omnibus suis sociorumque copiis). Gegenüber den übereinstimmenden Angaben Strabos, Plinius' und Tacitus', daſs die Chatten keine Sweben sind, kann also aus Caesar nicht das Gegenteil geschlossen werden.
Man würde das auch wohl nicht gethan haben, wenn nicht über den Swebennamen eine so weitgehende Unklarheit herrschte. Es dürfte sich lohnen, über diesen dunklen Punkt etwas Licht zu verbreiten.
Caesar kennt im ganzen 16 germanische Stämme, nämlich die Cimbern und Teutonen, 4 Stämme der Rheingermanen: Ubier, Sugambern, Usipeter und Tencterer; 7 kämpfen unter Ariovist: Haruden, Marcomanen, Triboker, Vangionen, Nemeter, Sedusier, Sweben; 2 sind Bundesgenossen der Helvetier: die Latoviker und Tulinger; endlich erwähnt er noch die Cherusker; aufserdem muss es zu Caesars Zeit schon die Chatten gegeben haben. Die letzten 11 gehören wohl sämtlich den Irminonen an, also 7 kleinere Irminonenstämme und 4 gröſsere: die Sweben, Marcomanen, Cherusker und Chatten. ÜUber die Sweben spricht er sich im vierten Buche genauer aus. Sie wohnen hinter den Ubiern, d. h. östlich von ihnen. Da die Ubier rechts vom Rhein von der Wied bis zum Main, also im heutigen Nassau wohnten, so haben wir die Sweben im heutigen Oberhessen, der Wetterau und Thüringen zu suchen; ihre Ostgrenze wird von einer groſsen Wüste gebildet; im Norden grenzen sie an die Cherusker, die Grenze bildet der Bacenis-Wald, d. h. Buchenwald; gemeint können nur die Gebirge vom Harz bis zur Weser sein. Die Sweben sind sehr mächtig; sie vertreiben die Usipeter und Tencterer aus ihrer Heimat (wo?), versuchen dies auch mit den Ubiern, und als dies nicht gelingt, machen sie sie tributpflichtig. Ihr Heerbann steht 58 v. Chr. am Rhein, im Gebiet der Ubier, bereit denselben zu überschreiten, während ein anderer Teil unter ihrem Fürsten Ariovistus in Frankreich kämpft. Auch andere Stämme haben sie unterworfen oder zu Bundesgenossen
gemacht, so wahrscheinlich die Chatten..
Die Sweben sind also ein Volk, das mächtigste Volk der Irminonen; ihr Gebiet ist im Westen und Norden von den Ubiern und Cheruskern deutlich begrenzt; nach Osten erstreckt es sich in unbestimmte Ferne bis zur swebischen Wüste. Wie steht es im Süden? An der Südseite der Sweben, also am Main, müssen wir die Marcomanen suchen, für die kein anderer Platz bleibt; und da ihr Name nichts anderes bedeutet als Mark- mannen= Grenzmannen, so sind sie wohl kein besonderes Volk, sondern ein Teil der Sweben, eben derjenige, welcher die Südmark am Main erobert hatte. Dann hätte es also schon zu Caesars Zeit neben dem Stammvolk der Sweben ein Zweigvolk swebischen Stammes, aber eigener politischer Existenz, die Marcomanen, gegeben.
Auch bei Strabo ist das Volk der Sweben sehr groſs; es reicht vom Rhein bis zur Elbe ¹)(Mainz— Dresden), ja bis über die Elbe; im Süden reichen sie bis an die Donauquellen. ²) Aber sie umfassen jetzt bereits mehrere Völker, die teils diesseits, tpeils jenseits des Hercynischen Waldes wohnen(Strabo cap. 290).
¹) Strabo cap. 290. ²) Strabo cap. 207.


