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gleich im Anfang am Erzbischof von Canterbury einen Hauptgönner durch den Tod verlor. Dem sonst gutmütigen Könige wurde er fast unentbehrlich und an der angli- canischen Kirche fand er im täglichen Verkehr mit deren Würdenträgern, wie z. B. mit den Bischöffen von Ely und von Bath, ein immer grösseres Wolgefallen. ¹)
Als diese seine glückliche Lage in der Heimat bekannt wurde, mochten die, welche bisher immer noch auf seinen Uebertritt zur katholischen Kirche gehofft hat- ten, nicht mehr länger ihren Unmut verbergen. Schon früher hatte ein Pamphletist aus diesem Lager, der Ueberläufer Caspar Scioppius, mit vielen andern Grössen auch die des Casaubonus zu verkleinern und zu beschmutzen gesucht, ohne dass dieser et- was mehr darauf erwiederte, als dass er in Briefen an seine Freunde darüber spöt- telte, wie man ihn wol einen Atheisten habe nennen können, da dergleichen Leute nur in Rom zu suchen seien, und wie man ihm nur Geiz zum Vorwurfe machen könne, da er, wenn er käuflich gewesen sei, gewiss eine viel einträglichere Stellung in Rom eingenommen hätte. Jetzt aber kam die Wut gegen Casaubonus rückhaltslos zum Ausbruch. Man verbreitete die, nach dem Tagebuche zu urteilen, rein erfundene Lüge, er habe das dem Cardinal du Perron und dem Fronton du Duc gegebene Wort zu Pfingsten 1610„den Calvinismus abzuschwören“ nicht gehalten. Und diese Lüge fand um so mehr Glauben, als sie Fronton selbst in seinen„Noten zum Basilius über den heiligen Geist“ mitteilte. ²) Zu der Verleumdung, die ein gewisser Jesuit J. An-
¹) Doch hat er sich nie gänzlich von der französisch reformierten Gemeinde in London getrennt, theils aus Pietät gegen diese, theils um den Schwachen kein Aergerniszu geben. Eph. II. p. 893. ²) Jene Beschuldigung, welche soviel heisst als, Casaubonus habe versprochen katholisch zu werden, ist zwar auch von Hugo Grotius(Vergl dessen Epistolae Amstel. 1657. N. 610 u. N. 613) geglaubt worden. Und richtig ist allerdings, dass Casaubonus um diese Zeit kurz nach dem Tode Heinrichs IV. noch einmal ganz besonders von du Perron zugesetzt wurde, der sich Mühe gab ihm die Widersprüche der protestantischen Auffassung namentlich des Abendmahls mit den Lehren des christlichen Altertums nachzuweisen. Ebenso richtig ist auch, dass Casaubonus, wel- cher den 21. Mai ins Tagebuch(II. 742) schrieb: crescunt dubitationes, dum scripta nostrorum cum scriptis veterum contendo“, diesen seinen Schwankungen in den Briefen Ausdruck gegeben hat, die er um diese Zeit namentlich an J. Uienbogard, den er in Paris als holländischen Ge- sandtschaftsprediger kennen gelernt und mit dem er auch jenes merkwürdige von Almeloveen in der Vita Casauboni(p. 48) mitgetheilte Gespräch über die Mängel des Calvinismus gehabt hatte, und an seinen Neffen(Vergl. Epistt. N. N. 670. 673) schrieb. Allein das Tagebuch enthält sonst nicht einmal eine Andeutung von jenem Versprechen. An den berufenen Püngsten lebt er ein-
sam und fern von aller kirchlichen Feier auf seinem Landgut Grygny bei Paris um sich zu er-
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