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Wünsche. Nicht Vermögen, nicht Ehrenstellen, noch andere zeitliche Güter sind es, um die ich bitte; Deine Gnade genügt mir allein. Diese wollest Du mir als das täg- liche Brod gewähren. Diese soll allein meine Hoffnung, allein meine Zuversicht und mein Anker sein!“ ¹) Dieses unerschütterliche Vertrauen auf die Gnade Gottes und infolge dessen der dankbarste Eifer für die Ehre Gottes allein war so sehr der Puls- schlag seiner tief-ernsten Frömmigkeit, dass er, der jeden Tag für verloren hielt, an welchem er in seinen Studien durch leidige Gesellschaft oder kleinliche Geschäfte ge- hindert wurde, der seine Arbeiten fast regelmässig bis tief in die Nacht hinein fort- setzte, alle seine Arbeiten, wie er sagt, nicht gestützt auf seine Kräfte, sondern im Vertrauen auf den Beistand und die Güte Gottes unternahm ²) und bei der Vollendung eines Werkes darum bat, dass es zur Verbreitung der Ehre Gottes beitragen möge; wie er denn z. B. nach Vollendung der Herausgabe des„Athenäus“ schreibt:„Nur Deine Güte, himmlischer Vater, hat mich bis dahin gelangen lassen. Dir allein ist diese Arbeit zu verdanken, die Du mich zum allgemeinen Nutzen der Wissenschaft hast leisten lassen. Gib nun, dass ich Dir für diese grosse Wolthat den gebühren- den Dank darbringe. Gib auch, dass ich mein übriges Leben ganz auf Deines Na- mens Ruhm verwende, Dich allein von Herzensgrund verehre, Dir mit reinem Sinne diene, kurz nichts als Frömmigkeit athme.“ ³)
Es macht einen merkwürdigen Eindruck, wenn man in dem Tagebuche nach so häufigen Klagen über verlorene Zeit und über die Störungen der Freunde doch wieder liest:„Mögen diese Studien auch daniederliegen, wenn nur das Studinm der Fröm- migkeit in uns lebendig ist“4), oder:„der Glaube treibt uns die Pflicht den Studien vorgehen zu lassen.“s) Die Ehre Gottes ist ihm eben Alles. Darum schreibt er auch: „lch bitte Dich demütig, dass Du mir einen Geist schenkest, der begierig ist, dem Ruhm Deines Namens zu dienen. Dies soll das erste und letzte Ziel meiner Studien, dies der Zweck meiner Nachtwachen sein. Wenn ich sündiger Mensch aber hierdurch Andern nicht nützen kann, dass ich dann wenigstens mir selbst und den Meinigen nütze. Mich selbst möchte ich in der wahren Frömmigkeit erziehen und meinen Kin- dern den Weg zum Heile zeigen, den Du selbst geoffenbart hast.“⁵) Und da er sich
¹1) Eph. I. p. 133. ²) Eph. I. p. 81. *) Eph. I. p. 84.*) Eph. I. p. 114. .) Eph. I. p. 418.*) Epb. I. p. 405.


