Aufsatz 
Reste der Alliteration im Nibelungenliede / von O. Vilmar
Entstehung
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Sigfrid der snelle. 21

wird. es ist möglich, dasz dem volke in späterer zeit sich nur der eindruck der ungeheuern stürke Sigfrids erhalten hatte, während der ausdruck snell als besonders auszeichnende be- zeichnung eines helden mer und mer unverständlich wurde, je mer statt der einzelkämpfe das kämpfen in geschiloszenen massen aufkam, bei dem es eben nicht schnelles lauſen, sondern stehen pleiben galt. an einigen stellen indes mag stark auch ursprünglich sein. es gilt mir hier nicht alle stellen au besprechen, wo stark bei dem namen Sigfrids steht, sondern nur die bezeichnendern. ich übergehe deshalb str. 91 und wende mich zu 113. hier könte als dritter stab widerseit angenommen werden(das dann freilich vor unverdienet gestanden haben müste) da auch widerstehen im Heliand zweimal(1, 20. 45, 18) mit streit alliteriert. wäre dem s0, so liesze sich vermuten es habe als dritter stab stat stark ein alliterierendes adjectivum gestanden, also etwa snel. ich möchte aber annemen, dasz alte alliteration in diser strophe sei, da auch eine spur in den ersten beiden zeilen ist. die freunde brauchten villeicht gar nicht erwänt zu werden und es konte one weiteres heiszen: mit grim megem muote von Mezen Ortwin sprach. wäre die dritte zeile alt, so müste zu suone eia stab in der sechsten kurzzeile gelegen ha- ben, villeicht konte aher die rede nur heiszen: sprach iu hat Sifrit widerseit unverdienet, und disz würde das rufen nach schwertern in 118 genügend motivieren. dann wäre das ad- jectivum stark zusatz, aus all disem geht schon hervor, dasz ich dise strophe aus der reihe der von Lachmann ausgeschidenen retten möchte. str. 176 betont Lachmann mit recht den innenreim als ein zeichen, dasz die strophe jünger sein müsze. aber sie scheint unentberlich als mofivierung zu 178, 1, das volständig unverständlich bleibt, wenn nicht wenigstens etwas vorausgeht. die treue des herren, der das gesinde nicht unbehütet zurücklaszen wil, scheint so alt und echt, dasz ein späterer auf dergleichen nicht gekommen wäre. disz bestätigt die alliteration, zunächst der ersten zeile: sie komen úf die marke, die Knehte zogeten dan. die alliteration der fünften kurzzeile möchte ich mit Sigfrids namen verbinden. es könte einfach geheiszen haben: wer Sol des gesindes Sifrit vrägen began. uns nu hüeten hie. dann wäre das adjectivum zusatz und villeicht eben nur wegen des bereits beliebt geworde- nen innenreimes gesetzt. der dritte stab zu der sechsten kurzzeile scheint verwischt und kan in der letzten zeile ligen. in str. 215 möchte auch ein beweis ligen, dasz stark an einigen stellen später ist. die dritte zeile hat mit der zweiten ganz gleichen inhalt und die vermutung ligt nahe, dasz si eine durch die breitere form des reimes herbeigefürte ausfürung ist. wenn dem so wäre, so wäre stark auch hier spätern ursprungs und nicht dem ursprünglichen lied entnommen. wolte anan str. 321 das freilich im reim stebende stän betonen, so würde disz für die ursprünglichkeit des wortes stark an diser stelle zeugen: 6