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ſein in der Euangeliſchen Kirchen Viel guter ſchulen albereit Vorhanden, Darin des rechten glaubens Vnd der SPrachen Harmony wohl klinget, Vnd auß heyliger Göttlicher ſchrifft Vnd andern ſchönen guten Autorn vnd büchern genommen Vnd angeſtimmet werde, Daher kan ich mich in die meinung der andern Vnd dritten frage nicht richten noch drauß wickeln, Von was vnd wie viel Harmonien ſie handeln, dan im ſingen vnd muſiciren mög 2. 3. oder 4. Chor ſein, Vnd bald einer vmb den andern, bald alle Zuſammen ſich hören laßen. Es iſt vnd bleibt aber alzeyt nur eine Harmoni. Darumb hette der Autor Vnd Tichter dieſer fragen ſich Zuförderſt zu ercleren, Was er für Vnterſchiedliche Chor vnd Harmonien meine, Vnd wie der VhrſPrung einer ſolchen Schuelen auß der Harmoni des glaubens Zu nehmen ſein ſolle, Den ein inventor, Vnd artifex, ein erfinder, Künſtler, Vnd Wergkmeiſter muß ſeine Werg fein deutlich an tag geben vnd ereleren, wen er der leute behfall erlangen will, dz es muglich, Vnd nützlich ſcheine, Gleichwie ein Baumeiſter, wen er ein hauß, ſchloß Oder feſtung ſchön vnd hübſch in guter form Ind richtſchnur nach ſeiner Kunſt anZurichten vnd Zu Volnführen fürſchlagen thut, dz es Viel beßer, alß Von andern angegeben Vnd gebeuet werden will, beſtehen Vnd viel artiger vd förmlicher ſein ſoll, Zuuorhero einen artig abriß oder modell vbergibt, wie der grund gelegt, wie weit, breit vnd lang das gebeude Vfgefuhrt, Wo Küch, Vnd Keller, treppen, Wendelſteine, Stuben, Cammern, Vnd anderer nohtwendige Zimmer, mit guten liecht, Vd anderer bequehmigkeit, hingeſetzt werden ſollen, Auß dieſer Vrſach weiß ich auch Vf die funfte kein judicium Zu fellen, Ob ein ſolch angedeüt Schuelgebeüde Durch einen Menſchen, recht Vnd beßer, als biß⸗ hero, in Volkommenheit Zu bringen, vnd außzuführen. Vielweniger weiß Ich Zum 6. Vnd vf die 6. frage nicht, Ob iemand Zu finden, der hierZu tuchtig vnd Zu gebrauchen, oder ſich dar Zu gebrauchen laſſen vd deſſen mit gutem ſucceß Vnterſtehn. Vnd nicht etwa Vergebene Vncoſt Vhrſach Vnd einen ſchimPf einlegen Wolle, In gemein dauon Zu reden, Muſte es ein geſchickter, tapfferer, Wohlbenannter Vnd ſolcher Man ſein, der ſeiner Kunſt guten ſchein vd demonstration geben Vndt thun, auch ein model für ſchreiben, oder eine prob anſtellen Vnd die nutzbarkeit vnd müglichkeit für augen ſtellen, Worauß auch mit andern gelehrt vd geehrt leuten ſanfftmütig vd Vernünfftig darauß Conferiren, Vnd die Zweifelnden mit ſatten gründen. vf ſeine meinung bewegen könte. Alß dan erledigte ſich die 7. frage Verhoffentlich an ſich ſelbſt, vd Würden nicht allein alle gelehrten gerne darZu helfen, vd ſich ſchuldig erkenen ſonder auch darob erfreuen vnd hoffen, das Ihre Kinder vnd nachkom deſto ehe, Vd mit geringen Vncoſten gelehrt Vnd geſchickt werden könten.“—
Die Gräfin Anua Sophia gedachte nun, R. am Montage nach Heil. drei Könige 1628 nach Jena überſiedeln zu laſſen*); aber Kospot vermochte ſie, die Abreiſe des Didaktikers noch einige Zeit hinauszu⸗ ſchieben**). Sie lud dafür den Herzog Ernst ein, in der folgenden Woche mit Kospot und Kromayer nach Rudolſtadt zu kommen, damit man endlich„zu einem gewiſſen ſchluß komme“***). Der Herzog folgte der
bens Natur. Zum Dritten was vor andere bücher gemeinet ſein, obs von Heidniſchen Schriben ſowol alß von Peclesiasti- corum scriptorum libris oder allein von dieſen ſolle verſtanden werden. Zum virten weiß ich auch gantz nicht, Was da ſein ſolle Die Harmoniam gleichſamb drey unterſchiedliche Chor in einß Zu bringen.“ Weil er alfo in re plane ignota versire, ſo könne er weder auf die dritte noch auf die folgenden Fragen ſich äußeren.
*) Anna Sophia an Kospot in Jena d. d. Rudolſtadt 28. Dec. 1627.
**) Dieſelbe an denſelben d. d. Rudolſtadt 3. Jan. 1628,„welcheß vns dan vor vnſer perſon nicht zu entgegen, den Er hir genugſam zuuerrichten.“
***) Aus dem ſoeben angeführten Schreiben ſei noch folgende Stelle mitgetheilt:„So ſchicken wir Euch in gnedigen Vertrauen deß von Bodenhauſen abſchlegliche Andtwortt vnd begeren nochmalß, wo Ihr... etwas(?) aufbringen könnt vnß nicht zu beſten, könten wir daß haben, waß vnß von Gotteß vnd recht wegen gebürt, wir wollten ander leuthe nicht bemühen, vnd noch viel ſchulen⸗ vnd Kirchendienern mit außhelffen, ſo brauchenß andere, vnd genieſſen eß doch auch nicht, vnd müſſen noch dafür rechenſchaft geben patientia. Gott vergebe eim ieglichen Seine vnerkante Sünde.“


