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des R. beweiſen, daß des R. Methode„ſehr weißlich erdacht, vndt mit hoher Vernunft erwogen“, und höchſt nützlich werden kann. Endlich mache R. auf die Schwierigkeit aufmerkſam, die geeigneten Lehrer zu finden, welche mit der rechten scientia, dexteritas(Gaben des Leibes und des Gemüthes) und alacritas ausgeſtattet ſeien.„Man könne 10 Knaben finden, die mit luſt vndt glück zu vuterrichten nach der Didactica, aber nicht einen Praeceptorem, der es ſolchergeſtalt verrichte.“
Welchen Erfolg dieſe„Relation“ bei dem ſchwediſchen Kanzler gehabt hat, wird nicht berichtet; das Einzige was wir darüber finden, ſind Meyfarts Worte in ſeinem Leichenprogramme:„Sed et hoc Belli furor elusit.“ Das Nächſte, was wir über R. nach dem 15. März 1634 erfahren, iſt*) ein am 19. April desſelben Jahres an Anna Sophia gerichtetes ſehr ausführliches ärztliches Gutachten über R. i„Schwachheit vnd Beſchwerung.“ Nach dieſem hatte die Lähmung der Zunge, die Schwere des Armes, die Schwäche des Gedächtniſſes und die Blödigkeit des Geſichts ſeit dem Frühjahre 1633 ſtetig zugenommen. Trotz aller Kunſt der damaligen Aerzte**) verſchlimmerte ſich des R. Zuſtand im Laufe des Jahres 1634 und im folgenden Winter immer mehr, die Schlaganfälle wiederholten ſich, und am 27. April 1635 fand R. Erlöſung von einem Leben voll Plage und Trübſal.„Inter adstantium preces, posteaquam constantis fidei signum dedit, animam creatori Redemptori et Sanctificatori reddidit. Jacet ergo extinctus, jacent opera nondum absoluta, et hominem expectant coelestibus donis affluentem, qui supremam illis inducat lineam“***). In dem Kirchenbuche der Barfüßerkirche zu Erfurt ſteht:„Wolffganguß Radichiuß, aus deß fenſtermacherß ſeinem Hauſe gegen dem freithofe über, begraben in der Kirchen zu den Barfüßern im ganck neben der Cantzeln vor Wilhelm Rößler ſeiner frawen ſtand, den 30. Apriliß 1635“ †). Die unerſchütterliche Treue der Gräfin Anna Sophia hatte ſich auch noch nach dem Tode ihres Schützlings bewährt; auf ihre Meranſaliung war R. ein feierliches Leichenbegängniß unter der Betheiligung der Univerſität zu Theil geworden.
*) Abgeſehen von einer„Instructio Pro Dni R. i famulo“ vom 14. April 1634, nach welcher R. täglich 7 ver⸗ ſchiedene Arzeneien(darunter„antiparalytica“ und„antihypochondrica“) gebrauchen mußte. Die gelähmte Zunge ſollte täglich dreimal, die lahmen Glieder Abends eingeölt werden; auch ſollte er täglich ein Niespulver nehmen.
**) Der Arzt findet den Sitz der Krankheit, die er Tartarus hypochondriorum nennt, in der Milz, auch in dem kleinen Geäder zwiſchen Milz und Leber, und hofft das Beſte von der Anwendung„tüchtiger Subtiler ſpiritualiſcher mine⸗ raliſcher arcaniſcher Artzeneyen.“ Die Lähmung ſei ex debili apoplexia entſtanden. Eine unglaubliche Menge von Arzenei⸗ mitteln ſollen angewendet werden; die Vorſchriften de mediis diaeteticis ſind zahllos.
***) Meyfart, Programma publ. in exequiis Ratichii. Erfurti 1635. p. 9.
†) Kehrs Pädagog. Bl. VII. 1878. S. 527.


