Aufsatz 
Isaak Casaubonus : aus den Bekenntnissen dieses protestantischen Gelehrten des XVI. und XVII. Jahrhunderts / von Alexander Vial
Entstehung
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braven Manne ziemt diese böse Gewohnheit nicht, noch viel weniger der christlichen Liebe. ⁴¹)

Wie das innere Leben, so stand auch das äussere Leben des Mannes, welcher beten konnte:dass mir doch der Herr Jesus gewähren möge in der Erkenntnis der Wahrlieit solche Fortschritte zu machen, dass mein ganzes Leben nach Frömmigkeit schmecke ²), unter dem Einflusse dieser. Seine Frau Florence, die ihm sehr viele Kinder gebar, hielt er in grosser Achtung und Liebe. Wenn sie krank war, litt er mit, und wenn sie, was bei dem häufigen Wechsel seines Aufenthaltsorts oft vorkam, von ihm getrennt war, konnte er nicht Briefe genug von ihr erhalten und die Zeit kaum erwarten, wo er wieder mit ihr vereinigt wurde. Ihr musste er die Last der Haushaltung fast ganz überlassen, da er sich dabei zu ratlos und unsicher benahm und den damit verknüpften Verlust der Studien nicht verschmerzen konnte. ¹) Da er eine zahlreiche Familie zu erhalten hatte, gieng es ihm oft sehr knapp und empfand er es sehr schmerzlich, als nun dazu noch, da sein Schwiegervater H. Stephanus sein Familienwesen sehr fahrlässig verwaltet hatte, seine Frau ihr väterliches Vermö- gen mit mehr als 1300 Goldstücken in Genf durch die rabulistischen Kniffe der Genfer an diese einbüsste. Kannte da sein Zorn über Genf und die Genfer anfangs so wenig eine Grenze, dass er rief:o über die Stadt der Räuber, über den Sitz der Pharisäer und Beutelschneider! Siehe, das ist die Frömmigkeit der Genfer u. s. w.*, so bat er doch später Gott wieder wegen dieser Heftigkeit um Verzeihung.*) Dieser Schlag war auch hart für ihn, der nun manchmal schreibt:Mein Schifflein hängt am Felsen. Willst Du mich verlassen, Herr? Ganz verschmerzt hat er ihn niemals wieder. Niecht etwa, weil er geizig gewesen wäre; sonst hätte er nicht Gott darum angehen können, dass er seine milde Hand gegen ihn aufthue, damit er denen von den Seinen zur Hälfe beispringen könne, die es nötig hätten.*) Er war vielmehr trotz alledem sehr mil- den und wolthätigen Gemüts. Den Sohn seiner verstorbenen Schwester, Peter Cha- banaeus, nahm er in seine Familie, hielt ihn wie sein Kind und war unendlich be- trübt, als dieser krank wurde und starb. 6) Dasselbe that er mit seiner Anna und

1) Epistolae Nr. 730. ²) Eph. II. 927. ¹) Eph. II. 581. *) Eph. II. 549 und 563. ³) Eph. II. 412. *) Eph. I. 417 419. 2*