50 v. Chr.
37 v. Chr.
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heit). Schlieſslich vertrieben die Chatten im Jahre 84 den König der Cherusker, Chariomerus, der wohl ein Sohn des Italicus war, und seitdem verschwindet der Name der Cherusker aus der Geschichte. Ich glaube mit Müllenhoff, dass der Name Cherusker der Bundesname für einen gröſsern Bund einer Reihe von Irminonenstämmen war, die im spätern Engern, Ostfalen und Nordthüringen wohnten. Dieser Bund ist dann eben im Jahre 54 n. Chr. durch die Chatten zertrümmert worden. Später werden diese Stämme sämmtlich unter dem Namen der Saxen mitbegriffen— wie das gekommen ist, davon wissen wir nichts. Eine wirkliche Besitzergreifung cheruskischen Gebietes durch die Chatten hat wohl weder damals noch später stattgefunden, sondern die Grenze war wohl seit Urzeiten dieselbe wie heute: sie zog sich vom kahlen Astenberg auf der Wasser- scheide zwischen der Diemel einerseits und der Eder und Fulda andererseits nach Osten, sodass der gröſsere nördliche Teil des jetzigen Fürstentums Waldeck und die Kreise Wolfhagen und Hofgeismar niedersächsisch, dagegen der Kreis Biedenkopf, Frankenberg, der südliche Teil von Waldeck mit Burg Waldeck und Wildungen, Kreis Fritzlar und Cassel hessisch waren und sind. So wird z. B. in nächster Nähe von Cassel, in Ehlen, Dörnberg, Fürstenwald, Calden, Burguffeln, Immenhausen, Holzhausen und auf der rechten Fuldaseite schon in Spiekershausen niedersächsisch, dagen in Martinhagen, Hoof, Weimar, Mönchehof, Hohenkirchen, Simmershausen, Wolfsanger hessisch gesprochen. Von Spiekers- hausen läuft die Grenze über Landwehrhagen und Nienhagen nach Gertenbach a. d. Werra.
Dagegen mögen die Chatten damals vorübergehend eine politische Oberhoheit über die ehemals cheruskischen Stämme an der Weser geübt haben, die ihnen später von den Saxen streitig gemacht wurde. Um den südlichen Teil, den spätern pagus Hasso-Saxonicus auf beiden Seiten der Diemel, ist mit wechselndem Erfolg zwischen Chatten und Saxen gekämpft worden.
7. Chatten und Franken.
Wir nehmen an, dass die Chatten zur Zeit Caesars, also um 50 v. Chr., im Fluss- gebiet der Fulda, der Eder und der Schwalm angesiedelt waren, und dass ein Teil von ihnen, die Bataver, an den Niederrhein gezogen war. An den Main und Rhein waren sie damals noch nicht vorgerückt, sondern in der Wetterau bis zum Main herrschten die Sweben und in Nassau nördlich bis zur Wied die Ubier. Die gegenteilige Ansicht Arnolds beruht auf der irrigen Annahme, dass die Sweben bei Caesar die Chatten seien.
Erst als im Jahre 37 v. Chr. Agrippa die Ubier auf das linke Rheinufer, um das spätere Köln herum, verpflanzte, besetzten die Chatten das leergewordene Gebiet, und zwar wie es scheint, mit Zustimmung der Römer(dies schlieſse ich aus Dio, 54, 36, 3: ꝛ⁷ 6⁴οσασς αmνν„*ν oizer ανο τνι½ lουιισοσν iννεαα). Damals ging von Mattium, dem Hauptort der Chatten, eine Kolonie nach dem Rheingau, die Mattiaker, andere Scharen besiedelten den Lahngau bis zur Wied und Sieg, wo sie nunmehr Grenznachbarn der Sugambern wurden. Und als die swebischen Marcomanen durch ihren König Ariovistus
nach Böhmen geführt wurden, mögen die Chatten sich auch in der Wetterau weiter nach Süden ausgedehnt haben.


