Aufsatz 
Die Ortsnamen auf -seifen, -siefen, -siepen, -siek, -seih
Entstehung
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14 Brandseifen und Braunseifen(auf demGebrannten, auf demBrand), Heckseifen, Heckelsiefen, Hackensiepen(zu Hecke), Hahnensiefen(zu Hagen), Rodensiepen; und die ganz allgemeinen: Kantensiele, Ortsiefen(zu Ort= Ecke, Spitze), Obersiepen, Ober- siefen, Oberstseif, Mittelstseif, Unterstseif, Hinterseih, endlich Ostersiepen, Ostensiep. Westersiepen und Abendsiepen.

Eine wichtige Gruppe bilden noch die, welche nach dem gewonnenen Produkt heißen: Honigseifen, Heusiepen, Kohlensiepen(Holzkohlen), Pechseifen, Pechsiepen, und die Stätten der Erzgewinnung: Goldseifen, Goldenseif, Güldensiefen, Kupfersiefen, Silberseifen, Silberstepe, ob auch Stahlseifen?

Den Rest bilden die sehr zahlreichen Namen, die den Besitzer anzeigen. Und zwar ist entweder der Besitzer allgemein bezeichnet wie in Gemeindeseifen, Kirchstoepen, Kirchseih, Kerksieh, Kirseifen, Frohnensiefen(zu Frohn= Herr), Meyerseifen, Pfaffen- seifen, Ritterseifen, Eindorfersiepen(Siepen der Eindorfer), ebenso Fingscheidersiepen, Hegenscheidersiepen, Schivelmersiepen, Vogelbergersiepen, Dierdorferseifen; dafür erscheint auch manchmal nur der Ortsname, wie in Muchensiefen(Siefen von Much), Steimelseifen, der Ouaritzseifen, Uchertseifen(zu Uckerath) und Prentenborbechsiepen.

Oder, und das ist viel häufiger, der Besitzer wird mit Eigen- oder Familien- namen genannt. So in Ebertsseifen, Friedrichsseif, Gerhardssiep, Gerhardssippehen, Girtseifen, Görrisseifen(alle 4 zu Gerhard), Hermannseifen und Hermessiepen, Kaiser- siepen, Königssiepen, Körnerssiepen, Kurtensiefen, Kurtsiefen, Kürtelsiefen(zu Kurt, Konrad), Prinasiepen, Rodmersseifen, Schmitesiefen, Schreiberseifen, Ullmannssiepen, Walkmaällersiepen, Werckessiepen, Dillmannsseih, Hartmannsseih, Kunæezeih, Wilhelms- seih, Willmannsseinh.

Hierher gehören aber auch Appelsiepen(zu Adbald), Askerstepen und Ascher- siepen(zu Asc-heri), Ateseifen(zu Azzo), Bleichersiefen(zu Blick-heri), Brunssiepen (zu Bruno), Dankbarsiefen(zu Dankbert), Geilensiepen(zu Geilo), Heinischseifen(zu Heino), am Hemkessiepen(zu Heimo), Jungensiefen(zu Jungo), Luppertseifen(zu Liub- hart), Metzenseifen(zu Mazzo), Watzenseifen(zu Wazzo), vielleicht auch Mildseifen(zu Mildo), Knebelsiepen(zu Knebel aus Chnobilo von Chnodbert) und Knorrsiepen(zu Chnodorich).

Zu einer der aufgeführten Gruppen gehören auch die undeutlich gewordenen Namen, zu denen besonders die Flurnamen ein großes Kontingent stellen, die Jahrhunderte lang nur mündlich fortgepflanzt und daher stark entstellt worden sind.

3. Geschichtliches.

Es kann kein Zweifel sein, dass die Ortsnamen auf seifen ganz jungen Ursprungs sind. Das ergiebt sich schon daraus, dass sich keiner derselben bis zum Jahre 1100 nachweisen lässt; Förstemann hat wenigstens keinen verzeichnet. Dafür spricht ferner, dass unter 452 Ortsnamen auf seifen(siepen, Siek) sich nur 125 für größere Orte finden, nämlich für 60 Dörfer, 42 Weiler, 7 Bauernschaften, 2 Herrschaften, 2 Ortschaften, 1 Dorfschaft und 11 Kolonieen; dagegen 327 für vereinzelte Orte, nämlich für 105 Höfe,