Aufsatz 
Reste der Alliteration im Nibelungenliede / von O. Vilmar
Entstehung
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Liudgast, Liudger. 17

die ganze strophe 256 enthält weiter kein alliterierendes gesetz als Liudgast, landen, Liudger sie enthält aber auch im sin nicht das mindeste neue: zeile 1 ist nicht nötig nach dem, was 255 erzält ist und die aufforderung in der vierten zeile ist überflüszig, da das wich- tigste damit erzält ist. so könte dise ganze strophe aus disem einen alliterierenden gesetz durch eine weitere ausfürung, wie si der reim mit sich brachte, entstanden sein und dises alliterierende gesetz könte nur die namen angegeben haben zu 255. 4. demnach könte in dem alten alliterierenden lied gestanden haben:

er bringet riche gisle in Guntheres lant, Liudgast und Liudger von Sahsen landen.

eine änliche ausfürung, welche der reim herbeigefürt hat, könte man vermuten 825: da sich die formel wellent riten in min lant gleich(str. 827) widerholt, wir oben suochen inz lant hatten, so dürfte man wol hier auch lant zu den beiden namen heranziehn. die zwischen- ligende zeile verbindet sich nicht alliterierend, denn vor einer betonung des gleichklangs zwischen widerseit und wilen warnt die ahd. form hwila, auf die wir rücksicht nehmen müs- zen, da es sich hier um alliterationen handelt, welche älter sind, als das mittelhochdeutsche. in bezug auf den inhalt ist si aber auch nicht notwendig und musz nicht in dem entsprechen- den alliterierenden lied gestanden haben. denn es braucht nicht erwänt zu werden, dasz Gun- ther inen übeles getan hat: es wird auch bei der ersten kriegsankündigung kein grund ange- fürt. würe dem so, so könte man zusammenstellen als diser strophe zu grunde ligendes alli- terierendes gesetz:

Liudgast unde Liadgeèr(wellent) riten in dize Iant. (wobei lant wider nicht am ende gestanden haben könte). villeicht könte auch wellent mit widerseit und Liudger mit lant sich verbunden haben und es wären dann zwei alliterierende gesetze die grundlage diser strophe. gleiches gilt von 527, wo sich beinahe dieselben worte widerholen und dadurch sich dieselbe möglichkeit bietet, entweder nur zusammenzustellen:

Liudgast und Liudgèr wellent riten in min lant oder die alliteration von wellent und wider mit herein zu ziehn. sicher läszt sich das wie es scheint nicht entscheiden.

Irings und Irnfrids name kommen zweimal zusammen vor 1285. 1968(klage 2373). ob das zusammentreffen 1215 echt ist, läszt sich schwer sagen, da es leicht war, in eine aufzä- lung, wie die, welche uns dise strophen geben, einen namen hineinzubringen. die vocalische alliteration ist nicht sicher genug und eine andere sichere spur der alliteration findet sich nicht in der strophe. anders steht es mit 1968. hier geht eine ganz deutliche consonanti- sche alliteration nebenher und läszt uns auf altbewarte form schlieszen:

der degen Irinc und Irafrit von Düringen.

es läszt sich wol endlich noch hierherziehen, dasz der name des lehnsherrn und des lehns- 5