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unten näher zu reden iſt. Ferner ſtellte er im Sommer 1626 die General⸗Tabellen ſeiner Didaktik wiederholt feſt und unterbreitete ſie dem Urtheile der genannten Jenaer Profeſſoren ⁷*).
Der Kreis ſeiner Freunde in Jena erweiterte ſich immermehr. Außer den oben genannten Gelehrten, von denen ſich Gerhard ſogar zur Abfaſſung eines theologiſchen Compendiums zu der Didaktik bereit erklärt hatte, traten die Profeſſoren Daniel Stahl**) und Paul Slevogt***) auf die Seite des R. †). Die Jenaer Theologen außer Gerhard waren freilich auf ihn ſchlecht zu ſprechen † †), während er auch unter den Juriſten freundliche Gönner beſaß, insbeſondere an Peter Theodoricus ꝓ††‿†). Außer dieſen konnte er vor Allen auf den alten Profeſſor Brendel als auf einen treuen Freund und Beförderer ſeiner Sache rechnen*†).
Den beiden Profeſſoren Stahl und Slevogt ließ Anna Sophia jene Fragen nebſt der Declaration derſelben ebenfalls vorlegen und ein Gutachten über dieſelben abfordern** †). Denn da ſie von mancher Seite erfahren hatte, daß man dem Werke des R. wohl nicht abhold ſei, aber beſorge, daß darin„vergebliche Einbildungen oder Unmöglichkeiten“ ſeien, und daß dasſelbe zu hoch hinaus wolle, ſo wünſchte ſie,„Das doch gelerte leute der Lehrart R. i mehr kündigk würden vndt ſo dan dieſelbe gut befunden, ſo wol durch eigene mitaußarbeitunge, als durch abwendung alles verdachts bey hohen Patronen befördern helffin möchte“. Die ſchließ⸗ liche Erklärung der genannten zwei Profeſſoren ging in Uebereinſtimmung mit den Profeſſoren Gerhard und Schwabe dahin,„daß ſie keine vrſach hetten, dem Herrn R.o Zuwider ſein, beſondern... die ſachen ſo nützlich erfunden wurden nach vermögen helffen fortzuſetzen“****†).
Immerhin wollte des R. Sache in Jena nicht ſo raſch und in ſolchem Umfange Boden gewinnen, als es der Didaktiker und ſeine fürſtliche Gönnerin gewünſcht und gehofft hatten; ſeine Gegner behaupteten noch immer die Oberhand †*).
*) Praetorius an Mylius d. d. Jena 12. Juli 1626. **½) Geb. 1589, ſeit 1623 Profeſſor der Logik und Metaphyſik in Jena..
***) Geb. 1596, ſeit 1625 Profeſſor der griechiſchen und hebräiſchen Sprache in Jena. Von ſeinen von Jöcher, Gel.⸗Lex. IV. S. 637 angeführten Schriften handelte eine de dissidio theologi et philosophi in utriusque principiis fundato.
†) Praetorius an Mylius d. d. Jena 12. Juli 1626. ††) Praetorius J. J. Derſelbe ſchreibt am 20. Juli an R.:„die Herren Theologi nur sceptice alles thun excipiren vnd mich oft vnd vielmalf tecte durchziehen.“ 1
†ſt) Geb. 1580, Profeſſor der Rechte, Aſſeſſor des Hofgerichtes und des Schöppenſtuhls in Jena. Er hatte die Vortrefflichkeit der Ratichiſchen Lehrweiſe an ſeinem Sohne kennen und ſchätzen gelernt. Vergl. Praetorius an R. d. d. Jena 20. Juli 1626. Vergl. III. S. 33. Vielleicht iſt Theodoricus der„Peter Samuel Thiederich“, welcher zu mehreren Werken der Didaktik Widmungsgedichte an Anna Sophia verfaßte.
*†) Vergl. über ihn oben II, S. 20.
** †) Slevogt an Anna Sophia d. d. Jena 10. Mai 1626. Er findet darin die Fragen und einzelne Ausdrücke etwas dunkel. Zu näherer Erkundigung entbot die Fürſtin den Profeſſor nach Rudolſtadt. Nach einer in den Gothaer Akten befindlichen undatierten, wahrſcheinlich von Praetorius herrührenden Rudolſtadter Aufzeichnung erwartete man in Rudolſtadt den Profeſſor Stahl zu einer Beredung mit Praetorius(?) u. R.,„ſich des werckes von beyden Zum beſten zu erkündigen.“ Der erſtere der beiden zuletzt genannten gedachte die Verhandlungen mit dem Jenaer Profeſſor zu eröffnen und demſelben darzuthun, daß die Lehrart 1. gut ſei, alles, was zu lernen ſei, a) gewiſſer, b) vollkommener, e) richtiger, d) ordentlicher und e) eher zu lehren, als zuvor geſchehen ſei, 2. nöthig und 3. möglich ſei, und daß bei derſelben die Perſon des R. nicht entbehrt werden könne. Hiernächſt erſt ſolle Stahl mit R. ſelbſt verhandeln.
**r) Praetorius an Mylius d. d. Jena 12. Juli 1626.„Von den anderen Theologis(außer Gerhard) habe ich wenich erhalten konnen Den ſie deß herrn R.i wegen nicht gar wol Zu ſprechen. M. Stahl hat ſich erbothen ſein judicium in Kurtzen Zuvberſchicken. M. Slevogt hat zwar ihm die declaration nicht mißfallen laſſen, doch gleichwohl mehrentheilß bei ſeinem vberſchicketen bedencken geblieben.“
†*) Praetorius an R. d. d. Jena 20. Juli 1626 berichtet, daß Gerhard mit der vielfachen Abänderung und Ver⸗ vollkommnung ſeines verſprochenen Compendii theologici immer hinhalte, ſodaß Praetorius Bedenken getragen habe, den


