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ſeines Fleißes abzuſtellen und ſich mit dem Didaktiker fortan beſſer zu vertragen. Es bedurfte aber erſt der eindringlichſten Vorſtellungen der Gräfin, Kospots und Rolfinks, ehe R. in das längere Verbleiben ſeines Collaboranten einwilligte*). Sannemann erbot ſich nunmehr„ſeiner ahnleitung in der Geographie, darin er excellirt, ſich gebrauchen zu laſſen vnd darinnen gehorſamlich vnd getreulich vfzuwarten.“**) Gleichwohl ſcheint eine rechte und bleibende Ausſöhnung und Mitarbeit Sannemanns mit R. ſo wenig zu
*) Obgleich Anna Sophia(an Kospot, praes. 19. Juni) es auch für das Beſte hielt, wenn Sannemann, da ihn R.„nicht düchtig ferner zur Arbeit befende, der ihn mehr hindere“,„dieſen PetriPaulmarckt auff die meß wieder auf Helmſtadt komme“, ſo ſchickte ſie doch gleichzeitig an R. folgenden Brief:
85. Inſern gnedigen gruß Zuuoren. Hochgelehrter lieber beſonder. Wir haben Auß Ewern nehſtigen Zuſchreiben Ewern Zugeſtandene Vnpäßligkeit gar vngerne verſtanden. Vernehmen doch gerne daß eß ſich ſo weit gebeſſert daß Ihr hoffete mit vnſerm vrlaub daß Jubelfeſt bey vnß zu haltten vnd auch zu dem Hochwürdigen Abendmahl zu gehen, wil auch vnſer freindlicher hertzliebſter Herr gemahl Euch auff den Dinſtag oder montag pferdt vnd wagen ſchicken Euch anhero zu führen; wir haben aber bey dieſer gelegenheit erſt noch eine ſehr nothwendige erinnerung(die auß gnädiger mütterlicher fürſorge herrühret) bey Euch zu thun, ohne deſſen erklerung vnd Ewer folgung wir Euch nicht werden dürffen holen laſſen, eß iſt von Weimar auß, vnſern hertzliebſten Herrn vnd vnß vorkommen, wie Ihr Euch ſo gar nicht mit M. Sanneman vorgleichen köndet, vnangeſehen daß die Hertzoge herrn hordtleder, vnd D. Brendelen deßwegen ſchrieftliche commission auf⸗ gethragen, vnd ſich M. Sanneman erboten Die mängel zu endern, ſo hat vnſer hertzliebſter Herr, vnß vnd den HofPrediger zu rede geſetzet, ob wir nicht wüſten, woran ſich ſolcheß ſtüſſe. vnd was Ihr Euch mit den Hertz. zu Weimar wegen M. Sanneman verglichen, wir ſoltten Euch darzu vermahnen, daß Ihr ſelbigen nachkemet, oder wir verdineten nur eitel vnfreindtſchaft zu Weimar vnd dergleichen; wir heten ſo weit vnſern hertzliebſten Herrn erzehlet, wie Ihr vmb M. Sanne⸗ man angehalten, vnd Ihn fürgeſchlagen, daß Er diechtig genung were die gramaticken, vnd waß die Weimariſchen danmalß noch Ihre ſchulen zuuerbeſſern bedacht geweſen zuuerfertigen, Darauff Ihn die Weimariſchen fordern laſſen vnd Ihn vnder⸗ hallt Ewern werck zum beſten verſprochen hetten ſich ſo müßverſtende ereignet M. Sanneman nicht gar fleiſig ſich Anfangeß erzeiget. Ihr aber in Ewr nehſte anweſenheit hir vnß gewiß verſprochen daß Ihr wieder mit Ihme woldet einß werden, hoften auch eß ſollte geſchehen ſein, vnd ſollte vnſer hertzliebſter Herr deſwegen nicht mehr ſorgfeltig ſein: hierauff haben wir den Camerrath vmb bericht geſchrieben, welcher gleichwol daß Jenige auch anzeiget, ſich zum höchſten beklaget. Daß Er am vbelſten dran ſey, vnd auß guthem wolmeinenden gemüth befehret Ihr werdet Ewr werck ſehr dadurch hindern; Alß wollet Ihr doch vmb Euch ſelbſt vnd Ewrn Chriſtlichen fürhaben willen Euch bedencken, die Herſchaft vnd ſo viell vornehme leithe nicht ſo widerlich zu feinden machen, vnd ſo Ihr den vorſatz habett bey Gott vergebung Ewr ſünden zu ſuechen, Ewrn neben Chriſten Seine fehl vnd mängel auch verzeihen vnd vergeben, vnd Euch mit Ihme vergleichen, weil ſich der M. Sanneman Ja erbotten den mengel abzuſtehen, ſo müſſet Ihr Ja auch darauff ſehen, Daß Ihr fein mit güthe vnd liebe dermal einſt von der Weimariſchen kondſchaft vrlaub nehmet. Zumahl hettet Ihr itzo eine vorſchrieft an den Hern Küntzkij von Hertzog Wilhelm von nöthen, wer eß Ja ſache daß M Sanneman Euch im werck nicht dinlichen were kondet Ihr eß vertrawen Den Camerrath anzeigen, daß Ewre intention darhin ginge, Daß Ihr Die Herſchaft nicht in vergeblichen koſten brengen woldet. Ihr wollet ſonſt daß Jenige(ſo Ihr der Herſchaft durch M Sannman auß zu arbeiten verſprochen vnd vor Euch außgearbeitet hettet) cumuniciren, Sie ſollten Ihn in Gottß nahmen auff itzige meß wieder nach Helmſtadt fördern, vnd vertrüget Euch fein freundlich mit Ihme, daß Er zu Helmſtadt dan auch nicht vrſach hette von Euch oder dem werck ſchimpflich zu reden; ſo würde dan vnſer hertzliebſte Herr auch zufrieden ſein daß Ihr herkommet. Der HoffPrediger hette eß Euch lengſten zugeſchrieben wie hart wir beyederſeitz ſeind zur rede geſetzet worden, weil Ihr aber ſeine briefe biſhero wenig beandtwordet, ſo haben wir ſolche bemiehung von Ihme auff vns genohmen, vnd weil Ihr Euch imer vnſern gehorſamen pfleg Sohn vnderſchreibet. ſo laſſet Doch Ewren gehorſam hirinnen ſehen, vnd vertraget Euch mit M. Sanneman, ſo ſollte Ihr vnß dan gar angenehme hir ſein. Ich Euch fein mit Gott verſöhnen könnet. vnd vnſer liebſt Jubelfeſt mit frewden hallten haben eß Euch in eill nicht bergen mögen vnd bleiben Euch ſonſten mit gnaden wol gewogen. Rudelstadt Sonnabend vmb 9 Vhr[von R.s Hand dazu: den 9. Junij 1630.“]“ Anna Sophia gzu Schwartzburg.“
**) Hortleder und Kospot an den Herzog Ernst d. d. Jena 29. Juni 1630. In dieſem Schreiben wurde die Bitte Sannemanns,„ihm zu Bezahlung ſeines tiſches, vnd andern nothwendigen Interhalts, ein ſtück geldes, zu ſeiner beſoldung“ zu verwilligen, befürwortet. Er hatte bis dahin„ohne einige gnedige beyſteuer“ ſich in Jena aufgehalten. Bis zum 28. Auguſt 1630 war dieſe Befürwortung erfolglos; denn an dieſem Tage wiederholte Sannemann bei Kospot ſeine Bitte um endliche Auszahlung ſeiner„beſtallung“ und um Erſatz der von ihm getragenen Reiſekoſten. Erſt am 20. October erhielt er 150 fl.(incl. 20 Thlrn. Reiſekoſten) ausgezahlt.


