Bloedelin, Etzeln bruoder. 35
min und gleichfals alliterierend von Gunther, als er mit im zu Brunhild färt, geselle genant wird. ersteres geschiht 649 und 698.— was 649 betreift, so ist oben bei der besprechung von 648 die warscheinlichkeit alter alliteration in disem von Lachmann ausgeschiedenen liede dargelegt worden. gleiche warscheinlichkeit bietet str. 649. zwar sind die erste und dritte zeile one deutliche spur der alliteration(man müste denn in der ersten gelebet mit lieber in 648. 4. verbinden wollen) die zweite und vierte zeile aber scheinen alliterierende gesetze zu bilden: daz die schoene Kriemhilt sol hie gekrônet gän und: min Sun Sifrit sol hie selbe künie sin. wären disz altüberlieferte alliterationen, so würde demnach auch der name und seine appo- sition an diser stelle alt sein, da er die alliteration trägt. ebenso scheint es 698, wo die dritte zeile ein altes alliterierendes gesetz zu enthalten scheint: Sifrit min Sune. man solde iuch(dicker) sehen. das wort dicker hat villeicht mit disem zusammen die erste hälfte des folgenden alliterie- renden gesetzes gebildet. auch in der ersten hälfte der strophe scheinen spuren der alliteration zu sein(willekomen, wibe, gewan) die sich villeicht so zusammenstellen lieszen: sit willekomen ir(w) recken sit ze wibe gewan das zwisehen disem und dem oben angegebenen gesetz stehende kan Rriemhilds namen mit einem alliterierenden zusatz enthalten haben, der verschwunden ist. Geselle Gunthers nent sich Sigfrid selbst in einer sicherlich echten strophe 5339, für die mir die alliteration zu deutlich spricht, um si mit Lachmann auszuscheiden: der gesellen bin ich einer, der ander solt du wesen der dritte daz st Hagene. der vierde daz si Dankwart tüsend man mit strite geturren nimmer uns bestàn.*) und da hier das wortgeselle die alliteration mit zu tragen scheint, so giht disz eine grundlage zur Beurteilung von 378, wo geselle mit dem namen erscheint. Lachmann faszt 372—587 als jüngeren zusatz zusammen, für den grösten teil desselben gewis mit recht. aber das gespräch Sigfrids und Gunthers ruht auf dem der ältesten sage angehörenden umstand, dasz Sigfrid Brunhilden schon kent. auszerdem aber scheint die alliteration zu deutlich mir gerade für
disz gespräch zu sprechen.
*) ob es verderbnis oder bewarung des alten ist, dasz die Wallersteinsche handschrift nach der von v. d. Hagen jüngst in der Berliner akademie mitgeteilten proben die vierte und sechste kurzzeile(die ich als für entstanden durch den reim ansehe) wegläszt, wird sich schwerlich entscheiden laszen. da die erste zeile felt, scheint es wol ersteres. auf- fallend ist es dabei aber doch, dasz si vorher list: wie vil volkes, was mit füeren zusammen ein volständiges in
dem text von A. verwischtes gesetz wäre.


