Aufsatz 
Quellen- und Hilfsschriften zur Geschichte des Didaktikers Wolfgang Ratichius
Entstehung
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ſeinen Principien gemäß etwas verwirklichen, in die Schulen einführen, ſo zeigte er ſich ganz unklar und ungeſchickt. Dieſen Principien vertrauend verſprach er, was er bei ſeiner praktiſchen Unfähigkeit nicht zu halten im Stande war; ſo kam er in den Ruf eines Charlatans. In den Beilagen läßt Raumer die ihm bekannte Litteratur über R. folgen und gibt kurze Proben aus Nr. 27 und 38. 3

1846. Dr. Carl Frdr Weber, Geſchichte der ſtädtiſchen Gelehrtenſchule zu Caſſel. Caſſel, Fiſcher. 184 6. 8⁰. S. 123 f. über R. Aufenthalt in Caſſel.

1846. D. G. E. Guhrauer, de Joachimo Jungio Commentatio historico-literaria. Vratis- laviae, Trewendt. 1846. 40 pp. 8⁰. p. 36 handelt von Jungius Beziehungen zu R. und von beider Ver⸗ hältnis zu den allgemeinen bewegenden Ideen ihrer Zeit.

1848 F. W. Barthold, Geſchichte der Fruchtbringenden Geſellſchaft. Berlin, Duncker. 1848. 80. S. 120 f. berührt kurz den Aufenthalt desCharlatans R. in Cöthen. S. 2935: die Jugend Ludwigs Fürſten zu Anhalt. S. 104 113: die Gründung und die deutſchſprachlichen Beſtrebungen der Fruchtbr. Geſellſchaft. S. 231 ff.: Gueintz und die Abfaſſung einer deutſchen Sprachlehre. Vgl. auch G. Krauſe, der Fruchtbringenden

Geſellſchaft älteſter Ehrenſchrein. Leipzig 1855. 504 S. 80.

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1850. G. E. Guhrauer, Joachim Jungius und ſein Zeitalter. Stuttgart und Tübingen, Cotta. 1850. XII. 383 S. 8. Üüber das Verhältnis des Jungius und Helvicus zu R. und untereinander handeln S. 15. 23 46. 61. 123. 220 224. 226229. 1850. Dr. Fr. Aug. Eckſtein, Beiträge zur Geſchichte der Halleſchen Schulen. I. Stück. Halle. 1850. 4⁰. S. 916 über Evenius, Gueintzius und deren Verhältnis zu R. 1852. Rudolf von Raumer, Geſchichte der deutſchen Grammatik in Bezug auf die ſchulmäßige Behandlung der deutſchen Sprache ſeit dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts. III. Bd., II. Abth. 1. Buch, von Karl Raumer, Geſch. der Pädagogik. Stuttgart. 1852. 8⁰. S. 47 f. 50 52. 55 60. 78. R. gebrach es keineswegs an Gaben und richtigem Blick; aber es fehlte ihm an Selbſtbeſcheidung, um ſich die eigene Aufgabe richtig zu ſtellen und den Wert ſeiner Neuerung und das Maß ſeiner Kräfte nicht zu überſchätzen. R. und ſeine Genoſſen legten zuerſt Hand ans Werk, um die deutſche Mutterſprache zur Grundlage alles weiteren Unterrichts zu machen, indem ſie dieſelbe für das Organ erklärten, deſſen ſich die Schule zu bedienen habe, um von ihr aus zu den andern Sprachen fortzuſchreiten und die Elemente der Wiſſenſchaften zu überliefern, und den Sprach⸗ unterricht ſelbſt mit der grammatiſchen Zergliederung der deutſchen Mutterſprache begannen. S. 59 f. Gueintz. 1852. Dr. Joh. Ge. Th. Gräße, Lehrbuch einer allgemeinen Literärgeſchichte. III. Bd. I. Abth. Leipzig. 1852. 8⁰. S. 1058. 1279 bietet über R. nichts Bemerkenswertes. R. wird als einin vieler Hinſicht origineller Kopf bezeichnet, der aberdie Mittel, ſeine Principien auszuführen, ſtets ungeſchickt wählte. Die Aufzählung der in Cöthen erſchienenen Lehrbücher iſt ſehr mangelhaft. 1861. Karl Schmidt, Geſchichte der Pädagogik in weltgeſchichtlicher Entwicklung und im organiſchen Zuſammenhange mit dem Kulturleben der Völker dargeſtellt. Köthen. 1861. S. 295 323. 2. Aufl. (von Wichard Lange). 1863. Karl Schmidt, Geſchichte der Erziehung und des Unterrichtes. Cöthen. 1863. 8⁰. 2. Aufl. (von Wichard Lange.) daſ. 1871. XI. u. 535 S. 8⁰. S. 251 253. R. bahnte dem Realismus des 18. Jahr⸗ underts den Weg. Als die Grundſätze ſeiner Methode werden die hauptſächlichſtenArtickel aus Nr. 22 nach Raumers Auswahl aufgeführt. 1865. Th. Hartwig, üÜber die Hofſchule zu Caſſel unter Landgraf Moritz. Hersfeld. 1865. 8o. S. 6971. 1865. Beck, Ernſt der Fromme. II. Weimar. 1865. S. 40. 78 f. Biographiſches über den Hofprediger Lang und den Präceptor Barthol. Winter, woraus Leben ꝛec. des R. I, S. 14 zu vervollſtändigen iſt. 1867. H. Kämmel, Ratichius. In Schmid, Encyklopädie des geſammten Erziehungs⸗ und Unter⸗ richtsweſens. Bd. VI. Gotha. 1867. gr. 8⁰. S. 592 603. Zu demienigen, was Niemeyer und Raumer bieten, werden R. Beziehungen zu dem Landgrafen Moritz von Heſſen nach Weber und Hartwig berührt. Das allgemeine Urteil über R. iſt wenig günſtig. Bei aller Anerkennung der willigen Hingabe aller Kraft und Zeit an den erwählten Beruf und für das Gedeihen der Schule, des ehrlichen Eintretens für das, was ihm als das Richtige erſcheint, des Strebens die Mutterſprache in ihr Recht einzuſetzen, ſeines ſcharfen Auges für die Mängel anderer, wird an R. getadelt ſein übergroßes Vertrauen auf die Methode und die derſelben dienenden Lehrbücher, ſein etwas voreiliges Verheißen glänzender Erfolge, ſeine auffallende Unſicherheit in der Durchführung der aufgeſtellten Theorien und Muſterformen, ſeine Einſeitigkeit in der Verſicſichtigung der Lehrgegenſtände, ſeine geringe Beachtung der Natur und der Bedürfniſſe der zu Bildenden, ſeine völlige Zurückſtellung der Realien, ſein ſtarres Feſthalten an ſtreng kirchlichem(luth.) Standpunkt und ſeine Forderung der Einheit alles Unterrichts im Glauben, ſeine wunderliche Geheimthuerei, und daß er einzelne fruchtbare Gedanken für allgenugſame Wahrheiten hält, mit der Durchbildung ſeiner Entwürfe nie fertig werden kann und durch Stolz und Wichtigthuen überall auch ſeine Gönner und Freunde verletzte.