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Alles ertrug er mit einer Gelassenheit und Geduld, die Andere an ihm nicht genug be- wundern konnten, da sie zugleich wussten, welch gutes Bewusstsein hier der Ver- leumdung und Verkleinerung ausgesetzt war.
Doch nicht blos die Katholiken, auch die Protestanten griffen ihn in seiner neuen Stellung an. In guter Absicht wenigstens der Pastor du Moulin, welcher an den Bi- schof von Bath schrieb, man möge doch ein wachsames Auge auf Casaubonus haben. Er sei zwar ein gutherziger, frommer und rechtschaffener Mann, aber er mache doch dem Katholicismus zuviel Concessionen, an dem er fast nur noch die Communion unter einer Gestalt, die päpstliche Tyrannei, die Liturgie in einer unbekannten Sprache, die Bilderverehrung und das überflüssige Verdienst von guten Werken verabscheue. Allein er that Casaubonus darin Unrecht, dass er die versöhnlichere Stimmung desselben ge- gen den Katholicismus lediglich aus Furcht und aus unversöhnlichem Zorn über die Genfer herleitete. Diese mit dem vorher gespendeten Lobe im Widerspruch stehende Insinuation hat jener selbst anfs Ueberzeugendste in einem Briefe an Tilen zurückge- wiesen, wie sie sich denn auch aus dem Tagebuche als durchaus schief erweisen lässt. Der Ton aber, in welchem du Moulin wie von oben herab über die eigentüm- liche Geistesrichtung des Mannes absprechend urteilte und in welchem er weise Vor- schläge ertheilte, wie Casaubonus am besten zu verwenden sein würde, hat etwas sehr Anmassendes. Andere Reformierte stimmten ganz in den Ton, den die Jesuiten über Casaubonus angestimmt hatten, mit ein.
Durch alle derartige Angriffe wurde die sehr angesehene, einzigartige Stellung des Mannes am Hoſe Jacobs I. jedoch durchaus nicht erschüttert. Es verging selten ein Tag, an welchem der König, der seine Regierung lieber durch theologische Controversschrif- ten als durch Parlamentsbeschlüsse befestigen wollte, nicht mit ihm über die theologischen Tagesfragen conferierte. Dadurch ward er immer mehr Theologe, so dass das, was früher fast nur ein religiöses Interesse für ihn hatte, jetzt zugleich ein Gegenstand sei- ner wissenschaftlichen und literarischen Thätigkeit wurde. Hatten die Kirchenväter früher mehr zu seiner Erbauung oder höchstens zur Abwehr der katholischen Zumu- tungen gedient, so bildeten sie jetzt die Fundgruben der theologischen Untersuchungen und Erörternngen, zu denen ihn der König fort und fort zu veranlassen wusste. Bei diesem war nemlich durch die Ermordung Heinrichs IV. wieder all der Schrecken und die Angst aufgefrischt worden, die ihm die Pulververschwörung schon vor einigen
Jahren erregt hatte. Als daher Cardinal Bellarmin gegen Barklay eben eine Schrift 5*


