menstellung schon zwei stäbe gewonnen sind, so haben wir hiermit gleichfals einen boden für das aufsuchen überliferter alliteration im Nibelungenlied.
wir beginnen auch hier wider billich mit dem haupthelden des liedes, mit Sigfrid. allite- rierend ist nur ein beiwort, das im gegeben wird, snel, und die alliteration kennzeichnet disz schon als älter, obwol das nicht alliterierende stark ungleich häufiger ist. snel aber kenn- zeichnet auch, wie bei Achilles weit beszer die unverwüstliche jugendkraft des helden, als das allgemeinere stark. ferner erscheint stark an vilen stellen, wo die überzal der hebungen, welche entstehen würde, wenn wir uns die verse althochdeutsch dächten, vermuten läszt, dasz der name allein da gestanden habe. an einigen stellen könte sogar snel gestanden haben und disz veranlaszt mich, die stellen, wo das adjectivum stark bei Sigfrids namen vorkomt, gleichfals einer betrachtung zu unterziehen.
Sigfrid heiszt schnell 405. 456. 442. stark 91. 115. 176. 215. 321.556. 595. 432. 448. 600. 613. 677. 685. 694. 832. 856. 872. 884. 915. 923. 1084. 1668.(1671). es mag er- müdend erscheinen, auch hier wider den strophen einzeln nachzugehen, aber eben nur zal- reiche beispile können von dem vorhandensein alter alliteration im Nibelungenliede sicher überzeugen.— str. 405 felt ein dritter stab zu den beiden worten, doch könte das zusammen- treffen an diser stelle ächt sein, da uns in diser strophe nicht die rede Sigfrids selbst, son- dern nur eine inhaltsangabe derselben gegeben wird. das war aber schwerlich so in dem alten alliterierenden liede und so könte sich dise strophe mit dem übergang in die form des reims so verändert haben, dasz man die alliteration nicht mer erkente.— ebenso ist es 436 (wenn man nicht villeicht die ganze strophe verwerfen und 4353 mit 437 verbinden wolte). in der letzten zeile scheint eine spur der alliteration gefunden werden zu können:
Gunther in wegete, der helende des wurfes pflac.
es könte die zweite hälfte voran und stat pflac, das im reim stet, welt gestanden haben, oder recke in der ahd. form der dritte stab gewesen sein. wäre dise alliteration alt, so würde darin eine bestätigung dafür ligen, dasz Sigfrids name schon früher an diser stelle mit snel und einem dritten stab alliteriert hätte.— 442 felt wider der dritte stab, doch läszt die alli- teration von tarnkappe und dem freilich im reim stehenden truoc vermuten, es sei ein vol- ständiges alliterierendes gesetz vorhanden gewesen. die beiden letzten zeilen sehen dagegen ganz nach höfischem ritterlichem frauendienst aus und haben keine spur, wie alter heldenart, so alter liedesform.
Auszerhalb dises liedes von dem kampf mit Brunhild heiszt Sigfrid nirgends der schnelle und schon diser eine umstand könte die verteidigung der einheit des liedes erschweren und die verschiedenheit der einzelnen lieder bestätigen. doch musz es uns auffallen, dasz nur drei- mal ein alliterierendes beiwort zu Sigfrids namen trit, und zwar ein so bezeichnendes für den jugendlichen helden, namentlich da schnell soust nicht selten von andern helden gebraucht


