Aufsatz 
Quellen- und Hilfsschriften zur Geschichte des Didaktikers Wolfgang Ratichius
Entstehung
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Mißlingen in Cöthen wird erklärt:Nam quum R. Lutheri dogmata sequeretur et homo impudens et G*ά⁴ιE c†οα Calvinistis impios nescio quos errores exprohraret, non poterat quin Reformatorum et aliis etiam viris quos vocant ecclesiasticis bilem moveret, metuentibus scilicet, ne quid respublica detrimenti caperet, deque sua in scholam potestate anxiis et sollicitis.

1830. Andr. Gottfr. Schmidt, Anhaltſches Schriftſteller⸗Lexikon. Bernburg, Gröning. 1830. 8⁰. S. 220 f.: Leben des Fürſten Ludwig von Anhalt. S. 304 307 wird über R. nur das aus Nr. 140 Bekannte wiederholt und ein ſehr mangelhaftes Verzeichnis der gedruckten Werke zur Didaktik hinzugefügt.

1833. Kurze Geſchichte des deutſchen Volks⸗Schulweſens. In: Joh. Gottfr. Hientzſch, Wochen⸗ blatt für das Volksſchulweſen. Jahrg. I. 1833. Nr. 5 8. Angeführt von Nr. 188. Halle, 1843. S. 6.

1835. Aug. Herm. Niemeyer, Überblick der allgem. Geſchichte der Erziehung und des Unterrichts. In deſſen: Grundſätze der Erziehung und des Unterrichts. III. Thl. 9. Ansg. Halle. 1835. 8°. S. 551 f. 1835. Chr. Frd. Stadelmann, Pädagogziſch hiſtoriſches Programm. Deſſau. 1835. 40. S. 3. 4. 1836 D. Bernh. Röſe, Abhandlung über Dorothea Maria Herzogin zu Sachſen. In: Erſch und Gruber, Allgem. Encyklopädie der Wiſſenſchaften und Künſte Thl. XXVII. Leipzig. 1836. S. 170

bis 173. Der Herzogin Sorge für die Erzichung⸗ ihrer Söhne und für die Schulen ihres Landes.Vieles Geſchrei verurſachte der wandernde Pädagog R.Die Herzogin überſah gern die Unarten des zänkiſchen und abenteuerlichen Lehrmeiſters....

1838. Gervinus, Geſchichte der poetiſchen National⸗Literatur der Deutſchen. III. Thl. 1838. S. 76 handelt von dem im Anfange des 17. Jahrh. bemerkbar werdenden Eifer, den Terenz zu überſetzen; S. 394 von der in Cöthen erſchienenen deutſchen Überſetzung des älteren Don Quixote(Nr. 80).

1840. Dr. Ernſt Weber, Wolfgang Ratich mit ſeiner neuen Lehrart am Hofe der Herzogin Dorothea Maria von Sachſen⸗Weimar. In: Weimars Album zur vierten Säcularfeier der Buch⸗

druckerkunſt. Weimar, Landes⸗Induſtrie⸗Comptoir 1840. 80. S. 2951. Beginnt mit einer Charak⸗ teriſtik der Herzogin Dorothea Maria und einer Schilderung der damaligen Unterrichtsweiſe; erzählt dann das Leben des R. bis zu ſeinen Beziehungen zu Weimar. Hauptauſgabe der neuen Methode war, einen frohen Lebensmut bei dem Unterrichte der Jugend zu pflegen und der Entwickelung des menſchlichen Geiſtes keinen Zwang anzuthun. Charakteriſtik der Methode. R. liebte das komparative Sprachſtudium. Gang ſeines Sprachunterrichtes. Vergleich mit Hamiltons Methode. Geſetz der Anſchaulichkeit bei dem Unterricht in den Wiſſenſchaften. Hinderniſſe, welche dem R. und der Durchſührung ſeiner Lehrart im Weimariſchen entgegenſtanden. R. in Cöthen. Beförderung durch Herzog Johann Ernſt. Nachhaltiger Einfluß des R. auf das Weimariſche Schulweſen. Litteratur zur Geſchichte des R. 1840. Dr. Herm. Agathon Niemeyer, Mittheilungen über Wolfgang Ratichius. Bericht über das Königl. Pädagogium zu Halle. I. Halle, Waiſenhaus. 1840. 28 S. 40. II. daſ. 1841. 16 S. 40. III. daſ. 1842. 44 S. 40. IV. daſ. 1843. 20 S. 40. V. daſ. 1846. 36 S. 40. Den lobenden Beurteilungen des R. durch Maßmann(Nr. 176) und Weber(Nr. 187) gegenüber behandelt Niemeyer ſeinen Gegenſtand mit Voreingenommenheit gegen R. als einen eigenſinnigen, unverträglichen Geheimnißkrämer. Er benutzt zuerſt, doch in weit unzureichender Weiſe, die Ratichianiſchen Akten des Cöthener Archivs und der Gothaer Bibliothek. Inhalt von I: Abdruck der Meyfartſchen Relation, einzelner Abſchnitte des Jenaer Berichtes, einer Probe ausDie allgem. verfaſſung der Chriſtl. Schule. Kranich⸗Feld 1632, des beſonderen Gutachtens Meyfarts und einer Probe aus derLehrartlehr der chriſtlichen Schule. II: Vergleichung des R. mit Baſedow; Gründe ſeines Cöthener Mißerfolgs. Leben des R. bis zu ſeinem Einauge in Cöthen. Abdruck einiger auf den Augsburger Aufenthalt bezüg⸗ lichen Aktenſtücke und des Memorials vom 7. Mai 1612. III: R. in Cöthen. 1) Wie und unter welchen Be⸗ dingungen er nach Cöthen kam; 2) was auf ſeine Veranlaſſung und unter ſeiner Mitwirkung oder Leitung für das Schul⸗ und Erziehungsweſen in Cöthen geſchah; 3) Entwickelung der Gründe und Verhältniſſe, aus denen hervorgeht, warum ſeine Anſtreugungen verhältnißmäßig nur unbedeutende Erfolge gehabt haben. IV: R. in Cöthen. V: R. in Magdeburg. In allen Theilen werden wichtigere Aktenſtücke zum Abdruck gebracht.

1843. Karl von Raumer, Geſchichte der Pädagogik. II. Thl. Stuttgart. 1843. 80. S. 11 42 und

(Beilage B.) S. 403 406.[3. Aufl. 1857. S. 10 44. 479 489] Charakteriſierung der Stellung, welche die Neuerer, wie ſie Raumer nennt und als derenChorführer er R. bezeichnet, in der Geſchichte der Pädagogik legenüber der Pädagogik der Jeſuiten und desNormal⸗Schulmannes in der zweiten Hälfte des 16. saec. Joh.

turm einnehmen, und des Gemeinſamen in den Peineipien und Tendenzen derſelben(Baco, Montaigne, Ratichius, Comenius, Locke, Rouſſeau, Baſedow und Peſtalozzi) Kurze Darſtellung vom Leben des R. nach den bereits vor Raumer bekannten und benutzten Quellen. Schilderung des Ratichiſchen Sprachunterrichtes und von deſſen Ver⸗ hältnis zu dem Kromayerſchen und zu dem Schulplane für die herzoglich ſächſiſchen Schulen von 1573. Die allge⸗ meinen Principien, wie ſich dieſelben in denArtikeln und in den Aphorismen, welche dem TraktatRatichianorum quorundam praxis etc. angehangt ſind, finden. Des Comenius Charakteriſierung der Methode R.8. Die Gießener und Jenaer Berichte.R. hatte Einſicht genug, um die Mängel des Herkömmlichen zu erkennen, aber nicht genug, um ihnen abzuhelfen. Er ahnte manches Beſſere, ſchaute es aber nur in allgemeinen Umriſſen als Princip. Wollte er