Schulnachrichten.
Mit gebührendem Danke empfingen wir die Geschenke, welche unserer Wittwen- und Waisenkasse folgende Wohlthäter zufliessen liessen: 1846. d. 4. Aug. Herr Fr. Baumann fl. 5. 30 kr.— d. 22. Herr Dr. Med. J. Ant. M. Hoffmann fl. 7.— d. 24. Herr Commer- zienrath Fleck fl. 10. 48 kr.— d. 16. Sept. Herr J. Jbach fl. 2. 42.— d. 22. Frau Haupt- männin Gerhard fl. 10.— d. 7. Octbr. Herr Thomä fl. 4.— d. 9. Frau Steitz fl. 3. 30 kr. — 1847. d. 9. Jan. Herr Hamburger fl. 5.— d. 12. Herr Baumeister Rumpf fl. 5. 24 kr. — d. 27. Febr. Herr A. G. Kilzer fl. 3. 30 kr.
Den 25. Aug. 1846 wurden von Einem Hohen Senate Herr Professor Gutermann für Quarta, Herr Professor Scholl für OQuinta, und definitiv für das Gymnasium und zwar für Obersexta Herr Hechtel, und von Einem Hochwürdigen Consistorium provisorisch für Untersexta Herr Dr. Phil. Wilhelm Heinr. Sehmidt zu Classenlehrern ernannt. Dieser sehr tüchtige und bewährte neu angestellte Lehrer theilt über sein Leben Folgendes mit:
Am 27. Juli 1814 wurde ich zu Frankfurt a. M. geboren. Mein im April 1844 verstor- bener Vater war der hiesige Bürger und Tapezirer Johann Konrad Schmidt. Den ersten Unterricht erhielt ich in der alten Weissfrauenschule, aus der ich im Jahr 1824 in die neu errichtete Schule zu St. Katharinen überging. Erst spät reifte in mir der Entschluss, zu studiren, und nachdem ich drei Jahre die erste Classe der letztgenannten Schule besucht hatte, erhielt ich durch den jetzigen Herrn Pfarrer Deichler den nöthigen vorbereitenden Unterricht im Latein zum Eintritt in das hiesige Gymnasium. Unter jenes Mannes tüchti- ger Leitung gelang es mir, in einem halben Jahre soweit zu kommen, dass ich Herbst 1829 in die Quarta aufgenommen werden konnte. Im Frühjahr 1835 wurde ich rite zur Universität entlassen und wendete mich zunächst nach Giessen, wo die Wittwe meines Grossonkels des Pädagogiarchen Rumpf lebte. Ich hatte mich für das Studium der Philo- logie entschieden und besuchte daher vorzugsweise die dahin einschlagenden Collegien. Ostern 1836 verliess ich Giessen und brachte das folgende Semester in Marburg zu, von wo ich im Herbst 1836 nach Bonn zog, um daselbst die drei folgenden Semester zu ver- weilen. Mit besonderem Danke habe ich unter den Männern, deren Vorlesungen ich be- suchte, zu erwähnen, in Giessen Osann und Hillebrand, in Marburg K. F. Hermann und F. Rehm, in Bonn Welcker, Näke und Heinrich. In Giessen und Marburg war ich Mitglied
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