16 Liudger, Liudgast.
nach mit Wolfwin ein alliterierendes gesetz gebildet hat, mag unentschieden bleiben. mög- lich wäre, gleich die siebente kurzzeile an die fünfte alliterierend anzureihen: baoe Sigstap unde Wolfwin wer sol mir denne helfen.
Die alliteration verbindet im Nibelungenliede zweimal die namen von freunden und kampf- genoszen: Liudger und Liuadgast, Iring und Irnfrid. da die letztere alliteration, als eine voca- lische, nicht so sichern boden gewärt, so beginnen wir mit der ersten. Liudeger und Liude- gast sind zusammen genant 139. 142. 130. 256. 825. 827. hier widerholt sich als dritter stab lant fünfmal, zweimal riten in daz lant, zweimal(159. 256) von Sahsen landen, einmal suochen inz lant. dise widerholung läszt um so mer alte alliteration voraussetzen, da auch Liudegers name zu lant 163 und 851 alliteriert.— str. 139 scheinen beide namen nicht einem und dem- selben alliterierenden gesetz angehört zu haben, da úzer Sahsen lande dazwischen trit und diser beisatz hier, wo die beiden zum erstenmal genant werden, notwendig ist. man könte also zusammenstellen:
ez was Liudgèr üzer Sahsen Iande. der name Liudgast hat keinen weiteren stab in diser strophe.— str. 142 dagegen scheint die alliteration volständig:—
Liadgast und Liudger(die wellent) iuch suochen inz Iant. (wo lant nur nicht am ende gestanden haben könte) und wir haben wol ursache hier alte alliteration zu vermuten, da unmittelbar vorher gleichfals ein gesetz zu stehn scheint:
wir nennen iu die herren, die uns here habent gesant. (villeicht umzustellen, so dasz habent den dritten stab getragen hätte?)— in str. 130 felt der dritte stab und disz möchte auf den ersten blik Lachmanns ansicht von diser strophe als einer spätern bestätigen. dasz si an diser stelle, vor dem herbergen der boten nicht stehen kan, damit hat Lachmann gewis recht. sonst aber scheint die strophe die spuren der allitera- tion zu deutlich an sich zu tragen, um si one weiteres für später zu halten. auch scheint es ursprünglicher, dasz Gunther auf Hagens aufforderung Sigfrid bittet, mitzuziehn; iedenfals könte beides nebeneinander bestehen und Sigfrid durch seine frage der aufforderung zuvor- gekommen sein.— was aber die alliteration in der strophe betrift, so laszen sich drei gesetze zusammenstellen, one die worte zu ändern, nur mit umstellung der kurzzeilen; die alliteration der beiden namen freilich hat keinen dritten stab; villeicht könte in die zweite kurzzeile ver- wischt haben:
da sprach von Tronje Hagene ez tragent übermuot
Liudger unde Liudgast(daz dunket mich nicht guot)
ir Sult ez Sifride sagen. wir mugen uns nicht besenden
in sô Kurzen tagen; so sprach der Küene recke. die letzten worte scheinen mir, ans ende gestelt, weit beszer zu passen.


