— verſuchen, und, weil er weder bei der Univerſität eingeſchrieben, noch im Bürgerrechte verbürgert ſei, ſo ſolle er innerhalb vierzehn Tagen Baſel verlaſſen.
Es liegt am Tage, daß jene Denunciation nicht der einzige Grund für R.s Ausweiſung aus Baſel ſein konnte. R. ſah ſeine eigentlichen Ankläger in mehreren Mitgliedern der Univerſität, die an ſeinem Vor⸗ haben Mißfallen gefunden hatten und allerhand Ungelegenheit ſuchten, ihn verhaßt zu machen und zu ver⸗ treiben. Namentlich bezeichnete er als ſeine Gegner den Rector der Univerſität Dr. Sebaſtian Beck, ferner Dr. Bauhinus, außerdem im Rathe Peter Syff, Joh. Wolleb und Wolfgang Meyer*). Der tiefere Grund des unerwarteten ungünſtigen Ausganges von R.s Aufenthalte in Baſel lag in dem Gegenſatze zwiſchen den Reformierten und den Lutheranern, einem Gegenſatze, der auch anderwärts, wie namentlich in Frankfurt, Augsburg, Caſſel und namentlich in Cöthen für R. verhängnißvoll geworden iſt.
R. begab ſich nach Dilligheim zu ſeinem Freunde Daniel Brunnius, bei dem er ſchon den No⸗ vember und December 1617 zugebracht hatte. Dieſer ſowie der Pfarrer Paul Heberlin zu Hattingen genoſſen hebräiſchen Unterricht bei R.
Die dortige Gegend verließ R. am 3. Februar 1618. Noch am 21. Januar 1618 richtete er ein Rechtfertigungsſchreiben an den Bürgermeiſter von Baſel. Er ſelbſt gab zwar an*), der Markgraf Georg Friedrich von Baden⸗Durlach habe ſich ſeiner in der Baſeler Unterſuchungsſache angenommen; es ſcheint jedoch, daß gerade die Ungunſt deſſelben Fürſten im Januar 1618 ſeine ſchleunige Abreiſe herbeigeführt hat. Vielleicht hatte er ſich dieſe Ungunſt erſt bei einem Beſuche, den er dem Markgrafen abſtattete***), zugezogen. Kurz, aus ausdrücklichem Auftrage des Markgrafen(vom 15. Januar 1618 aus Carlsburg datiert) warnte der Generalſuperintendent Johann Meyninger die ihm untergebenen Kirchen⸗ und Schuldiener vor dem Didaktiker, der, nach dem Ausdrucke des Markgrafen, nichts als Confuſion in der Kirche und dem Schulweſen anrichte †). Die beiden des näheren Verkehrs mit R. bezüchtigten Pfarrer wurden in ſtrenge Unterſuchung gezogen, aber bald wieder„in integrum reſtituirt“ und in ihrem Dienſte gelaſſen.
R. reiſte über Straßburg, wo er durch Blankenburgs Vermittelung anzukommen ſich vergeblich bemühte, wieder nach Frankfurt und war nun entſchloſſen, Deutſchland gänzlich den Rücken zu kehren und nach den Niederlanden oder nach Dänemark zu gehen. Da berief ihn der Fürſt Augustus zu Anhalt an ſeinen Hof. Am 10. April 1618 langte R. in Cöthen an.
*) Auch muß die Gönnerſchaft Buxtorfs nicht ſehr nachhaltig geweſen ſein, wenn der ungenannte Gelehrte, welcher dem Fürſten Christian von Anhalt im Sommer 1618 über die neue Didaktik berichtet, eine Aeußerung deſſelben wahrheitsgetreu wiedergibt:„wan er in der gemeinen Institution ſo viel Mühe ſollte anwenden, er wollte die Jugend ebenſo weit bringen“. (Fürſt Christian an Fürſt Ludwig zu Anhalt d. 8. September 1618.) **) R. an Briers oder Bien d. 31. October 1617. ***) Anna Sophia an Fürſt Ludwig zu Anhalt d. 28. April 1618.. †) Meyninger machte in ſeinem Erlaſſe an die Geiſtlichen den R. zum Haupt der Brüderſchaft des Roſenkreuzes, aber nur durch Verwechslung des Origines Philippus, vor welchem als dem gefährlichen Haupte jener Brüderſchaft der Markgraf in demſelben Befehlſchreiben vom 15. Januar 1618 gewarnt wiſſen wollte.
(Ende der erſten Abtheilung).
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