Aufsatz 
Über den Gebrauch von Malista bei Zahlen
Entstehung
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von den attischen Geschichtsschreibern, zu Numeralien gesetzt, wenn man eine Zahl blos ungefähr schätzt, aber zugleich ausdrückt, dass die angegebene Zahl der Wahrheit am nächsten komme, ad modum. Wie sich dies aber mit Zusätzen u d³νν πele udgl. vereinigen lasse, wird nicht gesagt. Ebenso Pape nach Passowo im Aufange des Artikels: Mdliotaæ wird bei Zeitbestimmungen gebraucht um anzugeben, dass die gegebene Bestim- mung zwar nicht genau ist, aber der Wahrheit am nächsten kommt. Weil dieser Gelehrte aber den Zusammenhang in der Anwendung des Wortes, die Einheit in der Verschiedenheit, nicht einsah, so konnte er auch seine Behauptung nicht begründen, und weiss sich aus den von ihm angeführten Stellen nicht herauszufinden, welche, wie andere mehr, sich unter eine Bedeutung nicht recht fügen wollen. Wie wenig dies alles genügt, zeigen noch die neuesten Geständnisse: MHehlhorn De Appositione p. 9:De hoc adverbio numeris addito magnus dissensus virorum doctorum, quorum sententias plenissime(nicht sehr voll- ständig] exposuit Poppo ad Thuc. I, 54, ipse denique in significatione Ad summum ac- quiescens. Haec vero si eo sensu intellexit, quo nos dicimus Höchstens, apud Thu- cydidem non nisi I, 13. VI, 1. et fortasse III, 92 quadrat. In ceteris omnibus locis, quos comparavi, scriptor magnum pro re numerum vult indicare, ita ut nobis potius Wenig- stens dicendum foret. At hoc Maltora signiftcare non potest. Multo etiam minus ceterae significationes ubique quadrant, quas excogitarunt, ut roiey, plane, certo, plus quam, ferme, et postremum quidem maxime propterea improbabile, quod interdum nu- meri valde exigui et certi cum hoc adverbio dicuntur, ut scriptorem de iis nullo modo dubitare potuisse pateat. Ac mea quidem sententia haec particula pro scriptoris consilio et loci cujusque ratione significat non plus quam aut non minus quam, quod posterius Thucydides saepe etiam ouw ldoοσσ profert. Horum alterutrum certe non solum in Thucydidis locis quadrat omnibus[?sieh unten] sed etiam apud alios. Daran schliesst sich zuletzt Poppo in der kleinen Ausgabe des Thucydides(I, 13) mit den Worten an: Maltoca ad numeralia adjectum, quod saepe apud Thucydidem legitur, quid signi- ficaret, vehementer disceptatum est. Videtur valere ferme, plus minus, quanquam, gquo modo hanc vim acceperit, parum liquet. In dem so eben angekommenen Commen- tar zu Xen. Anab. V, 4, 12 will Herr Kühner diesen Gebrauch dadurch erklären, dass die Griechen bei unbestimmten Zahlen die höchste setzten. Allein wie steht es damit, wenn die mit οααα verbundene Zahl hinter der Wirklichkeit zurückbleibt?

Kaum wage ich's noch nach so berühmten Namen einen weitern Versuch zur durch- greifenden Erklärung zu machen. Doch es sey, um, was Andere schon gefunden, zu bekräf- tigen. Ich gehe mit Weiske von der sichern Analogie dieses Maiorꝭαν bei bejahenden Ant- worten(= Gewiss) und mit Buttmann bei Zahlinterrogativis aus. Plat. Crito Anf: Hnrlza udzicca; Wann denn am ersten? d. h. Wann genau? Wann eigentlich? Dass diese Frage des Sokrates nicht so viel heissen kann als Um welche Zeit wohl? wie Schleier- macher, und nicht so viel als Quota hora est quum maxime? wie Stallbaum übersetzt, beweis't das, dass Sokrates daselbst schon die ungefähre Zeit weiss und selbst sagt, dass es sehr früh am Tage wäre. Der Beisatz von einem Höchstens oder Wenigstens aber wäre da ganz unpassend. Häufiger ist das Wort bei andern Fragewörtern( α), wenn man mit Ungeduld fragt um das Genauere zu erfahren. Iöre udgra: Wann denn