentlich aus früherer Zeit erwarten, als ſie ſich finden. Sie kommen aber erſt im Tertiärgebirge vor. Früher hat man manches für verſteinerte Schlangen gehalten, was ſich ſpäter nicht bewährte, ſo namentlich die merkwürdig verſchlungenen Kalkconcretionen aus dem Wellenkalk. Dieſes Nichtvorkommen in früheren Formationen liefert indeſſen


