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toren feierlich in ſeinen Schutz und Schirm gegen offenbare Gewalt oder unziemliche Anſprache und Verfol⸗ gungen und ſichert ihm volle Freiheit zu, nach ſeiner Lehrart die Jugend in Sprachen und guten Disciplinen zu informieren„vnd ſo viel möglich das gutte wergk vff ſeine Koſten nach ſeiner dispoſition in vollem ſchwange zubringen, darzu Ihme denn auch ſonderliche örtter, welche ehr darzu bequeme erachtten wirdt, angewieſen vndt eingereumet werden, auch Truckereyen vnverhindertt ſeyn ſollen.“
Auf Grund dieſer Conceſſion richtete R., der bis dahin nur in einzelnen Privatſtunden praktiſche Proben ſeiner Lehrart den Magdeburgern geboten hatte, ſich nunmehr auf eine umfaſſende Einführung der⸗ ſelben ein. An Freunden, welche ihn mit Rath und That unterſtützten, fehlte es ihm keineswegs; außer Hesse waren es vor allen anderen M. Andreas Cramer*) und M. Johannes Angelius Werdenhagen**); ferner M. Michael Majerus***), M. Aaron Burchard †), M. Peter Probst ††), D. Joachim Reineke f†††), Chriſtian Strube*†) u. a.**†).
*) Er war geboren zu Hadmersleben(Vgl. den Titel ſeiner Schrift: Concertatio oratorio-scholastica de primatu philosophi, medici etc. Magdeb. 1615), wurde 1605 Subconrector, 1606 Conrector in Hannover(Vgl. Baring, Hannoverſche Schul⸗Hiſtoria. II. Bd. Hannov. 1748. S. 106. 96.), 1607 Rector in Quedlinburg, 1613 Superintendent in Mühlhauſen, 1614 Hauptpaſtor an der Johanniskirche in Magdeburg. Vgl. Ludovici Historia rectorum II. Lips. 1709. p. 278 sq.— Vockerodt, Evenius. Goth. 1724. 4. p. 5:„A. Cramer quantus fuerit theologus, post exilium a Magdeburgensibus, in civitate imperiali Molhusa Thuringica editis talis notae scriptionibus ostendit, quos B. Spenerus dignas judicavit, quae denuo publicarentur.“
**˙) Werdenhagen war geboren zu Helmſtädt am 1. Auguſt 1581, ſtudierte an der Univerſität ſeiner Vaterſtadt und gehörte daſelbſt zu den vorzüglichſten Schülern des Joh. Caselius, deſſen gern geſehener Hausfreund er war. Nachdem er von 1601 bis 1606 Privatdocent in Helmſtädt, dann Begleiter junger Edelleute nach Jena, Tübingen, Heidelberg und Straßburg, und nach einer kurzen Unterbrechung, in der er Conrector zu Salzwedel war, auch nach Leipzig und Gießen geweſen war, wurde er ſeit 1612 zu diplomatiſchen Sendungen nach Straßburg, Dänemark und zur Kaiſerkrönung gebraucht, wurde 1616 prof. eth. in Helmſtädt; 1618 genöthigt, Helmſtädt zu verlaſſen, wurde er Syndikus der Stadt Magdeburg, verlor dieſe Stelle 1626, lebte her⸗ nach in Leiden und zuletzt, als Kaiſerlicher Geſandter bei den Hanſeſtädten, von 1637 an in Lübeck. Er ſtarb auf einer Reiſe in Ratze⸗ burg am 26. Dec. 1652. Er veröffentlichte in einem ſeiner zahlreichen Werke 1635 auch einen Aufſatz de vero modo educa- tionis. Ueber dieſen wird weiter unten gehandelt werden. Vgl. über ihn Henke in Herzogs theolog. Realencycl. Bd. 21, S. 612— 614.
***) Mich. Majerus(Mayer, Meier, Mejerus), ein Altersgenoſſe und Landsmann des R., aus Rendsburg gebürtig, war noch gleichzeitig mit R. in Roſtock, kam dann nach Prag, wurde kaiſerlicher Leibarzt und erhielt vom Kaiſer den Titel eines Comes pal. caes. und den Adel. Nach des Kaiſers Rudolf Tode war er Leibarzt des Landgrafen von Heſſen; die letzten Lebensjahre brachte er in Magdeburg zu; er ſtarb 1622. Er gab viele chemiſche Schriften heraus; auch gehörte er wahr⸗ ſcheinlich zu den Roſenkreuzern. Vgl. Jöcher, Gel. Lex. III. S. 329 f.— Er übernahm, nachdem er von R. in die Didaktik eingeführt war, die Unterweiſung der Kinder Cramers im Hebräiſchen; hernach überließ er dieſelbe aber R.
†) Burchard oder Burchardi hatte die Schule in Magdeburg beſucht; er wurde Pfarrer(zuletzt Archidiakonus) zu St. Ulrich; 1579 unterzeichnete er die Concordienformel. Er war ein intimer Freund Rollenhagens und hielt nach deſſen Tode eine Leichenrede auf denſelben, welche die Hauptquelle für die Biographie des Dichters vom Froſchmäuſeler iſt. Nach Rotermunds Nachtr. zu Jöchers Gel.⸗Lex. ſtarb er um 1619.
r†f) Seine Lebensumſtände ſind mir unbekannt. Auch er war in den Cramerſchen Religionsſtreit verwickelt und des Flacianismus und Enthuſiasmus verdächtig. Cramers Gegner warfen dieſem den Verkehr mit Probst vor, der kein Bürger von Magdeburg ſei und ſich ohne Vocation in der Stadt aufhalte. Cramer nahm ihn aber als einen frommen, rechtgläubigen, gelehrten und intereſſanten Mann in Schutz. Seiner Gelehrſamkeit ließen auch ſeine Feinde Gerechtigkeit widerfahren. R. hielt viel auf ihn und überließ hauptſächlich ihm die Vertretung ſeiner Sache vor den Deputierten des Rathes am 29. Juli 1622. Bei dieſer Verhandlung rief Bürgermeiſter Brauns:„Herr Ratichi, wenn ich euch M. Probst nehme, ſo habt ihr nichts!“ worauf Probst erklärte, R. habe die Didacticam gehabt, ehe er(Pr.) zu R. gekommen ſei. Vgl. Extr. Articulor. etc. vom Juli 1622 ad 35. 36. bei Niemeyer a. a. O. S. 16.
†rr) Vielleicht identiſch mit dem Diakonus zu St. Jakob in Magdeburg Jakob Reineccius.
* †) Er war in den Augen des Evenius nächſt Cramer und Werdenhagen der Hauptfreund des R.
** †) Die oben genannten„Collaboranten“ bzw.„Adhärenten“ waren bis zum 15. Juli 1622 in die Lehrart des R.


