Aufsatz 
Das Leben und die pädagogischen Bestrebungen des Wolfgang Ratichius : 4. Abteilung
Entstehung
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Eine Abſchrift dieſesDolium mag der Gräfin Anna Sophia als geeignete Vorläuferin für ihre nunmehr mit erneutem Eifer auf die Gewinnung fürſtlicher Patrone für ihren Schützling R. gerichteten Beſtrebnngen erſchienen ſein.

Zunächſt ſuchte ſie wieder mit dem Weimariſchen Hofe anzuknüpfen, weil auch die beſten auf Jena gebauten Hoffnungen eitel erſchienen, ſolange nicht eine Verſöhnung mit den Weimariſchen Fürſten hergeſtellt und der leidige Revers(S. o. II. S. 42) aufgehoben war. Sie ſetzte ihre Hoffnung auf eine perſönliche Zuſammenkunft des R. mit Herzog Johann Ernst zu Weimar. Um eine ſolche zu erlangen, ſandte ſie einige Deputierte(außer Kolbe vermuthlich noch Mylius) nach Weimar, wo Kospot eine Audienz bei dem Herzoge erwirkt hatte*).

*) Die folgende, allerdings undatierte, aber ohne Zweifel auf dieſe Deputation bezügliche Inſtruktion ertheilte die Fürſtin in eigenhändiger Aufzeichnung.

bedencken Wie die Anbringungh Wolffgang Ratichij fürnemmeſt werck geſchehen könte. 1) were durch die abgeordneten Dahin Zu ſehen vnd ſich miteinander Zuunergleichen wan Sie nach Weimar gelangen würden, wer vnder Ihnen ſollte daß anbringen thun? Würde Zum erſten, daß Creditive ſchreiben, dem Camerrath eingeſchickt, vnd gebetten Zeit Zu nennen wan Sie ſollten gehörett werden. 2) Die anbringung könnte mit dieſen wortten erfolgen, gegen Hertzog Johan Ernſte Durchlauchtiger Hochgeborner fürſt, gnediger Herr, hatt Die durchlauchtige Hochgeborene fürſtin frau Anna Sophia geborene fürſtinn Zu Anhallt Grafin Zu Schwartzburg vnd Hohnſtein, meine gnedige fürſtin vnd fraue aufgethragen vnd in gnaden befolen, Eür fürſtlichen gnaden, Deroſelbigen freundlich guthen morgen Zuvermelden, vnd würden Efg ohne weitleiftige erzelung ſich freundt Brütterlichen Zuentſinnen Wiſſen, wie Ifg vnderſchietlichen, ſowol ſchrifte alß müntlichen, dieſelbige freundlicher wolmeinung verſichert, H. Wolffgangum Ratichium, wegen ſeiner Didactica, vnd fürnemen künſtlichen werck, in der perſon Zu hören, Weil aber Eür ſg. weren ſolche impedimenta vnd verhinderung mit reingefallen, daß Sie ein Solcheß nicht wol biß dato abwartten können. Vnd inn gewinung der Zeit, Ifg f. erſucht, ob Sie innendeß könten h Ratichium vernemmen laſſen, Vnd alſo Efg Zu beſſer informirung anfenglichen fürthragen. alß haben Ifg hochgedachte meine gnedige fürſtin vnd fraw, weil Ifg nunmer eine geraume Zeit hero daß Werck ſehr hoch vnd wiechtig nicht alleine für ſich, ſondern auch von gelerthe vnd höherß ſtandeß perſonen befunden, auch noch beſtendig dafür haltten, daß Gott Zu Ehren, Der lieben Jugent Zu nutz, vnd befernüß Der reinen lutheriſchen religon aufnemen, Vnd Zum beßern gemeint ſey, an Ifg orth nicht wollen ermangeln laſſen, an H Ratichium geſchrieben Vnd ſo weitt Vermocht, daß Er die gentzliche entwerffung, vnd waß Er ſelbeſt were geſinnt geweſen, Efg Zu Zeigen, Vnd mit derſelbigen in Vnterthänigen Vertrauen Zu reden, hir bey Von ſich gegeben vnd Sfg anheim geſtellet ſolcheß EfG beſtermaſſen fürthragen Zu laſſen Vnd nach Vermöegen erkleren, alß bitten Sfg gantz freundlich, Sie wollen dem f. Zuentbieten nach, dieſeß werck vernemen, woll ponderiren, Vnd Dar⸗ neben nicht vergeſſen. Efg weilandt Hochgeehrte. Vnd hertzvielgeliebeten fraumutter Seliger, Criſtmieltter Vnd Hochlöblicher Angedechtniß guthe gehabete intention ſich in gnaden darbey Zu erinern, auch nach befindung deß hochwichtigen werckeß h Ratichijj perſon,(Dem Gott gleichſam anvertrauet) Zu fernern fürſtlichen. gnaden vnd beförderung laſſen befolen ſein, betten Ifg Eür fg wollten mich gnedig hören vnd dieſelbige noch ein klein wenig entſchultiget haltten. Da ſich den Ifg ſelbſten auch bey der erklerung deß werkeß wolten befinden, Welcheß auf entpfangenen gnedigen befel meiner gnedigen fürſtin vnd frauen Efg alſo vn terthänig anzumelden ich nicht vnderlaſſen ſollen, Vnd mich darzu ſchültig erachtet, Auch Darneben Zu Eür fgnaden fürſtliche hulde ich mich hirmitt vnterthänig befelende; 3. hirauf wirdt nach begeren Deß Hertzogeß. Die tabellen. Vnd waß nöetig iſt Von D Kolben gezeiget. Vnd darneben Ratichii meinung gruntlichen berichtet, Vnd were nicht vndienlichen Daß Der CamerRath Coſpott Darbey ſein möchte, ſo nicht einen tag gar könte dem Hertzog einge⸗ nommen werden, würde vntherthänig gebetten, Daß Der Hertzog Die abgeordtneten Den andern tag wiederumb hören möchte Vnd ſein fürſtlgnaden ſich nicht weileten, 4. wan nun befunden wirdt daß der Hertzog Die ſache wol innen Vnd wiederumb beliebung trügen ſich deß Werckeß mit Ernſt anzunemen, ſo ſollten die abgeſanten begeren, daß Ifg. dere frau muhmen der abgeordneten fG gfl vnd frauen Zu freundlichem gefallen, Vnd fürnemlich Gott vnd den fürnemen werck Zu Ehren. Ratichiij perſon widerumb Zu gnaden wollten annemen, daß forige nicht mer gedencken. Den revers aufheben, Vnd Ihme nach Weimar in gnaden erfordern. Daß Er Dem hofprediger Vnd Rectoren Zeigete, worinn ſie verſtoſſen, Vnd wie Sie daß werck richtig halten ſollten vnd könten, auch wie der Hertzog die vniversitet Jenah mit eigner beliebung dar Zu kriegen würden.

Waß ſoll am Erſten Zu W. fürgethragen werden. Auf Ihre frage ob waß iſt gethan alß Zu Coetten. Der Cötniſche medotus vnd 1. ſoll... Madeburgiſche discurs Von Der Teutſchen Vnd latheiniſchen ſchule 2. Die