— 6—
auf und sprach:„Man hätte mir zwar, ihr Männer! folgen sollen und von Creta nicht hinauffahren und diese Gewalt und den Schaden ärndten, ²² und ldocn] ermahne ich euch jetzt guten Muthes zu seyn. Denn es wird kein Verlust eines Lebens von euch statt finden, indess des Schiffes. 23 Denn es stand in dieser Nacht ein Engel Gottes, dessen ich bin, dem ich auch diene, bei mir 24sprechend:„„Fürchte dich nicht, Paulus, vor dem Kaiser musst du stehn, und sieh, Gott hat dir alle die mit dir Fahrenden geschenkt.““ 25 Desswegen seyd guten Muthes, ihr Männer! Denn ich glaube Gott, dass es so geschehen wird, wie mir geredet ist. 26 Wir müssen aber auf eine Insel gera- then.“ 2fAls aber die vierzehnte Nacht gekommen, da wir in dem Adriatischen (= Jonischen) Meere umhergetrieben wurden, bemerkten um Mitternacht die Schiffleute, dass wir uns einem Lande näherten, 2sund sie fanden durch das Senkblei zwanzig Klafter, und in kleiner Entfernung, da sie wieder mit dem Senkblei untersuchten, fan- den sie fünfzehn Klafter, 29 und fürchtend, wir möchten auf Klippen gerathen, warfen sie vom Hintertheile vier Anker aus, und wünschten, es möchte Tag werden. 3³⁰ Da aber die Schiffleute aus dem Schiffe zu entfliehen suchten und das Boot in das Meer gelas- sen hatten unter dem Vorwand, als wollten sie Anker vom Vordertheile aus werfen, 3isagte Paulus zum Centurio und den Kriegsleuten:„Wenn diese nicht im Schiffe bleiben, so könnt ihr nicht gerettet werden“ 3³2 Da kappten die Kriegsleute die Taue des Bootes und liessen es fallen. 33Bis es aber Tag werden wollte, ermahnte Paulus Alle Nahrung zu sich zu nehmen sprechend:„Heute den vierzehnten Tag erwartend seyd ihr beständig ohne Speise und habt nichts zu euch genommen, 3¹desswegen er- mahne ich euch Nahrung zu nehmen. Denn dieses dient zu eurer Rettung. Denn es wird keinem unter euch ein Haar vom Haupte verloren gehn.“ 35Da er dies gespro- chen, nahm er Brod, dankte Gott vor Allen, und brach es und fing an zu essen. 36Alle aber guten Muthes geworden nahmen auch selbst Nahrung zu sich. 37Wir waren aber in dem Schiffe in Allem zu zweihundert sechs und siebenzig Seelen. 3s Nachdem sie sich aber mit Nahrung gesättiget, erleichterten sie das Schiff, indem sie den Speise- vorrath in das Meer hinauswarfen. 39Als es aber Tag geworden, erkannten sie das Land nicht, bemerkten aber einen Meerbusen mit einem Ufer, an welches sie dachten, wo möglich, das Schiff zu stossen. 4oUnd da sie die Anker gekappt und dem Meere Preis gegeben hatten, liessen sie zugleich die Bande der Steuerruder nach, spannten das kleinste Segel auf nach dem Winde und steuerten dem Ufer zu. 41Da sie aber an ein Riff gestossen, trieben sie das Schiff darauf, und das Vordertheil aufsitzend blieb unbeweglich, das Hintertheil aber ging von der Gewalt der Wogen auseinander. 42 Die Kriegsleute aber fassten den Entschluss die Gefangenen zu tödten, damit keiner durch Schwimmen entkommen sollte, ¹3der Centurio aber, der Paulum retten wollte, ver- hinderte sie an ihrem Vorhaben und befahl, dass die, welche schwimmen könnten, zuerst hinabsprängen und an's Land kommen sollten, 14und die Uebrigen theils auf Brettern theils auf irgend etwas vom Schiffe. Und so geschah es, dass sie alle gerettet wurden. XXVIII. Und da sie gerettet waren, dann erkannten sie, dass die Insel Melita (= Malta) heisst.


