Aufsatz 
Apostelgeschichte XXVII in's Deutsche übersetzt
Entstehung
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Anmerkungen zu Act. XXVII.

Vs. 1. Weil man eine tlto« deaonnn sonst nicht kennt, so dachte Chr. G. Schwarz, der darüber eine eigene Abhandlung geschrieben hat(Altorf 1720), dass darunter eine Cohorte der Seba- stener zu verstehen sey, da eine ½ ϑμά̈ρœσσπ(Reiterturme der Samaritaner) von Josephus einigemal erwähnt wird. Allein dann müsste es doch in unserer Stelle wenigstens orretone rur T.Sa- oryrar heissen. Andere dachten an eine Cohorte einer Legio Augusta. Eine solche Verkürzung ist aber ohne Beispiel. Dagegen wissen wir jetzt aus den von Kellermann bekannt gemachten rõmischen Militär- inschriften(Rom 1835), dass es nicht allein Legionen, sondern auch Cohorten mit besonderen Benen- nungen gab, so dass diese nicht blos mit Zahlen unterschieden wurden Da fnden wir ausser Coh. prae- toria, auch Coh. Afrorum, Apamena, Asturum, Brittonum, Dacia, Flavia, Flav. Hispana, Germanorum, Montanorum, Pia vindex, Antoniana pia vindex, Gordiana, Trajana u. s. W. Warum sollte keine auch

ugusta haben heissen können? wie mehre Legionen hiessen. Konnte man doch früher auch die Cohors talica nicht weiter nachweisen, als aus Act. Apost. X, 1. Jetzt haben wir in genannten Inschriften No. 269 ganz deutlich Coh. I. Italica Romanorum voluntariorum, und 5 Legionen mit dem Namen Italica.

Vs. 4. Men*r leioas,r h, Kümdor, wir schifften unter Cypern. Aber was heist das? etwa: wir schifften südlich? Denn die untern Oerter sind bei Herodot die südlichen, und die obern sind ihm die nõrdlichen. Und irr‿iνπαeeν braucht man von der südlichen Richtung. Eustath. ad Dionys. vs. 511. Es scheint diese Debersetzung auf den ersten Blick auch einen guten Sinn zu geben, nur müsste dann deutlicher gesagt seyn, wie das Schiff ohne Veränderung des widrigen Windes doch längs der Küste von Cilicien und Pamphylien nach Myra in Lycien gekommen wäre. Auch wird man kein Beispiel zum Beweis vorbringen können, dass irtorlet,= sey südlich schiffen. Es ist die Präaposition des zusammengesetzten Verbums vielmehr von ihrem Gebrauche für die Nähe bei einem höhern Orte herzuleiten, unter welchem etwas ist. Das Schiff fuhr so nahe bei Cypern, das es gleich- sam unter dem Schutze der Küste war. Es fuhr unterhalb d. i. am Ufer, im Gegensatze des Hinauf- fahrens, ariepeodaw, welches man vom Fahren auf die offene See sagte. Eben so richtig vergleicht Schleusner ferecrin= gerade aus über das Meer nach einem Orte fahren. Wie dπτοπτσια νν braucht Plato irτolous(Critias p. 115 E) von der Fahrt unter einer Brücke. Wie nun in Vs. 4 mit irrerlei- dau τνα Krrgoy die nördliche Seite der Insel gemeint ist, so Vs. 7 mit frrerlesoduer riy Koirne zard Talnairn die östliche und die südliche Seite von Creta, daher auch Herr Höck(Creta Th. I. S. 440) die Stelle dem Sinne nach im Ganzen richtig wiedergiebt: Paulus steuert unter Kreta(d. h. am Gestade) hin.

VsS. 8S: 1 Go2α εας 1dro rira aAlotArror KAAodse 1Arαs, 0 fy te d Addoku. So die bei weitem meisten und ausser Alex. die besten Handschriften. Denn auok B. 73. Aania cod. 180 sollen dasselbe Wort seyn; ist nur verschrieben. Aber bei der Unkunde von einer Stadt Aäocwue ist die Lesart der Vulgata und Aeth. Thalassa besonders merkwürdig. Das Thessala bei Hieron. ist auch verschrieben für Thalassa. Auch f4oοοα wie die codd. Alex. 40, 96 und der Rand des Syr. haben, führt auf Gaαok., Eine solche Stadt kennt Steph. Byz. und cretische Münzen haben diesen Namen zur Aufschrift. S. Sestini Bibl. Italian. T. II p. 39 T. X p. 65. Vgl. Scholz Einl. Vol. 1 p. 642. Ferner steht farton(soll seyn dorisch statt 1alν) auf einer cretischen Münze zu Wien (Eckhel. D. N. Vol. I1 p. 315 f.) und auf cretischen Steinen, wonach die Grenze der Latier an die der Olontier stiess. Böckh. Corp. Inscr. Vol. II No. 2554. Allein Olus lag an der Nord-Ostküste von Creta nicht weit von dem Vorgebirg Zephyrion. Ptolem. III. 17, 5. Lasäa aber in unserer Stelle muss an der Südküste gesucht werden. Beide Städte wären zu weit von einander entfernt, als dass 2αot duutree der Hafen bei der Stadt der Lasier seyn könnte. Auch Plinius H. N. IV, 20 setzt Lasos unter die Binnen- städte von Creta. Dagegen ündet sich auf der Peutingerischen Tafel nicht weit von der Hafenstadt Leben die Stadt Lisia, welcher spätere römische Name, wie Herr Höck(Kreta I p. 441 richtiger als a. a. 0. p. 434) vermuthet, aus Lasaea verändert ist. Schon Lect 12 bietet die Variante Alαe. Demnach muss man Gdlno, das sich doch in keiner griech. Handschrift des N. T. findet, dahin gestellt seyn lassen und fäowuz für das hundertstädtige Creta behalten.

Vs. 10: οις soll hier und vs 21Ungemach(de Wette)cum injuria(gewöhnliche auch von de Wette gebilligte Erklärung) bedeuten Wolf, Schleusner u. A. berufen sich dabei auf Erasmus Schmid, welcher Herausgeber des Pindar behauptet, in dieser Bedeutung küme das Wort bei diesem Dichter vor. Er meint Pyth. 1, 140(nicht Nem. wie Schleusner citirt). Allein dort ist nicht, wie man vorgiebt, von einem Schiffbruche die Rede, sondern von einer Seeschlacht, wo απιν im eigentlichsten Sinne gesagt ist. St. Paulus bezeichnet mit dem fast poetischen Ausdrucke 2ασιmmß, ioe, wie Kypke bemerkt, die von den Stürmen zugefügte Kränkung, die gleichsam an dem Schiffe und den Schiffenden freveln. Daher ist LuthersLeid passender als das dafür zu schwacheUngemach. Pollux I, 111: ELaro³εςᷣ ναι Kvέeν dod le ror ecuor. eT d' dr öαον τμα⁴ τ εμ ⁵ιινπ Ʒἀeenos, rechtfertigt die UebersetzungGewalt. Vgl. Joseph. Antiqd. III, 6, 4: re zadut 2 ν αme νν Ʒμνσρπν ⁵ιάη dπτομμααφα⁴εμν να

Vs. 12. Der Hafen von Phönix ist von Kiepert(No. XX) falsch angesetzt. Deun nach unserer Stelle ist er gegen den Libs und Kaurus, gegen Süd- und Nordwest, offen. Kiepert lässt ihn gegen